Zuletzt aktualisiert am 23. August 2026

Beim Cushing-Syndrom produziert der Körper deines Hundes dauerhaft zu viel Cortisol, ein wichtiges Stresshormon. Typisch sind starker Durst, Heißhunger, ein Hängebauch (Stammfettsucht) und symmetrischer Haarausfall. Die Erkrankung trifft vor allem ältere Hunde und lässt sich meist nicht heilen, aber gut behandeln. Hier erfährst du, welche Formen es gibt, wie du Cushing erkennst und wie die Langzeittherapie aussieht.

KURZER ÜBERBLICK

  • Cushing bedeutet einen dauerhaften Überschuss des Hormons Cortisol im Körper.
  • Es gibt drei Formen: hypophysär (am häufigsten), durch einen Nebennierentumor und durch langfristige Kortisongabe.
  • Typisch sind viel Trinken und Urinieren, Heißhunger, Hängebauch und symmetrischer Haarausfall.
  • Die Diagnose braucht mehrere Tests, ein Einzelwert reicht nicht.
  • Die häufigste Form wird meist dauerhaft mit Medikamenten behandelt, mit regelmäßigen Kontrollen.
Person umsorgt einen ruhigen älteren Hund und reicht Wasser, illustriert

Was ist Cushing beim Hund?

Cortisol ist ein lebenswichtiges Hormon, das der Körper in den Nebennieren bildet. Es mobilisiert Energie, dämpft Entzündungen und hilft dem Körper, mit Stress umzugehen. Gesteuert wird die Produktion über das Hormon ACTH aus der Hirnanhangdrüse (Hypophyse). Beim Cushing-Syndrom, fachlich Hyperadrenokortizismus, ist dieser Regelkreis gestört, und der Körper produziert dauerhaft zu viel Cortisol. Dieser Dauerüberschuss wirkt auf viele Organe und erklärt das typische Bild. Betroffen sind meist Hunde im mittleren bis höheren Alter.

Die drei Formen

Für die Behandlung ist entscheidend, welche Ursache hinter dem Cortisolüberschuss steckt:

So unterscheiden sich die Formen:

  • Hypophysäres Cushing (Morbus Cushing): die häufigste Form mit etwa 80 bis 85 Prozent. Ein meist gutartiger kleiner Tumor der Hirnanhangdrüse schüttet zu viel ACTH aus, das beide Nebennieren zu einer übermäßigen Cortisolproduktion antreibt.
  • Adrenales Cushing (Nebennierentumor): etwa 15 bis 20 Prozent. Ein Tumor an einer Nebenniere produziert eigenständig Cortisol, unabhängig vom ACTH. Etwa die Hälfte dieser Tumoren ist bösartig. Größere Rassen sind hier häufiger betroffen.
  • Iatrogenes (durch Behandlung ausgelöstes) Cushing: entsteht durch eine langfristige oder hoch dosierte Gabe von Kortison, zum Beispiel bei Allergien oder Autoimmunerkrankungen. Die Ursache liegt also außerhalb des Körpers, das Bild ähnelt aber den anderen Formen.

Symptome und Erscheinungsbild

Das Cushing-Syndrom entwickelt sich meist schleichend. Achte auf diese typischen Zeichen:

  • Deutlich vermehrtes Trinken und Urinieren.
  • Gesteigerter Appetit bis zum Heißhunger.
  • Hängebauch (Stammfettsucht): ein dicker, herabhängender Bauch bei gleichzeitig eher schlanken Gliedmaßen und Muskelabbau, vor allem an der Hinterhand.
  • Fell- und Hautveränderungen: symmetrischer Haarausfall an beiden Körperseiten, dünne, schlaffe Haut, schlechte Wundheilung und wiederkehrende Hautinfektionen.
  • Vermehrtes Hecheln und nachlassende Aktivität.
Wichtig: Gerade bei älteren Hunden werden diese Zeichen leicht als normales Altern abgetan. Wenn dein Hund auffallend viel trinkt, einen Hängebauch entwickelt und symmetrisch Fell verliert, lohnt sich eine gezielte tierärztliche Abklärung. Bei Fell- und Hautthemen hilft auch unser Ratgeber zu Hauterkrankungen beim Hund.

Diagnose beim Tierarzt

Cushing lässt sich nicht mit einem einzelnen Blutwert feststellen. Die Tierarztpraxis kombiniert das klinische Bild mit einer Blutuntersuchung und speziellen Funktionstests, zum Beispiel einem ACTH-Stimulationstest oder einem niedrig dosierten Dexamethason-Suppressionstest. Ein Ultraschall der Nebennieren hilft, die hypophysäre von der adrenalen Form zu unterscheiden. Erst die Gesamtheit der Befunde ergibt ein sicheres Bild, deshalb sind oft mehrere Tests nötig.

