Zuletzt aktualisiert: 12. September 2026
Zecken sind mehr als nur lästig: Sie können beim Hund gefährliche Krankheiten übertragen, von Borreliose über Anaplasmose bis zur lebensbedrohlichen Babesiose, der sogenannten Hundemalaria. Die gute Nachricht: Das Risiko lässt sich deutlich senken, wenn du deinen Hund wirksam schützt und Zecken schnell entfernst. Ein Jahr Zeckenschutz kostet rund 55 bis 200 Euro, eine einzige Babesiose-Behandlung übersteigt das schnell. Aktiv sind Zecken vor allem im Frühjahr und im Herbst, an milden Wintertagen aber auch außerhalb der klassischen Saison. Hier erfährst du, welche Krankheiten drohen, wie du eine Zecke richtig entfernst und wie du vorbeugst.
- Zecken übertragen beim Hund Borreliose, Anaplasmose und die lebensbedrohliche Babesiose, dazu die Reisekrankheit Ehrlichiose und selten FSME.
- Borrelien brauchen 16 bis 24 Stunden am Hund, bevor sie übertragen werden. Schnelles Entfernen senkt das Risiko deshalb deutlich.
- Warnzeichen nach einem Stich: Fieber, Mattigkeit, Lahmheit oder blasse Schleimhäute. Dann zum Tierarzt.
- Zeckenschutz gibt es als Spot-on, Halsband oder Kautablette, zusammen rund 55 bis 200 Euro pro Jahr.
- Die Behandlung übernimmt eine Hundekrankenversicherung je nach Tarif, das Schutzmittel selbst meist nicht. Wir bei hey malu. vergleichen für dich.

Ratgeber-Inhalt
Welche Krankheiten übertragen Zecken?
Ein Zeckenstich selbst ist meist harmlos. Riskant wird es, wenn die Zecke beim Saugen Erreger überträgt. Nicht jeder Stich führt zu einer Infektion, aber wer die wichtigsten Krankheiten kennt, kann früh reagieren. Diese fünf solltest du kennen.
Borreliose
Borreliose, auch Lyme-Borreliose, wird durch Bakterien namens Borrelien ausgelöst und vor allem vom Gemeinen Holzbock übertragen. Nicht jede Zecke trägt den Erreger, der Anteil schwankt regional stark. Bis die Borrelien von der Zecke auf den Hund übergehen, muss sie mindestens 16 bis 24 Stunden saugen, weshalb schnelles Entfernen so wichtig ist. Auch wenn Erreger übertragen werden, erkrankt längst nicht jeder Hund sichtbar. Typische Anzeichen sind leichtes Fieber, Mattigkeit, geschwollene Lymphknoten sowie geschwollene Gelenke und dadurch Lahmheit, die von einem Bein zum anderen wechseln kann. Die Symptome treten teils erst Wochen bis Monate nach dem Stich auf. Behandelt wird mit einem Antibiotikum über mehrere Wochen, je früher, desto besser.
Anaplasmose
Anaplasmose wird durch das Bakterium Anaplasma phagocytophilum ausgelöst, ebenfalls über den Gemeinen Holzbock, und ist in Deutschland weit verbreitet. Viele Hunde stecken sich an, ohne krank zu werden. Zeigen sich Symptome, ähneln sie der Borreliose: Fieber, Mattigkeit, Schwäche und geschwollene Lymphknoten, dazu kann durch einen Mangel an Blutplättchen eine erhöhte Blutungsneigung mit kleinen Einblutungen in die Haut kommen. Auch hier helfen Antibiotika. Anders als bei der Borreliose gibt es keine Impfung, umso wichtiger ist der Zeckenschutz.
Babesiose (Hundemalaria)
Babesiose gilt als die gefürchtetste Zeckenkrankheit und wird umgangssprachlich Hundemalaria genannt. Auslöser sind Babesien, winzige Blutparasiten, die die roten Blutkörperchen des Hundes zerstören. Übertragen werden sie in Deutschland vor allem von der Auwaldzecke, die fachlich auch Wiesenzecke heißt, und die Krankheit breitet sich hierzulande zunehmend aus. Meist ein bis drei Wochen nach dem Stich treten hohes Fieber, Schwäche, blasse oder gelbliche Schleimhäute und ein rotbraun verfärbter Urin auf, in seltenen Fällen schon nach einem Tag. Unbehandelt verläuft die Babesiose oft schwer und endet nicht selten tödlich. Früh erkannt ist sie dagegen gut behandelbar, mit einem Medikament, das gezielt gegen Babesien wirkt. Bei diesen Anzeichen zählt jede Stunde.
