Zuletzt aktualisiert am 23. August 2026

Herzwürmer (fachlich Dirofilariose) sind fadenförmige Parasiten, die sich beim Hund in den Lungenarterien und im Herzen ansiedeln. Übertragen werden sie nicht von Hund zu Hund, sondern über den Stich einer Stechmücke, vor allem im Mittelmeerraum. Die Erkrankung verläuft lange unbemerkt und kann unbehandelt lebensbedrohlich werden. Hier erfährst du, wie Herzwürmer in den Hund gelangen, woran du sie erkennst, wie die Behandlung abläuft und wie du deinen Hund auf Reisen zuverlässig schützt.

KURZER ÜBERBLICK

  • Erreger ist der Herzwurm Dirofilaria immitis, ein Fadenwurm, der Lunge und Herz befällt.
  • Die Übertragung läuft ausschließlich über Stechmücken, nicht durch direkten Kontakt.
  • Hauptrisikogebiete sind der Mittelmeerraum sowie Süd- und Osteuropa. In Deutschland ist der Herzwurm bislang vor allem ein Reise- und Importthema.
  • Erste Beschwerden zeigen sich oft erst nach etwa sechs Monaten, meist mit Husten und Leistungsschwäche.
  • Die Behandlung ist langwierig und nicht risikolos. Vorbeugung auf Reisen ist deutlich sicherer.
Person und gesunder Hund im warmen Reise- und Mittelmeer-Kontext, illustriert

Was sind Herzwürmer?

Herzwürmer sind fadenförmige Parasiten der Art Dirofilaria immitis. Ausgewachsen werden sie bis zu rund 30 Zentimeter lang und siedeln sich in den Lungenarterien und im rechten Herzen deines Hundes an. Daher kommt der Name Herzwurm, und die Erkrankung heißt fachlich Dirofilariose oder kardiovaskuläre Dirofilariose.

Wichtig zur Einordnung: Herzwürmer haben nichts mit den bekannten Spulwürmern oder Bandwürmern zu tun, die im Darm leben. Sie sitzen im Blutkreislauf und in den herznahen Gefäßen, weshalb sich auch die Behandlung grundlegend von einer normalen Wurmkur unterscheidet. Betroffen sind vor allem Hunde, seltener Katzen sowie wildlebende Hundeartige wie Füchse.

Herzwurm oder Hautwurm? Zwei verschiedene Dirofilarien

Unter dem Begriff Dirofilariose werden zwei verschiedene Parasiten zusammengefasst, die man nicht verwechseln sollte, weil sie unterschiedliche Erkrankungen auslösen:

Die zwei Dirofilarien im Überblick:

  • Dirofilaria immitis (Herzwurm): befällt Lunge und Herz, verursacht die hier beschriebene, potenziell lebensbedrohliche Herzwurmerkrankung.
  • Dirofilaria repens (Hautwurm): lebt im Unterhautgewebe und löst die sogenannte kutane Filariose aus. Beim Hund verläuft sie oft mild, für den Menschen als Fehlwirt kann sie aber eine Rolle spielen.

Beide werden über Stechmücken übertragen. Dieser Ratgeber behandelt den Herzwurm (D. immitis). Die Unterscheidung ist auch regional wichtig, dazu unten mehr.

So steckt sich dein Hund an: der Weg über die Stechmücke

Herzwürmer werden ausschließlich über Stechmücken übertragen. Die Mücke ist dabei ein notwendiger Zwischenwirt, ohne sie ist keine Ansteckung möglich. Der Kreislauf läuft so ab:

  • Eine Stechmücke sticht einen infizierten Hund und nimmt mit dem Blut winzige Larven, die Mikrofilarien, auf.
  • In der Mücke entwickeln sich die Larven weiter zu einer infektiösen Stufe.
  • Beim nächsten Stich überträgt die Mücke diese Larven auf einen anderen Hund.
  • Im Hund wandern die Larven über das Unterhautgewebe in die Blutgefäße und reifen über Monate in den Lungenarterien und im Herzen zu erwachsenen Würmern heran.
  • Die erwachsenen Weibchen geben wieder Mikrofilarien ins Blut ab, die eine Mücke beim Stich erneut aufnehmen kann. Damit schließt sich der Kreis.

Von der Ansteckung bis zu erwachsenen Würmern vergehen etwa sechs Monate. Diese Zeitspanne, die Präpatenz, ist wichtig für die Diagnose und den richtigen Testzeitpunkt.

