Das Equine Cushing-Syndrom, fachlich PPID (Pituitary Pars Intermedia Dysfunction), ist die häufigste Hormonerkrankung älterer Pferde. Etwa jedes fünfte Pferd über 15 Jahre ist betroffen. Auslöser ist eine Funktionsstörung der Hirnanhangdrüse, das typischste Zeichen ist ein langes, oft lockiges Fell, das im Sommer nicht abgeworfen wird. Cushing ist nicht heilbar, aber gut behandelbar. Das Medikament kostet dauerhaft etwa 60 bis 120 Euro im Monat, dazu kommen Diagnose und regelmäßige Kontrollen.
- PPID betrifft vor allem ältere Pferde, das auffälligste Zeichen ist ein langes, lockiges Fell, das nicht rechtzeitig abgeworfen wird.
- Eine der wichtigsten Folgen ist die Hufrehe, oft ist sie sogar das erste ernste Symptom.
- Cushing ist nicht heilbar, mit dem Wirkstoff Pergolid (Prascend) aber meist gut einzustellen. Behandelt wird lebenslang.
- Die laufenden Kosten für Medikament und Kontrollen summieren sich pro Jahr schnell auf mehrere Hundert bis über 1.000 Euro.
- Wir bei hey malu. versichern dich nicht selbst, wir vergleichen für dich Pferdekranken-Tarife, die chronische Erkrankungen mit abdecken.

Ratgeber-Inhalt
Was ist das Equine Cushing-Syndrom (PPID)?
Beim Cushing-Syndrom liegt eine hormonelle Störung in der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) vor, genauer in deren Mittellappen, der Pars intermedia. Mit dem Alter gehen dort Nervenzellen zugrunde, die den Botenstoff Dopamin bilden. Dopamin bremst normalerweise die Hormonausschüttung. Fehlt diese Bremse, schüttet die Drüse dauerhaft zu viel des Hormons ACTH aus, das wiederum die Nebennieren anregt, ständig das Stresshormon Cortisol zu produzieren. Dieser Cortisolüberschuss bringt den gesamten Stoffwechsel durcheinander und verursacht die typischen Symptome.
Weil die Ursache in der Hypophyse und nicht wie beim Menschen in der Nebenniere liegt, hat sich fachlich der Begriff PPID (Pituitary Pars Intermedia Dysfunction) durchgesetzt. Im Stallalltag bleibt es meist bei „Cushing“, gemeint ist dieselbe Erkrankung. Betroffen sind vor allem Pferde und Ponys ab etwa 15 Jahren, hier ist rund jedes fünfte Tier erkrankt, mit steigendem Alter nimmt der Anteil weiter zu. In Einzelfällen tritt Cushing schon ab etwa 7 Jahren auf.
Symptome: Woran du Cushing erkennst
Cushing entwickelt sich schleichend, und viele Anzeichen wirken zunächst wie normale Alterserscheinungen. Das macht die Früherkennung schwer. Diese Symptome sind typisch:
Langes, lockiges Fell (Hirsutismus): Das deutlichste Zeichen. Der Fellwechsel verzögert sich oder bleibt aus, das Fell wird lang, oft gelockt und wird selbst im Sommer nicht abgeworfen. Damit einher geht häufig starkes Schwitzen.
Muskelabbau und veränderte Silhouette: Vor allem an der Oberlinie baut das Pferd Muskeln ab, es zeigen sich ein Senkrücken und ein Hängebauch.
Vermehrter Durst und Harnabsatz: Betroffene Pferde trinken auffällig viel und urinieren entsprechend häufig.
Fettpolster an ungewöhnlichen Stellen: Zum Beispiel über den Augen, am Mähnenkamm oder am Schweifansatz.
Geschwächtes Immunsystem: Häufige Infekte, schlecht heilende Wunden, wiederkehrende Hufabszesse und Zahnprobleme.
Hufrehe: Eine schmerzhafte Entzündung im Huf, oft die schwerwiegendste Folge und manchmal das erste auffällige Symptom überhaupt.
- Der Fellwechsel im Frühjahr verzögert sich oder bleibt aus, das Fell wirkt lang und gelockt.
- Dein Pferd baut trotz gleicher Fütterung sichtbar Muskeln an der Oberlinie ab.
- Es trinkt und uriniert deutlich mehr als früher oder schwitzt ungewöhnlich stark.
- Es hat häufiger Infekte, schlecht heilende Wunden oder wiederkehrende Hufabszesse.
- Es zeigt Anzeichen von Hufrehe wie einen klammen, vorsichtigen Gang oder Wärme im Huf.
Cushing und Hufrehe: die gefährliche Verbindung
Cushing und Hufrehe hängen eng zusammen. Etwa ein Drittel der PPID-Pferde hat zusätzlich eine gestörte Insulinregulation, und diese erhöht das Risiko für Hufrehe deutlich. Nicht selten wird Cushing überhaupt erst nach einem Hufreheschub entdeckt, wenn der Tierarzt nach der Ursache sucht und den ACTH-Wert bestimmt.
