Zuletzt aktualisiert am 23. August 2026

Ehrlichiose ist eine durch Zecken übertragene bakterielle Infektion, die vor allem bei Hunden auftritt, die im Mittelmeerraum waren oder von dort stammen. Der Erreger Ehrlichia canis befällt weiße Blutkörperchen und kann in drei Phasen verlaufen. Früh erkannt ist die Prognose meist sehr gut, unbehandelt drohen im chronischen Stadium schwere Blutbildveränderungen. Hier erfährst du, wie du Ehrlichiose erkennst, wie sie behandelt wird und wie du deinen Hund davor schützt.

KURZER ÜBERBLICK

  • Erreger ist das Bakterium Ehrlichia canis, übertragen durch die Braune Hundezecke.
  • Die Erkrankung verläuft in drei Phasen: akut, subklinisch (ohne Symptome) und chronisch.
  • Typisch sind Fieber, Mattigkeit, geschwollene Lymphknoten und eine Blutungsneigung, etwa Nasenbluten.
  • Behandelt wird mit dem Antibiotikum Doxycyclin über mehrere Wochen. Früh behandelt ist die Prognose meist gut.
  • In Deutschland ist Ehrlichiose vor allem ein Reise- und Importthema. Der beste Schutz ist konsequente Zeckenabwehr.
Person untersucht einen gesunden Hund nach dem Spaziergang auf Zecken, illustriert

Was ist Ehrlichiose beim Hund?

Die canine monozytäre Ehrlichiose wird durch das Bakterium Ehrlichia canis ausgelöst, das zur Gruppe der Rickettsien gehört. Es lebt innerhalb der Zellen und befällt vor allem eine Art weißer Blutkörperchen, die Monozyten. Von dort breitet es sich im Körper aus und kann das Immunsystem und die Blutgerinnung stören.

Wichtig zur Einordnung: Ehrlichiose ist nicht dasselbe wie die Anaplasmose. Diese wird von einem anderen Erreger (Anaplasma phagocytophilum) und einer anderen Zecke (dem Gemeinen Holzbock) verursacht und kommt in Deutschland flächendeckend vor. Ehrlichiose dagegen ist hierzulande vor allem eine Reise- und Importkrankheit.

Übertragung und Verbreitung

Übertragen wird Ehrlichia canis durch den Stich der Braunen Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus). Diese Zecke ist im gesamten Mittelmeerraum verbreitet, etwa in Portugal, Spanien, Süd­frankreich, Italien, Griechenland, auf dem Balkan sowie in weiteren warmen Regionen. Ein Auslandsaufenthalt in diesen Gebieten gehört bei erkrankten Hunden fast immer zur Vorgeschichte.

In Deutschland erkranken vor allem Hunde, die im Süden Urlaub gemacht haben oder aus dem Ausland adoptiert wurden. Die Braune Hundezecke wird immer wieder eingeschleppt und kann in beheizten Wohnungen, Zwingern oder Tierheimen überleben. Eine flächendeckende Etablierung wie beim heimischen Holzbock gibt es hier aber nicht. Von Hund zu Hund oder direkt auf den Menschen ist Ehrlichiose im Alltag nicht ansteckend, die Übertragung läuft über die Zecke.

Die drei Verlaufsphasen

Der Verlauf gliedert sich klassisch in drei Phasen, die unterschiedlich stark ausgeprägt sein können.

1. Akute Phase

Etwa ein bis drei Wochen nach der Infektion beginnt die akute Phase, die einige Wochen dauert. Typisch sind Fieber, Mattigkeit, Appetitlosigkeit, geschwollene Lymphknoten und eine erste Blutungsneigung, etwa Nasenbluten. Im Blutbild fällt oft eine verminderte Zahl an Blutplättchen (Thrombozytopenie) auf. Viele Hunde erholen sich in dieser Phase äußerlich wieder.

2. Subklinische Phase

Danach folgt häufig eine stille Phase ohne sichtbare Symptome. Der Hund wirkt gesund, das Bakterium bleibt aber im Körper. Manche Hunde eliminieren den Erreger in dieser Zeit, bei anderen persistiert er über Monate oder sogar Jahre. Antikörper sind jetzt nachweisbar.

3. Chronische Phase

Wird der Erreger nicht eliminiert, kann die Erkrankung ins chronische Stadium übergehen. Hier drohen schwere Blutbildveränderungen bis zum Knochenmarksversagen, eine ausgeprägte Blutungsneigung, Blutarmut, Gewichtsverlust, Augenveränderungen sowie Schäden an Nieren, Gelenken und Nervensystem. Dieses Stadium ist am schwersten zu behandeln.