Wo Herzwürmer vorkommen

Der Herzwurm ist vor allem im Mittelmeerraum sowie in Süd- und Osteuropa verbreitet, etwa in Italien (Poebene), Spanien, Portugal, Südfrankreich, Griechenland, Ungarn und auf den Kanarischen Inseln. Deshalb zählt die Dirofilariose zu den klassischen Reise- und Mittelmeerkrankheiten. Die Mückensaison in diesen Regionen reicht grob von April bis Oktober.

Für Deutschland ist die saubere Unterscheidung der beiden Dirofilarien entscheidend: Der Herzwurm (D. immitis) ist hier bislang vor allem ein Reise- und Importthema. Dirofilaria immitis ist inzwischen auch in Teilen Mittel- und Osteuropas endemisch. Deutschland gilt derzeit nicht als Endemiegebiet; hier ist die Erkrankung vor allem bei Reise- und Importhunden relevant. Eine dauerhafte einheimische Übertragung gilt in Deutschland derzeit nicht als belegt. Anders sieht es beim Hautwurm (D. repens) aus, der in Deutschland bereits vereinzelt vor Ort nachgewiesen wurde, etwa in der Region Berlin-Brandenburg bei Hunden, Stechmücken und einem Menschen.

Klar ist zugleich: Durch den Reiseverkehr, den Import von Hunden aus dem Süden und die Ausbreitung geeigneter, teils eingeschleppter Stechmückenarten beobachten Fachleute eine allmähliche Verschiebung nach Norden. Das Thema ist also besonders relevant, wenn du mit deinem Hund in ein Verbreitungsgebiet reist oder einen Tierschutzhund aus Südeuropa aufnimmst.

Symptome der Herzwurmerkrankung

Das Tückische an Herzwürmern ist der schleichende Verlauf. Solange nur Larven im Körper sind, zeigt dein Hund meist keine Beschwerden. Erst wenn die Würmer erwachsen sind und die Lungengefäße belasten, treten Symptome auf, oft erst Monate nach der Ansteckung. Typisch sind:

  • Anhaltender Husten
  • Schnelle Ermüdung und verminderte Leistungsfähigkeit
  • Atemnot, vor allem bei Belastung
  • Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust
  • Bei fortgeschrittener Belastung des rechten Herzens: Wasseransammlungen im Bauch (Aszites) oder Ödeme
Notfall Caval-Syndrom: Bei sehr starkem Befall können die Würmer den Blutfluss im rechten Herzen blockieren. Anzeichen sind plötzliche schwere Schwäche, Atemnot, blasse Schleimhäute, dunkel verfärbter Urin und Kreislaufkollaps. Das ist ein lebensbedrohlicher Notfall, bei dem dein Hund sofort in tierärztliche Behandlung gehört.

Diagnose und Testfenster nach der Reise

Am Anfang steht die Vorgeschichte: Ein Aufenthalt in einem Risikogebiet oder die Herkunft aus dem Süden ist ein wichtiger Hinweis. Zur Absicherung kombiniert die Tierärztin oder der Tierarzt mehrere Verfahren:

  • Antigentest: weist Bestandteile geschlechtsreifer weiblicher Würmer im Blut nach. Da nur erwachsene Würmer diese Antigene bilden, kann der Test in den ersten Monaten nach der Ansteckung noch negativ sein.
  • Mikrofilarien-Nachweis (z. B. Knott-Test): sucht die Larven direkt im Blut.
  • Röntgen und Herzultraschall: zeigen Veränderungen an Lungengefäßen und Herz und helfen, die Schwere des Befalls einzuschätzen.
Das Testfenster nach der Rückkehr: Weil die Würmer erst nach rund sechs Monaten nachweisbar sind, ist ein Test unmittelbar nach einem Mückenstich noch nicht aussagekräftig. Nach einer Reise in ein Risikogebiet oder nach dem Import eines Hundes sollte deshalb etwa sechs Monate später auf Herzwürmer getestet werden. Bei Tierschutzhunden aus dem Ausland ist eine zweifache Kontrolle sinnvoll: einmal kurz nach der Einreise und einmal rund ein halbes Jahr danach.

Behandlung und Risiken

Die Behandlung einer Herzwurmerkrankung ist aufwendig, läuft über mehrere Monate und gehört in erfahrene, am besten spezialisierte tierärztliche Hände. Sie unterscheidet sich grundlegend von einer gewöhnlichen Wurmkur. Das heute übliche Vorgehen orientiert sich an den Leitlinien der Fachgesellschaften und läuft gestuft ab:

  • Vorbereitung und Stabilisierung: Bewegungsruhe, dazu ein makrozyklisches Lakton und über mehrere Wochen das Antibiotikum Doxycyclin, das die für die Würmer wichtigen Wolbachien-Bakterien reduziert.
  • Abtöten der erwachsenen Würmer: mit dem Wirkstoff Melarsomin, meist in einem gestaffelten Injektionsschema, damit die Würmer nicht alle auf einmal absterben.
  • Strikte Bewegungsruhe vor, während und nach der Therapie. Das ist der wichtigste und oft unterschätzte Teil.

