Mauke ist eine entzündliche Hauterkrankung in der Fesselbeuge des Pferdes, auch Fesselekzem genannt. Sie ist eine der häufigsten Hauterkrankungen beim Pferd und tritt vor allem in nassen, matschigen Jahreszeiten auf. Mauke hat fast nie nur eine Ursache, sie ist multifaktoriell. Und sie ist tückisch: Sie beginnt harmlos, wird aber schnell schmerzhaft, ist oft hartnäckig und neigt zu Rückfällen. Deshalb gilt: früh erkennen, konsequent behandeln und im Zweifel den Tierarzt holen.
- Mauke ist eine entzündliche Hautentzündung der Fesselbeuge, meist an den Hinterbeinen.
- Auslöser ist fast immer ein Zusammenspiel: aufgeweichte Haut durch Nässe und Matsch, in die dann Bakterien, Pilze oder Milben eindringen.
- Besonders anfällig sind Pferde mit dichtem Fesselbehang wie Kaltblüter, Tinker und Friesen sowie Pferde mit weißen Beinen.
- Unbehandelt kann Mauke chronisch werden (Warzenmauke) und zu Schwellungen, Lahmheit und Folgeerkrankungen führen.
- Weil hartnäckige Verläufe über Wochen Tierarzt, Diagnostik und Medikamente brauchen, lohnt sich eine Pferdekrankenversicherung, solange das Pferd noch gesund ist.

Ratgeber-Inhalt
Was ist Mauke?
Mauke ist eine entzündliche Hauterkrankung im Bereich der Fesselbeuge, also der empfindlichen Hautfalte auf der Rückseite der Fessel. Am häufigsten sind die Hinterbeine betroffen. Fachlich heißt sie Fesselekzem, Fesselbeugenekzem oder Dermatitis superficialis. Mauke ist keine einzelne Krankheit mit einer Ursache, sondern ein Symptomkomplex, meist eine Mischinfektion, die aus dem Zusammenspiel mehrerer Faktoren entsteht.
Eng verwandt ist die Raspe: Sie sitzt eher weiter oben am Bein, wirkt trockener und stärker verhornt. Mauke und Raspe hängen häufig zusammen und haben ähnliche Auslöser. Wichtig ist vor allem eines: Mauke sieht am Anfang oft harmlos aus, kann aber schnell schmerzhaft werden und ist bekannt dafür, hartnäckig zu sein und immer wiederzukommen.
Ursachen und Risikofaktoren
Der Grundmechanismus ist fast immer gleich: Dauerhafte Nässe, Matsch oder reibende Einstreu weichen die empfindliche Haut in der Fesselbeuge auf, es entstehen kleine Risse, und durch diese dringen Krankheitserreger ein. Zu den häufigsten Erregern gehören Bakterien wie Staphylokokken und Dermatophilus congolensis, dazu Hefen und Pilze sowie Milben, vor allem die Chorioptes-Milbe.
Ob ein Pferd erkrankt, hängt von mehreren Risikofaktoren ab. Besonders anfällig sind Pferde mit dichtem Fesselbehang wie Kaltblüter, Tinker, Friesen, Shire Horses und Clydesdales, weil der Behang Feuchtigkeit und Schmutz in der Fesselbeuge hält. Auch Pferde mit weißen, unpigmentierten Beinen und ältere Pferde erkranken häufiger. Dazu kommen matschige Paddocks, schlechte Stallhygiene, ein geschwächtes Immunsystem, unpassende Gamaschen und eine unausgewogene Fütterung. Auch Stoffwechselerkrankungen können die Hautbarriere schwächen und Mauke begünstigen, darunter das Cushing-Syndrom, EMS, Leberprobleme oder ein Zinkmangel. Bei wiederkehrender Mauke lohnt es sich deshalb, nach einer solchen Grundursache zu suchen.
Symptome und Stadien
Mauke entwickelt sich in Stufen. Je früher du eingreifst, desto einfacher ist die Behandlung.
Mildes Stadium: Gerötete, schuppige Haut, Haarausfall und Juckreiz, die Haut ist aber noch weitgehend intakt. Diese Anzeichen werden oft mit trockener Haut verwechselt und übersehen.
Nässendes Stadium: Es bilden sich Knötchen und Bläschen, die aufplatzen und nässen, darüber entstehen Krusten und Schorf mit Wundsekret. Die Stellen werden schmerzhaft.
Schweres Stadium: Dicke, festsitzende Krusten, deutliche Schwellung, teils übler Geruch und Lahmheit. Jetzt ist der Tierarzt zwingend nötig.
Chronisches Stadium (Warzenmauke): Warzenartige, wuchernde Hautveränderungen und wildes Fleisch, die Haut ist dauerhaft verändert. Die Behandlung ist langwierig.