Symptome erkennen

Die Anzeichen sind oft unspezifisch und werden leicht mit anderen Erkrankungen verwechselt. Achte besonders auf:

  • Wiederkehrendes Fieber, Mattigkeit und Fressunlust.
  • Geschwollene Lymphknoten.
  • Nasenbluten, punktförmige Blutungen der Haut oder Schleimhäute, Blut im Urin.
  • Blasse Schleimhäute als Zeichen einer Blutarmut.
  • Augenprobleme, Lahmheiten oder neurologische Auffälligkeiten im weiteren Verlauf.
Schnell zum Tierarzt: Eine ausgeprägte Blutungsneigung ist ein Warnzeichen. Geh umgehend in die Praxis oder Klinik, wenn dein Hund

  • anhaltendes oder starkes Nasenbluten hat,
  • viele punktförmige Einblutungen an Haut oder Schleimhäuten zeigt,
  • Blut im Urin oder Kot hat,
  • sehr blass, schwach oder teilnahmslos wirkt.

Gerade nach einem Aufenthalt im Mittelmeerraum solltest du solche Zeichen ernst nehmen.

Diagnose beim Tierarzt

Weil die Symptome unklar sind, ist die Labordiagnostik entscheidend. Üblich sind:

  • Antikörpertest (Serologie): weist Antikörper gegen Ehrlichia nach. In der ganz frühen Phase kann er noch negativ sein, und er bleibt auch nach überstandener Infektion positiv.
  • PCR aus dem Blut: weist das Erbgut des Erregers direkt nach, besonders zuverlässig in der akuten Phase.
  • Blutbild: zeigt typische Veränderungen wie eine verminderte Zahl an Blutplättchen.

Da Reisehunde oft mehrere Erreger in sich tragen, wird häufig ein Kombitest auf weitere Zeckenkrankheiten wie Babesiose, Anaplasmose oder Borreliose gemacht. Ein vollständiges Reiseprofil hilft bei der Einordnung.

Behandlung

Therapie der Wahl ist das Antibiotikum Doxycyclin, das über mehrere Wochen (in der Regel rund vier Wochen) gegeben wird. Die genaue Dosierung und Dauer legt die Tierarztpraxis fest. Bei schweren Verläufen kommen unterstützende Maßnahmen dazu, etwa Infusionen oder bei starker Blutarmut eine Bluttransfusion. Je früher die Behandlung beginnt, desto besser sind die Aussichten.

Wichtig: Setz Medikamente nie eigenmächtig ein und brich eine begonnene Therapie nicht vorzeitig ab. Die Behandlung gehört in tierärztliche Hand, und Kontrolluntersuchungen zeigen, ob sie anschlägt.

Reisekrankheiten und ihre Behandlung können ins Geld gehen. Wir vergleichen für dich, welcher Schutz zu deinem Hund passt.

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Prognose und Lebenserwartung

Die Prognose hängt stark davon ab, wann die Ehrlichiose erkannt wird. Wird schon in der akuten Phase behandelt, bessern sich viele Hunde innerhalb weniger Tage, und die Aussicht auf ein normales, langes Hundeleben ist gut. Wird die Erkrankung dagegen erst im chronischen Stadium entdeckt, wenn das Knochenmark bereits schwer geschädigt ist, ist die Prognose deutlich ungünstiger, und der Verlauf kann trotz Therapie tödlich enden.

Deshalb gilt: Je früher Ehrlichiose erkannt und behandelt wird, desto besser stehen die Chancen. Ein Test nach dem Urlaub im Süden oder bei einem Hund aus dem Ausland kann sich lohnen.

Kosten und GOT

Tierärztliche Leistungen werden nach der Gebührenordnung für Tierärzte abgerechnet, kurz GOT. Sie legt für jede Leistung einen Rahmen fest, den die Praxis je nach Aufwand mit einem Faktor multipliziert. Bei Ehrlichiose fallen vor allem diese Positionen an:

Kostenfaktor Was dahintersteckt
Untersuchung und Beratung Allgemeine Untersuchung, Anamnese mit Reiseprofil, Kontrolltermine.
Labordiagnostik Antikörpertest, PCR, Blutbild, oft als Kombiprofil auf mehrere Reisekrankheiten.
Medikamente Antibiotische Therapie über mehrere Wochen, ggf. unterstützende Mittel.
Stationäre Versorgung Bei schweren Verläufen Infusionen, Überwachung, im Ernstfall eine Bluttransfusion.
Verlaufskontrollen Wiederholte Blutuntersuchungen, um den Therapieerfolg zu prüfen.