Diagnose: der ACTH-Test
Gesichert wird Cushing über eine Blutuntersuchung. Der Tierarzt bestimmt den ACTH-Wert, meist als Basalwert aus einer einzelnen Blutprobe. Wichtig ist dabei die Jahreszeit: Der ACTH-Spiegel steigt im Herbst auch bei gesunden Pferden physiologisch an, deshalb arbeiten Tierärzte mit saisonal angepassten Referenzwerten. Als besonders aussagekräftig gelten die Monate August bis Oktober, weil der Unterschied zwischen kranken und gesunden Pferden dann am größten ist.
Liegt der Wert im Grenzbereich oder bleibt der Befund unklar, kann ein TRH-Stimulationstest weiterhelfen. Dabei wird der ACTH-Wert vor und nach Gabe eines anregenden Medikaments gemessen. Weil ein erheblicher Teil der Cushing-Pferde zusätzlich eine gestörte Insulinregulation hat, wird oft empfohlen, den Insulinstatus gleich mit abzuklären, das hilft, das Hufrehe-Risiko besser einzuschätzen. Ein einzelner Grenzwert allein sollte nicht überbewertet werden, im Zweifel bespricht der Tierarzt eine Kontrolle.
Behandlung: Pergolid (Prascend) und gutes Management
Cushing ist nicht heilbar, die zugrunde liegende Funktionsstörung bleibt bestehen. Gut behandelbar ist die Erkrankung trotzdem. In Deutschland ist dafür ein Medikament zugelassen: Prascend mit dem Wirkstoff Pergolid, einem Dopamin-Ersatz. Pergolid gleicht den fehlenden Botenstoff aus, senkt die ACTH-Produktion und bringt die typischen Symptome zum Abklingen. Das Medikament wird als Tablette einmal täglich gegeben, in der Regel lebenslang, denn ein Absetzen führt zum Rückfall.
Begonnen wird mit einer niedrigen Dosis, die langsam gesteigert wird, um Nebenwirkungen wie Appetitlosigkeit, Müdigkeit oder Koliken zu vermeiden. Eine Verbesserung der Hormonwerte zeigt sich meist nach vier bis sechs Wochen, sichtbare Erfolge wie ein normaler Fellwechsel oder mehr Energie brauchen einige Monate. Der Tierarzt kontrolliert die Einstellung mindestens einmal im Jahr, idealerweise im Herbst, und passt die Dosis bei Bedarf an.
Genauso wichtig ist das Management: eine zucker- und stärkearme Fütterung, ein begrenzter Weidegang gerade auf zuckerreichen Weiden, regelmäßige und gleichmäßige Bewegung gegen Muskelabbau und Übergewicht sowie eine gute Fell-, Huf- und Zahnpflege. Bei starkem Schwitzen unter dem langen Fell hilft im Sommer oft ein Scheren. Gut eingestellt können viele Pferde mit der Diagnose noch zehn Jahre und länger bei guter Lebensqualität leben. Bleibt Cushing unbehandelt, verschlechtert sich der Zustand dagegen fortlaufend.
Was kostet die Behandlung?
Bei Cushing ist nicht die einzelne Untersuchung teuer, sondern die Dauerbehandlung über Jahre. Die folgenden Werte sind Orientierungsgrößen und können je nach Region, Pferd, Dosierung und Aufwand abweichen.
| Leistung | Typische Kosten (Orientierung) |
|---|---|
| ACTH-Basaltest (Blutprobe inklusive Labor) | ca. 35 bis 90 € |
| TRH-Stimulationstest (bei unklarem Befund) | ca. 150 bis 250 € |
| Pergolid (Prascend), lebenslang, je nach Dosierung | ca. 60 bis 120 € pro Monat |
| Jährliche ACTH-Kontrolle zur Einstellung | ca. 60 € und mehr |
| Folgekosten bei Hufrehe (Schmied, Behandlung) | individuell, oft mehrere Hundert € |
| Laufende Kosten pro Jahr (Medikament und Kontrollen) | schnell mehrere Hundert bis über 1.000 € |
Über die verbleibende Lebenszeit eines älteren Pferdes summiert sich das erheblich, gerade wenn Folgeerkrankungen wie Hufrehe dazukommen. Genau diese dauerhaften, planbaren Kosten sind der Grund, warum sich beim Thema Cushing der Blick auf die Absicherung besonders lohnt.
Chronische Erkrankungen wie Cushing verursachen über Jahre laufende Kosten. Eine passende Absicherung fängt das ab.
Vorsorge und Management
Cushing lässt sich nicht sicher verhindern, es ist zu einem großen Teil eine Alterserscheinung. Du kannst aber viel dafür tun, es früh zu erkennen und Folgeschäden zu begrenzen. Am wichtigsten sind ein gesundes Gewicht und eine zucker- und stärkearme Fütterung, denn Übergewicht und Insulinprobleme verstärken das Hufrehe-Risiko. Regelmäßige, gleichmäßige Bewegung erhält Muskulatur und Stoffwechsel. Eine ruhige, stressarme Haltung entlastet zusätzlich, weil Stress den Cortisolspiegel weiter treibt.