Bleibt Mauke unbehandelt, drohen Folgeerkrankungen: eine Phlegmone mit dickem, entzündetem Bein (Einschuss), ein chronisch progressives Lymphödem (CPL) mit dauerhaft gestörtem Lymphabfluss oder in seltenen, extremen Fällen eine Blutvergiftung.
- Die Haut in der Fesselbeuge nässt, ist stark verkrustet oder schmerzt beim Berühren.
- Die betroffene Stelle breitet sich aus oder es kommt eine Schwellung und Wärme dazu.
- Dein Pferd lahmt oder hat Fieber.
- Die Mauke kommt immer wieder oder du hast den Verdacht auf Milben.
Wie wird Mauke diagnostiziert?
Die typischen Krusten in der Fesselbeuge erkennt ein erfahrener Pferde-Tierarzt meist auf den ersten Blick. Für die richtige Behandlung ist aber entscheidend, welche Erreger im Spiel sind. Deshalb gehören zur Diagnose die Anamnese (der bisherige Verlauf), die klinische Untersuchung und je nach Fall weitere Schritte wie ein Abstrich, ein Hautgeschabsel zum Milbennachweis, eine Fell- oder Kulturprobe oder in unklaren Fällen eine Biopsie. Ein Abstrich mit Resistenztest im Labor hilft, gezielt zu behandeln und Resistenzen zu vermeiden, gerade bei hartnäckigen Verläufen.
Behandlung: was hilft?
Ein Wundermittel gegen Mauke gibt es nicht. Erfolgreich ist die Behandlung nur, wenn zwei Dinge zusammenkommen: die Ursachen abstellen und die Haut gezielt versorgen. Das Grundprinzip lautet trocken halten, sauber halten, Keime bekämpfen, und das mit Konsequenz.
Praktisch heißt das: Krusten vorsichtig aufweichen, zum Beispiel mit warmem Wasser, statt sie gewaltsam abzukratzen. Die Stellen mit einer milden, antiseptischen Waschlösung reinigen und danach gründlich abtrocknen, gerade in den Hautfalten und unter dem Behang. Anschließend eine dünne Schicht einer desinfizierenden, antibakteriellen Salbe auftragen, etwa auf Zinkbasis. Den Fesselbehang kürzt man am besten, damit die Haut trocknen kann, ohne ihn komplett abzurasieren, weil das die Haarwurzeln reizt. Je nach Erreger verordnet der Tierarzt gezielt Mittel: Antibiotika bei Bakterien, Antimykotika bei Pilzen, Antiparasitika bei Milben. Schwere Fälle brauchen manchmal eine systemische Behandlung und Salbenverbände.
Leichte Formen heilen mit konsequenter Pflege oft in wenigen Wochen ab, schwere können Monate brauchen. Geduld und Dranbleiben sind entscheidend, denn die Rückfallquote ist hoch.
Was kostet die Behandlung?
Wie teuer Mauke wird, hängt stark vom Stadium ab. Tierärzte rechnen nach der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) ab, je nach Aufwand vom einfachen bis zum vierfachen Satz. Ein früh erkannter, milder Fall ist überschaubar, ein hartnäckiger oder chronischer Verlauf mit Labor, Medikamenten und wiederholten Kontrollen summiert sich über Wochen deutlich.
| Situation | Was dabei anfällt |
|---|---|
| Frühes, mildes Stadium | Oft mit konsequenter Pflege und trockener Haltung beherrschbar, geringe Kosten |
| Nässendes Stadium | Tierärztliche Untersuchung und lokale Therapie mit Waschlösungen, Salben und Verbänden |
| Schweres Stadium oder unklare Ursache | Zusätzlich Labordiagnostik (Abstrich, Resistenztest) und systemische Antibiotika oder Antimykotika |
| Chronisch oder wiederkehrend (Warzenmauke) | Langwierige Behandlung über Wochen bis Monate mit wiederholten Kontrollen, die Kosten summieren sich |
Eine Pferdekrankenversicherung übernimmt je nach Tarif und Erstattungssatz einen Teil dieser Kosten. Weil bei Mauke kaum Operationen anfallen, sondern vor allem Untersuchungen, Diagnostik und Medikamente, greift eine reine OP-Versicherung hier meist nicht, ein Krankenvollschutz dagegen schon.
Hartnäckige Mauke bedeutet Tierarzt, Diagnostik und Medikamente über Wochen. Eine passende Absicherung fängt das ab.