Konkrete Beträge hängen vom Einzelfall, vom GOT-Satz und vom Aufwand ab. Mehr dazu liest du in unserem Ratgeber zur Gebührenordnung für Tierärzte.

Vorbeugen und schützen

Es gibt keine Impfung gegen Ehrlichiose. Der wirksamste Schutz ist deshalb, Zeckenstiche zu vermeiden:

  • Zeckenschutz nutzen: vor Reisen in den Süden ein Mittel verwenden, das Zecken abwehrt oder abtötet, am besten mit der Tierarztpraxis abgestimmt.
  • Absuchen: deinen Hund während und nach Aufenthalten in Risikogebieten regelmäßig nach Zecken absuchen und diese zügig entfernen.
  • Reisevorsorge: vor einer Reise oder nach einem Import über passende Vorsorge und einen Test sprechen.

Mehr zum Thema findest du in unserem Ratgeber zu Zecken beim Hund. Auch andere Reisekrankheiten wie die Leishmaniose oder die Hepatozoonose werden über Stechmücken oder Zecken übertragen.

Ehrlicher Tipp von hey malu.
Wenn dein Hund im Süden war oder von dort stammt, nimm unklare Symptome wie wiederkehrendes Fieber, Mattigkeit oder Nasenbluten ernst und erwähne die Reise beim Tierarzt. Genau dieser Hinweis bringt die Diagnostik oft auf die richtige Spur, und je früher, desto besser die Prognose.

Was die Versicherung übernimmt

Diagnostik, Medikamente und eine mögliche stationäre Behandlung fallen unter die Hundekrankenversicherung. Je nach Tarif werden diese Leistungen ganz oder teilweise übernommen, bis zu einer vereinbarten Jahreshöchstgrenze und bis zu einem bestimmten GOT-Satz. Wichtig zu wissen: Bestehende Erkrankungen sind in der Regel ausgeschlossen. Deshalb lohnt es sich, den Schutz abzuschließen, solange dein Hund gesund ist.

Wir bei hey malu. versichern dich nicht selbst. Als unabhängiger Vermittler vergleichen wir für dich die Tarife und finden den Schutz, der wirklich zu deinem Hund passt. Weitere Themen findest du in unserem Hunde-Ratgeber.

Häufige Fragen zur Ehrlichiose beim Hund

Was ist Ehrlichiose beim Hund?

Eine durch Zecken übertragene bakterielle Infektion. Der Erreger Ehrlichia canis wird von der Braunen Hundezecke übertragen, befällt weiße Blutkörperchen und kommt vor allem im Mittelmeerraum vor. In Deutschland betrifft sie meist Reise- und Importhunde.

Welche Symptome hat Ehrlichiose?

In der akuten Phase Fieber, Mattigkeit, Appetitlosigkeit, geschwollene Lymphknoten und Nasenbluten. Danach oft eine symptomlose Phase. Im chronischen Stadium drohen schwere Blutungen, Blutarmut, Gewichtsverlust sowie Augen-, Nieren- und Nervenprobleme.

Wie ist die Lebenserwartung bei Ehrlichiose?

Wird früh, also in der akuten Phase behandelt, ist die Prognose meist sehr gut und der Hund kann ein normales Leben führen. Im chronischen Stadium mit schwerer Knochenmarkschädigung ist die Prognose ungünstiger, und der Verlauf kann trotz Therapie tödlich sein.

Wie wird Ehrlichiose behandelt?

Mit dem Antibiotikum Doxycyclin über mehrere Wochen, meist rund vier Wochen, dazu bei Bedarf unterstützende Maßnahmen wie Infusionen oder eine Bluttransfusion. Dosierung und Dauer legt die Tierarztpraxis fest. Je früher die Therapie beginnt, desto besser.

Kommt Ehrlichiose in Deutschland vor?

Vor allem als Reise- und Importkrankheit. Die Braune Hundezecke wird eingeschleppt und kann in beheizten Räumen überleben, eine flächendeckende Etablierung wie beim heimischen Holzbock gibt es aber nicht. Betroffen sind meist Hunde, die im Süden waren oder aus dem Ausland stammen.

Ist Ehrlichiose ansteckend?

Die Übertragung läuft über die Zecke. Von Hund zu Hund im Alltag oder direkt vom Hund auf den Menschen ist Ehrlichiose nicht ansteckend. In Endemiegebieten können sich Menschen theoretisch über einen Zeckenstich infizieren, das ist aber selten.

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