Ehrlichiose
Ehrlichiose ist vor allem eine Reisekrankheit aus dem Mittelmeerraum und wird von der Braunen Hundezecke übertragen, die in Deutschland fast nur in Innenräumen vorkommt. Die Erreger können sich in Leber, Milz und Lymphknoten festsetzen, dadurch kann die Erkrankung chronisch werden und braucht eine entsprechend lange Behandlung.
FSME
FSME, die Frühsommer-Meningoenzephalitis, ist eine Viruserkrankung, die das Nervensystem angreifen kann. Beim Hund ist sie selten. Wenn sie auftritt, zeigen sich Fieber, erhöhte Schmerzempfindlichkeit, Verhaltensänderungen, ein unsicherer Gang und Koordinationsstörungen. Eine gezielte Behandlung gibt es nicht, nur die Linderung der Beschwerden. Eine Impfung für Hunde existiert nicht, deshalb ist auch hier der Schutz vor dem Stich der beste Weg.
Warnsignale: Wann muss der Hund zum Tierarzt?
Ein Zeckenstich selbst bleibt oft unbemerkt, und das Tückische an Zeckenkrankheiten ist, dass die Symptome erst mit Verzögerung auftreten, manchmal Wochen nach dem Stich. Beobachte deinen Hund nach einem Zeckenfund deshalb ein paar Wochen aufmerksam und notiere dir den Zeitpunkt. Diese Information hilft dem Tierarzt später bei der Diagnose. Achte auf diese Zeichen:
- Eine gerötete, geschwollene oder heiße Bissstelle.
- Fieber, Mattigkeit und Appetitlosigkeit in den Tagen bis Wochen nach dem Stich.
- Lahmheit, steife oder geschwollene Gelenke, das kann auf eine Borreliose hindeuten.
- Blasse oder gelbliche Schleimhäute, Schwäche und rötlich-brauner Urin.
Blasse Schleimhäute oder brauner Urin sind ein Notfall.
Diese Zeichen können auf eine Babesiose hindeuten, die unbehandelt oft tödlich verläuft. Fahr dann sofort in die Praxis oder zum Notdienst, besonders nach einer Reise in den Süden oder in Regionen mit Auwaldzecke. Je früher die Behandlung beginnt, desto besser die Prognose.
Wie entferne ich eine Zecke richtig?
Je schneller eine Zecke entfernt wird, desto geringer ist das Risiko, dass sie Erreger überträgt. So gehst du vor:
1. Werkzeug bereitlegen. Am besten eignen sich eine Zeckenzange, ein Zeckenhaken oder eine spitze Pinzette. Damit kommst du nah an die Haut heran.
2. Nah an der Haut ansetzen. Fasse die Zecke möglichst dicht über der Einstichstelle, direkt am Kopf, nicht am vollgesogenen Körper.
3. Gerade herausziehen. Ziehe die Zecke gleichmäßig und gerade heraus, nicht ruckartig. Nicht drehen, nicht quetschen und keinesfalls Öl, Alkohol, Klebstoff oder ähnliche Hausmittel darauf geben.
4. Stelle kontrollieren. Bleibt ein kleiner Rest stecken, ist das meist kein Notfall, denn oft handelt es sich nur um Teile des Stechapparats, nicht um den Kopf. Der Körper stößt den Rest in der Regel selbst ab. Beobachte die Stelle und geh bei einer Entzündung zum Tierarzt.
Suche deinen Hund deshalb nach jedem Spaziergang gründlich ab, auch am Halsband und Geschirr.
Was kostet Schutz und Behandlung?