Vorsorge: So beugst du Mauke vor
Vorbeugen ist bei Mauke deutlich einfacher als behandeln, gerade bei Risiko-Rassen sollte es zur Routine gehören. Am wichtigsten ist ein trockenes, sauberes Umfeld: Einstreu regelmäßig wechseln, matschige Paddocks meiden oder mit Paddockplatten und Kies befestigen. Trockne die Beine nach dem Reiten oder nach Nässe mit einem sauberen Handtuch ab, föhne sie aber nicht, denn das ist zu heiß für die Haut. Kontrolliere die Fesselbeugen beim Putzen regelmäßig, schiebe dazu den Behang zur Seite, und kürze ihn bei Bedarf. Achte auf saubere, atmungsaktive Ausrüstung und eine ausgewogene Fütterung mit ausreichend Zink, Selen und Kupfer, die das Immunsystem und die Hautbarriere unterstützt.
Die größte Falle bei Mauke ist Abwarten. Weil die erste Rötung so harmlos aussieht, wird oft wochenlang mit Hausmitteln herumprobiert, bis es richtig wehtut. Nimm die frühen Zeichen ernst, halte die Fesselbeuge konsequent trocken und sauber, und hol bei nässenden oder schmerzhaften Stellen früh den Tierarzt. Und wenn dein Pferd immer wieder Mauke bekommt: Denk an eine Grundursache wie Milben oder eine Stoffwechselerkrankung, statt nur die Haut zu behandeln.
Mauke und Versicherung
Ein einzelner, früh behandelter Maukefall ist selten ein finanzielles Drama. Zum Thema wird es, wenn die Mauke hartnäckig ist oder immer wiederkommt, dann fallen über Wochen und Monate Untersuchungen, Labordiagnostik, Medikamente und Kontrolltermine an. Genau hier hilft eine Pferdekrankenversicherung als Krankenvollschutz, die je nach Tarif Behandlung, Diagnostik und Medikamente anteilig übernimmt. Eine reine OP-Versicherung passt für Mauke dagegen meist nicht, weil kaum Operationen anfallen.
Wichtig und ehrlich gesagt: Ist die Mauke bei Vertragsabschluss schon bekannt oder bereits chronisch, gilt sie in der Regel als Vorerkrankung und ist ausgeschlossen. Deshalb lohnt es sich, ein Pferd früh und gesund abzusichern. Achte beim Vergleich auf Jahreshöchstgrenze, Erstattungssatz, Selbstbeteiligung (den Anteil, den du je Rechnung selbst trägst) und Wartezeiten (die Frist nach Vertragsbeginn, in der noch nicht geleistet wird).
Wir bei hey malu. sind dein Spezialist für Tierversicherungen und vergleichen für dich, wir sind selbst kein Versicherer. Schau dir unsere Pferdekrankenversicherung an, lass dich in einer persönlichen Beratung unterstützen oder stöbere in weiteren Themen im Pferde-Ratgeber.
Häufige Fragen zu Mauke beim Pferd
Was ist die Hauptursache von Mauke?
Mauke ist multifaktoriell. Meist weicht dauerhafte Nässe die Haut in der Fesselbeuge auf, sodass kleine Risse entstehen, durch die Bakterien, Pilze oder Milben eindringen. Pferde mit dichtem Fesselbehang und weißen Beinen sind besonders anfällig.
Ist Mauke ansteckend?
Mauke selbst gilt in der Regel nicht als ansteckend. Bestimmte Auslöser wie Milben können aber über gemeinsam genutztes Putzzeug, Decken oder Gamaschen von Pferd zu Pferd übertragen werden. Wenn im Stall mehrere Pferde betroffen sind, sollte der Tierarzt Proben nehmen.
Wann muss der Tierarzt ran?
Spätestens, wenn die Mauke nässt, schmerzt, sich ausbreitet, mit Schwellung, Lahmheit oder Fieber einhergeht oder immer wiederkommt. Auch bei Verdacht auf Milben. Grundsätzlich gilt: lieber früh abklären, denn früh behandelt ist Mauke deutlich einfacher in den Griff zu bekommen.
Was sollte ich bei Mauke auf keinen Fall tun?
Verwende keine luftdichten Salben wie Melkfett, Vaseline oder Babycreme, sie dichten die Haut ab und fördern Bakterien. Rasiere den Fesselbehang nicht komplett ab, kratze Krusten nicht gewaltsam weg und lege im akuten Stadium keine Gamaschen oder Bandagen an.
Zahlt die Pferdekrankenversicherung bei Mauke?
Ein Krankenvollschutz übernimmt je nach Tarif einen Teil der Kosten für Untersuchung, Diagnostik und Medikamente, sofern die Mauke bei Abschluss noch nicht bekannt war. Eine bereits bestehende oder chronische Mauke gilt als Vorerkrankung und ist meist ausgeschlossen, deshalb lohnt ein früher Abschluss.

Sichere dein Pferd ab, bevor die Haut zum Dauerthema wird
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