Mittelmeerkrankheiten, oft auch Reisekrankheiten genannt, sind eine Gruppe von Infektionen, die vor allem im Mittelmeerraum verbreitet sind und über Stechinsekten und Zecken auf Hunde übertragen werden. Wichtig zu wissen: Sie sind längst nicht mehr nur ein Reiseproblem. Durch wärmeres Klima und eingeschleppte Überträger treten einige davon inzwischen auch in Deutschland auf. Dieser Ratgeber gibt dir den Überblick und führt zu den ausführlichen Artikeln je Krankheit.
- Mittelmeerkrankheiten werden über Sandmücken, Zecken und Stechmücken übertragen.
- Zu den wichtigsten zählen Leishmaniose, Ehrlichiose, Babesiose, Hepatozoonose und Herzwürmer.
- Auch ohne Auslandsreise ist eine Ansteckung in Deutschland möglich.
- Der beste Schutz ist ein konsequenter Zecken- und Mückenschutz.
- Hunde aus dem Ausland sollten auf Mittelmeerkrankheiten getestet werden.

Ratgeber-Inhalt
Was sind Mittelmeerkrankheiten?
Der Begriff fasst mehrere Infektionskrankheiten zusammen, die typischerweise in südlichen Ländern wie Spanien, Italien, Griechenland oder Portugal vorkommen. Gemeinsam ist ihnen, dass sie nicht direkt von Hund zu Hund weitergegeben, sondern über einen Überträger verbreitet werden: Sandmücken, Zecken oder Stechmücken geben die Erreger beim Stich oder Biss weiter. Manche verlaufen mild, andere sind schwerwiegend und können ohne Behandlung lebensbedrohlich werden.
Nicht mehr nur ein Reiseproblem
Lange galten diese Krankheiten als reine Reisekrankheiten. Das stimmt so nicht mehr. Durch das wärmere Klima und eingeschleppte Zecken- und Mückenarten sind einige Erreger inzwischen auch in Deutschland und Österreich angekommen. Die Babesiose kommt durch die Auwaldzecke hierzulande bereits natürlich vor und gilt nicht mehr als eingeschleppt. Sandmücken, die Leishmaniose übertragen, wurden in Süddeutschland nachgewiesen. Das heißt: Auch ein Hund, der Deutschland nie verlässt, kann sich anstecken. Ein konsequenter Parasitenschutz lohnt sich deshalb für alle Hunde.
Die wichtigsten Mittelmeerkrankheiten im Überblick
Leishmaniose
Übertragen durch den Stich der Sandmücke. Die Erreger befallen innere Organe und die Haut. Typisch sind Hautveränderungen, Gewichtsverlust und ein schlechtes Allgemeinbefinden. Leishmaniose ist nach heutigem Stand nicht heilbar, aber behandelbar, oft lebenslang. Details im Ratgeber zur Leishmaniose beim Hund.
Ehrlichiose
Eine bakterielle Erkrankung, übertragen durch die Braune Hundezecke. Sie verläuft in Phasen und zeigt sich unter anderem durch Fieber, Mattigkeit und Blutungsneigung. Mehr dazu im Ratgeber zur Ehrlichiose beim Hund.
Babesiose
Auch Hundemalaria genannt, übertragen durch Zecken. Die Erreger zerstören die roten Blutkörperchen, es drohen Blutarmut und Gelbsucht. Bei schneller Behandlung ist sie gut behandelbar. Mehr im Ratgeber zur Babesiose beim Hund.
Hepatozoonose
Eine Besonderheit: Die Ansteckung erfolgt nicht über den Stich, sondern wenn der Hund eine infizierte Zecke zerbeißt oder verschluckt. Mehr dazu im Ratgeber zur Hepatozoonose beim Hund.
Herzwürmer (Dirofilariose)
Übertragen durch Stechmücken. Die Larven wandern bis zum Herzen und zu den Lungengefäßen und können dort schwere Schäden anrichten. Mehr im Ratgeber zu Herzwürmern beim Hund.
Giardien
Giardien werden häufig zu den Reisekrankheiten gezählt. Anders als die übrigen Erreger werden sie nicht über Insekten übertragen, sondern über verunreinigtes Wasser oder Kot, und verursachen vor allem Durchfall. Mehr im Ratgeber zu Würmern und Giardien beim Hund.
Überträger auf einen Blick
| Krankheit | Überträger |
|---|---|
| Leishmaniose | Sandmücke |
| Ehrlichiose | Braune Hundezecke |
| Babesiose | Zecken, in Deutschland die Auwaldzecke |
| Hepatozoonose | Verschlucken einer infizierten Zecke |
| Herzwürmer | Stechmücken |
| Giardien | Verunreinigtes Wasser oder Kot |
Symptome und Diagnose
Mittelmeerkrankheiten machen es einem nicht leicht, denn die ersten Anzeichen sind oft unspezifisch und werden leicht übersehen.
- Fieber, Mattigkeit und Leistungsschwäche.
- Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust.
- Hautveränderungen, Haarausfall oder schlecht heilende Stellen.