Vorbeugen ist bei Zecken nicht nur sicherer, sondern meist auch deutlich günstiger als die Behandlung einer Erkrankung. Die Preise sind Richtwerte, sie hängen von der Größe des Hundes, vom Produkt und von der Region ab.
| Posten | Kosten (Richtwert) |
|---|---|
| Zeckenhalsband (mehrere Monate Schutz) | 20 bis 50 € |
| Spot-on (auf die Haut) | 10 bis 20 € pro Monat |
| Kautablette (verschreibungspflichtig) | 20 bis 40 € pro Monat |
| Zeckenschutz gesamt (pro Jahr) | 55 bis 200 € |
| Tierarzt und Labordiagnostik bei Verdacht | abhängig von Untersuchungsumfang und Labor |
| Antibiotikatherapie über mehrere Wochen (Borreliose, Anaplasmose) | abhängig von Wirkstoff, Körpergewicht und Behandlungsdauer |
| Babesiose-Behandlung (Medikament, Klinik, ggf. Bluttransfusion) | mehrere Hundert bis über 1.000 € |
Warum bei Diagnostik und Therapie keine feste Zahl steht: Tierärztinnen und Tierärzte rechnen nach der Gebührenordnung für Tierärzte ab. Sie gibt für jede Leistung einen Rahmen vom einfachen bis zum dreifachen Satz vor. Dieselbe Untersuchung kann deshalb je nach Aufwand, Tageszeit und Praxis sehr unterschiedlich ausfallen, seriöse Pauschalpreise gibt es dafür nicht. Bei einem schweren Verlauf mit Infusionen, Klinikaufenthalt und Nachsorge kann es zusätzlich deutlich teurer werden. Frag im Zweifel vorab in deiner Praxis nach einem Kostenvoranschlag.
Ein Zeckenschutz für rund 55 bis 200 Euro im Jahr ist damit eine kleine Investition gegen ein großes Risiko. Wie sich Gesundheitskosten in die Gesamtausgaben einordnen, zeigt unser Ratgeber Was kostet ein Hund?.
Was kostet guter Schutz für deinen Hund? Finde es in 2 Minuten heraus.
Wie schütze ich meinen Hund vor Zecken?
Kein Mittel schützt zu hundert Prozent, aber die Kombination aus einem geprüften Präparat und regelmäßigem Absuchen senkt das Risiko deutlich:
- Kautabletten: wirken von innen, sind wasserfest und geruchlos und halten je nach Wirkstoff vier bis zwölf Wochen. Sie sind verschreibungspflichtig und werden vom Tierarzt dosiert.
- Spot-on: wird in den Nacken geträufelt und verteilt sich über die Haut. Wirkt meist rund einen Monat, kann bei häufigem Wasserkontakt aber an Wirkung verlieren.
- Halsband: gibt den Wirkstoff über Wochen bis Monate ab, manche Produkte bis zu acht Monate, und wirkt oft abwehrend. Praktisch, weil es sich abnehmen lässt, aber nichts für Hunde, die viel schwimmen oder raufen.
- Absuchen: nach jedem Spaziergang, besonders an Kopf, Ohren, Hals, Achseln und Bauch. Wichtig: Absuchen allein reicht als Schutz nicht aus, weil festgesaugte Zecken oft erst Tage nach dem Stich gefunden werden. Es ergänzt ein Präparat, ersetzt es aber nicht.
- Impfung: möglich ist nur eine Impfung gegen Borreliose, ihr Nutzen ist nicht zweifelsfrei geklärt und sie ersetzt keinen Zeckenschutz. Gegen FSME, Anaplasmose und Babesiose gibt es keine für Hunde zugelassene Impfung.
Zecken sind vor allem im Frühjahr und im Herbst unterwegs, an milden Wintertagen aber ebenfalls aktiv, ein durchgehender Schutz ist deshalb sinnvoll. Auf befestigten Wegen zu bleiben und hohes Gras, Unterholz und Laub zu meiden, senkt das Risiko zusätzlich. Welches Mittel zu deinem Hund passt, besprichst du am besten mit dem Tierarzt, denn Alter, Größe, Vorerkrankungen, Schwimmfreude und Katzen im Haushalt spielen eine Rolle.
Ehrlicher Tipp von hey malu.
Der häufigste Fehler ist nicht das falsche Mittel, sondern eine vergessene Dosis. Stell dir eine feste Erinnerung, zum Beispiel am Monatsanfang oder alle zwölf Wochen, und plane die Vorsorge das ganze Jahr. Das gründliche Absuchen nach dem Spaziergang kostet nichts und gehört dazu, verlass dich aber nicht allein darauf. Und denk daran, dass eine schwere Zeckenkrankheit wie die Babesiose schnell teuer wird, gegen genau solche unvorhersehbaren Fälle sichert dich eine Krankenversicherung ab.
Zahlt die Versicherung Zeckenkrankheiten?