Ab etwa 15 Jahren lohnt sich ein jährlicher Gesundheitscheck, bei Auffälligkeiten inklusive ACTH-Test. Behalte Fell, Hufe und Zähne im Blick, und reagiere früh, wenn der Fellwechsel nicht rund läuft oder die Oberlinie abbaut. Je früher Cushing erkannt und eingestellt wird, desto besser lassen sich teure Folgen wie ein Hufreheschub vermeiden.
Wenn dein älteres Pferd im Frühjahr sein Winterfell spät oder nur unvollständig abwirft oder trotz gleicher Fütterung an der Oberlinie abbaut, lass den ACTH-Wert testen, am besten zwischen August und Oktober. Cushing früh erkannt lässt sich meist gut einstellen, und du ersparst deinem Pferd die schmerzhaften Folgeschäden, allen voran die Hufrehe.
Cushing-Pferd versichern: Pferdekrankenversicherung
Weil Cushing chronisch ist und lebenslang behandelt wird, sind es die laufenden Kosten, die ins Gewicht fallen, Medikament, regelmäßige ACTH-Kontrollen und die Behandlung von Folgeerkrankungen. Eine Pferdekrankenversicherung als Krankenvollschutz kann diese Ausgaben abfedern und übernimmt je nach Tarif auch Diagnostik und teils Vorsorgeuntersuchungen, mit denen sich Cushing früh erkennen lässt.
Zwei Dinge sind hier besonders wichtig und ehrlich zu benennen. Erstens: Nicht jeder Tarif übernimmt ein Dauermedikament wie Pergolid und die wiederkehrenden ACTH-Tests unbegrenzt. Achte deshalb gezielt auf die Bedingungen für chronische Erkrankungen, auf Jahreshöchstgrenze, Erstattungssatz, Selbstbeteiligung (den Anteil, den du je Rechnung selbst trägst) und Wartezeiten (die Frist nach Vertragsbeginn, in der noch nicht geleistet wird). Zweitens: Sobald Cushing diagnostiziert ist, gilt es als Vorerkrankung und ist bei einem späteren Abschluss in der Regel ausgeschlossen. Deshalb lohnt es sich, ein Pferd früh und gesund abzusichern, statt erst dann, wenn die Diagnose schon steht.
Wir bei hey malu. sind dein Spezialist für Tierversicherungen und vergleichen für dich, wir sind selbst kein Versicherer. Schau dir dazu unsere Pferdekrankenversicherung an, lass dich in einer persönlichen Beratung unterstützen oder stöbere in weiteren Themen im Pferde-Ratgeber.
Häufige Fragen zu Cushing beim Pferd
Ist Cushing beim Pferd heilbar?
Nein. Die zugrunde liegende Funktionsstörung der Hirnanhangdrüse bleibt bestehen. Mit dem Wirkstoff Pergolid und einem guten Management lässt sich Cushing aber meist gut kontrollieren, und viele Pferde leben nach der Diagnose noch zehn Jahre und länger mit guter Lebensqualität.
Wie viel kostet die Cushing-Behandlung im Monat?
Das Medikament Pergolid (Prascend) kostet je nach Dosierung etwa 60 bis 120 Euro pro Monat und muss dauerhaft gegeben werden. Dazu kommen die Diagnose (ACTH-Test ab rund 35 bis 90 Euro) und mindestens eine jährliche Kontrolle. In der Summe kommen pro Jahr schnell mehrere Hundert bis über 1.000 Euro zusammen.
Woran erkenne ich Cushing bei meinem Pferd?
Das deutlichste Zeichen ist ein langes, oft lockiges Fell, das im Sommer nicht abgeworfen wird. Dazu kommen Muskelabbau an der Oberlinie, starkes Schwitzen, vermehrtes Trinken und Urinieren, häufige Infekte und im schlimmsten Fall Hufrehe. Weil sich das schleichend entwickelt, lohnt bei älteren Pferden ein aufmerksamer Blick.
Wann sollte man auf Cushing testen?
Sobald typische Anzeichen auftreten, vor allem bei Pferden im mittleren bis höheren Alter. Der ACTH-Test ist von August bis Oktober am aussagekräftigsten, weil der Unterschied zwischen kranken und gesunden Pferden dann am größten ist. Den genauen Zeitpunkt und Test legt der Tierarzt fest.
Zahlt die Pferdekrankenversicherung bei Cushing?
Wenn du einen Krankenvollschutz abschließt, bevor Cushing diagnostiziert ist, kann er je nach Tarif Medikament, Kontrollen und Behandlungen übernehmen. Wichtig ist, auf die Bedingungen für chronische Erkrankungen zu achten. Nach der Diagnose gilt Cushing als Vorerkrankung und ist meist ausgeschlossen, deshalb lohnt ein früher Abschluss.

Sichere dein Pferd ab, bevor eine Diagnose es teuer macht
Cushing und andere chronische Erkrankungen verursachen über Jahre laufende Kosten. Wir vergleichen für dich die passenden Pferdekranken-Tarife und beraten dich persönlich, wenn du magst.