Warum die Ruhe so entscheidend ist: Wenn die Würmer absterben, werden ihre Reste mit dem Blut in feine Lungengefäße geschwemmt. Dort können sie Gefäße verstopfen und eine Lungenembolie oder heftige Entzündungsreaktionen auslösen. Jede starke Belastung erhöht den Blutfluss und damit das Risiko. Eine chirurgische Entfernung der Würmer kommt nur bei sehr schwerem Befall oder beim Caval-Syndrom infrage und ist selbst risikoreich. Die reine Slow-Kill-Methode, also nur makrozyklische Laktone über lange Zeit, gilt heute nicht mehr als empfohlene Standardbehandlung.

Die Heilungschancen hängen stark davon ab, wie früh die Erkrankung erkannt wird. Bei rechtzeitiger Diagnose und konsequenter Ruhe ist eine erfolgreiche Behandlung möglich. Bei weit fortgeschrittenem Befall mit Schäden an Lunge und Herz ist die Prognose deutlich schlechter.

Was die Behandlung kostet

Eine feste Zahl gibt es nicht, weil jede Tierarztrechnung nach der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) abgerechnet wird. Sie gibt für jede Leistung einen Rahmen vom einfachen bis zum dreifachen Satz vor. Bei einer Herzwurmbehandlung summieren sich vor allem diese Faktoren:

Kostenfaktor Was ihn beeinflusst
Diagnostik Antigentest, Mikrofilarien-Nachweis, Röntgen und Herzultraschall.
Medikamente Doxycyclin und makrozyklische Laktone über Wochen, dazu die Melarsomin-Injektionen.
Betreuung über Monate mehrstufiges Schema, engmaschige Kontrollen und Blutkontrollen.
Schwere des Befalls starker Befall, Komplikationen oder ein Caval-Syndrom mit Notfall- und ggf. chirurgischer Versorgung erhöhen den Aufwand deutlich.
Fazit Die Behandlung ist teuer und langwierig. Eine Prophylaxe auf Reisen ist um ein Vielfaches günstiger und sicherer.

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Ist ein Hund mit Herzwürmern ansteckend?

Nein, jedenfalls nicht direkt. Ein infizierter Hund kann einen anderen Hund oder dich nicht durch Kontakt, Lecken oder Zusammenleben anstecken. Die Übertragung funktioniert nur über den Umweg der Stechmücke. Ohne Mücke als Zwischenwirt gibt es keine Ansteckung.

Für den Menschen spielt der Herzwurm (D. immitis) nur eine sehr geringe Rolle. In seltenen Ausnahmefällen kann er als Fehlwirt betroffen sein, meist ohne ernste Folgen. Etwas mehr Bedeutung für den Menschen hat der oben erwähnte Hautwurm (D. repens). Auch hier gilt: Eine direkte Ansteckung von Tier zu Mensch ist nicht möglich, es braucht immer die Stechmücke.

Vorbeugung: Prophylaxe und Mückenschutz auf Reisen

Weil die Behandlung so aufwendig ist, ist Vorbeugung der klar bessere Weg. Wenn du mit deinem Hund in ein Risikogebiet reist, solltest du rechtzeitig mit deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt ein Schutzkonzept abstimmen. Bewährt hat sich die Kombination aus Prophylaxe und Mückenschutz:

  • Herzwurm-Prophylaxe: Wirkstoffe aus der Gruppe der makrozyklischen Laktone (z. B. Moxidectin, Milbemycinoxim, Ivermectin oder Selamectin) verhindern, dass sich aufgenommene Larven zu erwachsenen Würmern entwickeln. Zeitpunkt und Schema legt der Tierarzt fest.
  • Mückenschutz: ein repellierendes, also abschreckendes Mittel gegen Stechmücken einsetzen.
  • Den Hund in der Dämmerung und nachts möglichst drinnen halten und nicht im Freien schlafen lassen.
  • Mückenschutzgitter an Fenstern, im Wohnmobil oder im Wohnwagen nutzen.
  • Nach der Rückkehr an das Testfenster denken und rund sechs Monate später testen lassen.
Ehrlicher Tipp von hey malu.
Der sicherste Schutz ist unspektakulär: einen in Deutschland gehaltenen Hund möglichst gar nicht erst in ein Hochrisikogebiet mitnehmen. Ist die Reise fest geplant oder holst du einen Hund aus dem Süden, dann ist eine sauber abgestimmte Prophylaxe Pflicht, nicht Kür. Ein kurzes Vorgespräch mit der Tierarztpraxis spart dir im schlimmsten Fall eine monatelange, riskante Behandlung.