Erkrankt dein Hund an einer Zeckenkrankheit, kann eine Hundekrankenversicherung die Behandlungskosten je nach Tarif übernehmen, also Diagnostik, Medikamente, Infusionen und bei schweren Verläufen den Klinikaufenthalt. Wird ein operativer Eingriff nötig, greift eine Hunde-OP-Versicherung. Ein wichtiger Punkt: Das Zeckenschutzmittel selbst gilt als Vorsorge und wird meist nicht erstattet, nur einige Komplett-Tarife schließen Vorsorgeleistungen ein.
Achte beim Vergleich auf die Selbstbeteiligung, also den Anteil, den du im Schadenfall selbst trägst, auf den Erstattungssatz und eine mögliche Jahreshöchstgrenze, auf die Wartezeit und auf den abgedeckten GOT-Satz. Wir bei hey malu. versichern dich nicht selbst. Wir vergleichen für dich die passenden Tarife und finden den Schutz, der zu deinem Hund passt. Mehr dazu auf unserer Seite zur Hundekrankenversicherung. Ein weiterer teurer Notfall, den du kennen solltest, ist die Magendrehung beim Hund.
Häufige Fragen zu Zecken beim Hund
Welche Krankheiten übertragen Zecken auf Hunde?
Am wichtigsten sind Borreliose, Anaplasmose und die lebensbedrohliche Babesiose, dazu die Reisekrankheit Ehrlichiose und selten FSME. Borrelien werden erst nach 16 bis 24 Stunden Saugzeit übertragen.
Wie entferne ich eine Zecke beim Hund richtig?
Mit einer Zeckenzange möglichst nah an der Haut packen und gleichmäßig gerade herausziehen, ohne zu quetschen oder zu drehen. Verzichte auf Öl, Alkohol oder Klebstoff. Je schneller, desto geringer das Ansteckungsrisiko.
Muss ich sofort zum Tierarzt, wenn ich eine Zecke finde?
Nein. Eine einzelne Zecke kannst du in aller Ruhe selbst entfernen. Beobachte danach die Stichstelle und deinen Hund für einige Wochen. Erst wenn Symptome auftreten, ist ein Tierarztbesuch nötig.
Wann muss mein Hund nach einem Zeckenstich zum Tierarzt?
Bei Fieber, Mattigkeit, Lahmheit oder einer entzündeten Bissstelle in den Wochen nach dem Stich. Blasse Schleimhäute oder brauner Urin sind ein Notfall und deuten auf eine Babesiose hin.
Ab wann sind Zecken aktiv?
Schwerpunkt sind Frühjahr und Herbst. An milden Wintertagen sind Zecken aber ebenfalls unterwegs, weshalb ein durchgehender Schutz sinnvoll ist.
Welcher Zeckenschutz ist der beste?
Es gibt kein universell bestes Mittel. Für Wasserhunde eignen sich eher Kautabletten, für ruhigere Hunde oft ein Halsband oder Spot-on. Entscheidend sind Lebensweise und Verträglichkeit, sprich die Wahl mit deinem Tierarzt ab.
Kann mein Hund trotz Schutz Zecken bekommen?
Ja. Kein Mittel verhindert, dass Zecken ins Fell klettern. Viele Mittel töten die Zecke aber ab, bevor sie Erreger übertragen kann. Regelmäßiges Absuchen bleibt trotzdem wichtig.
Was kostet Zeckenschutz beim Hund?
Ein Jahr Zeckenschutz kostet je nach Mittel und Hundegröße rund 55 bis 200 Euro. Die Behandlung einer Zeckenkrankheit ist meist deutlich teurer, eine Babesiose kann mehrere Hundert bis über tausend Euro kosten.
Zahlt die Hundekrankenversicherung Zeckenkrankheiten?
Die Behandlung übernimmt sie je nach Tarif. Das Zeckenschutzmittel selbst gilt als Vorsorge und wird meist nicht erstattet, nur manche Komplett-Tarife schließen Vorsorge ein.
Gegen böse Überraschungen abgesichert
Ein Zeckenstich kann harmlos bleiben oder eine teure Erkrankung auslösen. Gerade eine Babesiose mit Klinikaufenthalt geht schnell ins Geld. Mit einer Hundekrankenversicherung musst du im Ernstfall nicht zwischen Behandlung und Geld abwägen. Wir bei hey malu. vergleichen die Tarife für dich.