- Blasse Schleimhäute, Nasenbluten oder verfärbter Urin.
Solche Symptome können viele Ursachen haben. Gesichert wird die Diagnose über eine Blutuntersuchung, mit der sich die Erreger oder Antikörper nachweisen lassen. Manche Infektionen brechen erst Monate oder Jahre nach der Ansteckung aus.
Die Behandlung einer Mittelmeerkrankheit kann langwierig und teuer werden. Wir vergleichen für dich den passenden Schutz.
Vorbeugen und Reisevorsorge
- Vektorschutz: Konsequenter Zecken- und Mückenschutz, zum Beispiel mit repellierenden Spot-ons oder Halsbändern. Mehr dazu im Ratgeber zu Zecken beim Hund.
- Vor Reisen in Risikogebiete: Schutz gegen Stechmücken und Zecken sowie eine Herzwurm-Vorsorge mit der Tierarztpraxis abstimmen. Gegen Leishmaniose gibt es zudem eine Impfung, die im Einzelfall besprochen werden kann.
- Hunde aus dem Ausland: Vor oder einige Monate nach der Adoption auf Mittelmeerkrankheiten testen lassen und Kontrolltests einplanen, da manche Erreger erst spät auffallen.
Wenn du einen Hund aus Südeuropa adoptierst, lass dir den Bluttest auf Mittelmeerkrankheiten aushändigen und plane nach ein paar Monaten einen Kontrolltest. So bist du auf der sicheren Seite, auch wenn dein Hund anfangs völlig gesund wirkt.
Was die Versicherung leistet
Manche Mittelmeerkrankheiten, allen voran die Leishmaniose, erfordern eine langfristige, teils lebenslange Behandlung. Solche Kosten können sich summieren. Eine Hundekrankenversicherung übernimmt je nach Tarif Diagnostik und Behandlung ganz oder teilweise, bis zu einer vereinbarten Jahreshöchstgrenze und einem bestimmten Satz nach der Gebührenordnung für Tierärzte. Wichtig: Bereits bestehende Erkrankungen sind in der Regel ausgeschlossen. Deshalb lohnt sich der Abschluss, solange dein Hund gesund ist, gerade vor einer geplanten Adoption aus dem Ausland.
Wir bei hey malu. versichern dich nicht selbst. Als unabhängiger Vermittler vergleichen wir für dich die Tarife und finden den Schutz, der zu dir und deinem Hund passt. Weitere Themen findest du in unserem Hunde-Ratgeber.
Häufige Fragen zu Mittelmeerkrankheiten beim Hund
Was sind Mittelmeerkrankheiten beim Hund?
Eine Gruppe von Infektionskrankheiten, die vor allem im Mittelmeerraum verbreitet sind und über Sandmücken, Zecken oder Stechmücken übertragen werden. Dazu zählen unter anderem Leishmaniose, Ehrlichiose, Babesiose, Hepatozoonose und die Herzwurmerkrankung, oft wird auch die Giardiose dazugerechnet.
Kann sich mein Hund in Deutschland anstecken?
Ja. Diese Krankheiten sind längst nicht mehr nur Reisekrankheiten. Die Babesiose kommt durch die Auwaldzecke in Deutschland natürlich vor, und Sandmücken wurden in Süddeutschland nachgewiesen. Auch ohne Auslandsreise ist eine Ansteckung daher möglich.
Wie kann ich meinen Hund schützen?
Der wichtigste Schutz ist ein konsequenter Zecken- und Mückenschutz mit repellierenden Mitteln. Vor Reisen in Risikogebiete stimmst du zusätzliche Vorsorge, etwa gegen Herzwürmer oder eine Leishmaniose-Impfung, mit deiner Tierarztpraxis ab.
Welche Symptome deuten auf eine Mittelmeerkrankheit hin?
Oft unspezifische Zeichen wie Fieber, Mattigkeit, Gewichtsverlust, Hautveränderungen, blasse Schleimhäute oder Nasenbluten. Weil das viele Ursachen haben kann, sichert erst eine Blutuntersuchung die Diagnose.
Sind Mittelmeerkrankheiten heilbar?
Das hängt vom Erreger ab. Die Babesiose ist bei schneller Behandlung gut behandelbar. Die Leishmaniose gilt als nicht heilbar, lässt sich aber behandeln und kontrollieren, oft lebenslang. Deshalb ist die Vorbeugung so wichtig.
Sollte ich einen Hund aus dem Ausland testen lassen?
Ja. Lass einen Hund aus dem Ausland vor oder einige Monate nach der Adoption auf Mittelmeerkrankheiten testen und plane Kontrolltests ein. Manche Infektionen brechen erst Monate oder Jahre nach der Ansteckung aus.

Bei langwierigen Erkrankungen abgesichert
Mittelmeerkrankheiten können eine lange Behandlung bedeuten. Wir vergleichen für dich, welcher Tarif Diagnostik und Therapie abdeckt und bis zu welchem Satz er erstattet, solange dein Hund gesund ist.