Was die Versicherung übernimmt

Herzwürmer zeigen, wie schnell aus einer Reise eine teure, langwierige Behandlung werden kann. Weil es dabei um Diagnostik und medikamentöse Therapie geht und nicht um eine Operation, greift die Hundekrankenversicherung. Je nach Tarif werden Diagnostik, Medikamente und Kontrollen ganz oder teilweise übernommen. Herzwürmer sind übrigens eine der typischen Mittelmeerkrankheiten, gemeinsam mit der Leishmaniose.

Wichtig und ehrlich: Ist eine Erkrankung erst einmal festgestellt, gilt sie bei einem später abgeschlossenen Vertrag als Vorerkrankung und ist dann meist ausgeschlossen. Sinnvoll ist eine Absicherung deshalb, solange dein Hund gesund ist, gerade wenn Reisen in den Süden geplant sind oder du einen Tierschutzhund aufnimmst. Wir bei hey malu. versichern dich nicht selbst. Als unabhängiger Vermittler vergleichen wir für dich die Tarife und finden den Schutz, der zu deinem Hund passt. Weitere Themen findest du in unserem Hunde-Ratgeber.

Häufige Fragen zu Herzwürmern beim Hund

Sind Herzwürmer beim Hund ansteckend?

Nicht direkt. Ein Hund kann andere Hunde oder Menschen nicht durch Kontakt anstecken. Die Übertragung läuft ausschließlich über den Stich einer Stechmücke, die zuvor einen infizierten Hund gestochen hat. Ohne Mücke als Zwischenwirt gibt es keine Ansteckung.

Wo stecken sich Hunde mit Herzwürmern an?

Vor allem im Mittelmeerraum sowie in Süd- und Osteuropa, etwa in Italien, Spanien, Portugal, Griechenland oder Ungarn. In Deutschland ist der Herzwurm bislang vor allem ein Reise- und Importthema und gilt nicht als dauerhaft heimisch etabliert.

Wie lange dauert es, bis ein Herzwurmtest anschlägt?

Etwa sechs Monate. So lange brauchen die Larven, um zu erwachsenen Würmern heranzureifen, die im Test nachweisbar sind. Ein Test direkt nach einem Mückenstich ist deshalb noch nicht aussagekräftig. Nach einer Reise oder einem Import sollte rund sechs Monate später getestet werden.

Sind Herzwürmer beim Hund heilbar?

Ja, bei rechtzeitiger Diagnose ist eine Behandlung möglich, meist mit dem Wirkstoff Melarsomin und begleitenden Medikamenten unter strikter Bewegungsruhe. Sie ist allerdings langwierig und nicht risikolos. Je weiter die Erkrankung fortgeschritten ist, desto schlechter die Prognose.

Kann ich Herzwürmern vorbeugen?

Ja. Für Reisen in Risikogebiete gibt es eine Prophylaxe mit makrozyklischen Laktonen, kombiniert mit gutem Mückenschutz. Das Schema stimmst du mit der Tierarztpraxis ab. Am sichersten ist es, einen hier gehaltenen Hund gar nicht erst in Hochrisikogebiete mitzunehmen.

Übernimmt die Hundekrankenversicherung die Behandlung?

Je nach Tarif werden Diagnostik, Medikamente und Kontrollen übernommen. Wichtig: Die Versicherung muss vor der Erkrankung abgeschlossen sein, bereits bestehende Erkrankungen sind in der Regel ausgeschlossen.

Illustrierter gesunder Hund vor petrolfarbener Fläche
HUNDEKRANKENVERSICHERUNG

Auf Reisen und danach gut abgesichert

Eine Herzwurmbehandlung zieht sich über Monate, mit Diagnostik, Medikamenten und engmaschigen Kontrollen. Weil es dabei um Behandlung geht und nicht um eine Operation, greift die Hundekrankenversicherung. Wir vergleichen für dich, welcher Tarif Diagnostik und Dauerbehandlung wirklich abdeckt und bis zu welchem GOT-Satz er erstattet, solange dein Hund noch gesund ist.