Behandlung und Langzeittherapie

Die Therapie richtet sich nach der Form:

  • Hypophysäres Cushing: meist eine dauerhafte, oft lebenslange medikamentöse Behandlung mit einem Wirkstoff, der die Cortisolbildung senkt (üblich ist Trilostan). Viele Hunde bessern sich beim Trinken und Hecheln schon nach ein bis zwei Wochen, Fell und Bauchform brauchen meist mehrere Monate.
  • Adrenales Cushing: Bei geeigneter Lage kann der Nebennierentumor operativ entfernt werden. Bei bösartigen Tumoren kommt teils eine Bestrahlung dazu, alternativ ist auch eine medikamentöse Behandlung möglich.
  • Iatrogenes Cushing: Das auslösende Kortison-Präparat wird in tierärztlicher Absprache langsam ausgeschlichen, niemals abrupt abgesetzt.
Engmaschig kontrollieren: Die Medikamente müssen individuell eingestellt und regelmäßig über Bluttests überwacht werden. Wird die Cortisolproduktion zu stark gesenkt, drohen Beschwerden wie starke Schwäche, Erbrechen und Durchfall. Ändere die Dosis nie eigenmächtig und stelle deinen Hund bei solchen Zeichen umgehend vor.

Eine dauerhafte Behandlung verursacht laufende Kosten. Wir vergleichen für dich, welcher Schutz zu deinem Hund passt.

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Cushing bei Hund und Pferd

Auch Pferde können an einem Cushing-Syndrom erkranken, es handelt sich dabei aber um eine andere, eigenständige Erkrankung mit einem anderen typischen Bild, etwa Fellwechselstörungen und einem erhöhten Risiko für Hufrehe. Die beiden sollten also nicht in einen Topf geworfen werden. Wenn du dich für die Pferdevariante interessierst, findest du die Details in unserem Ratgeber zu Cushing beim Pferd.

Kosten und GOT

Tierärztliche Leistungen werden nach der Gebührenordnung für Tierärzte abgerechnet, kurz GOT. Cushing verursacht vor allem Diagnostik- und laufende Behandlungskosten:

Kostenfaktor Was dahintersteckt
Diagnostik Blutuntersuchung, Funktionstests und Ultraschall, oft mehrfach.
Dauermedikation Bei der häufigsten Form meist eine lebenslange Gabe von Medikamenten.
Verlaufskontrollen Regelmäßige Kontrolltests, um die Dosis richtig einzustellen.
Operation Bei einem Nebennierentumor gegebenenfalls ein Eingriff, teils mit Bestrahlung.
Begleitbehandlung Zum Beispiel bei wiederkehrenden Hautinfektionen.

Über die Jahre summieren sich vor allem die Dauermedikation und die Kontrollen. Mehr zur Abrechnung liest du in unserem Ratgeber zur Gebührenordnung für Tierärzte.

Ehrlicher Tipp von hey malu.
Wenn dein älterer Hund plötzlich literweise trinkt, ständig Hunger hat und einen runden Bauch bekommt, ist das kein normales Altern, sondern ein Grund für einen Check. Je früher Cushing erkannt wird, desto besser lässt es sich einstellen, und desto eher fühlt sich dein Hund wieder wohl.

Was die Versicherung übernimmt

Diagnostik, Dauermedikation, Kontrollen und ein möglicher Eingriff fallen unter die Hundekrankenversicherung. Je nach Tarif werden diese Leistungen ganz oder teilweise übernommen, bis zu einer vereinbarten Jahreshöchstgrenze und einem bestimmten GOT-Satz. Weil Cushing eine chronische, dauerhaft behandlungsbedürftige Erkrankung ist und bestehende Erkrankungen meist ausgeschlossen sind, lohnt sich der Abschluss, solange dein Hund gesund ist.

Wir bei hey malu. versichern dich nicht selbst. Als unabhängiger Vermittler vergleichen wir für dich die Tarife und finden den Schutz, der zu deinem Hund passt. Weitere Themen findest du in unserem Hunde-Ratgeber.

Häufige Fragen zu Cushing beim Hund

Was ist das Cushing-Syndrom beim Hund?

Beim Cushing-Syndrom produziert der Körper dauerhaft zu viel vom Hormon Cortisol. Das wirkt auf viele Organe und führt zum typischen Bild mit viel Trinken, Heißhunger, Hängebauch und Fellverlust. Es gibt drei Formen, die unterschiedlich behandelt werden.

Welche Symptome hat Cushing beim Hund?

Typisch sind stark vermehrtes Trinken und Urinieren, gesteigerter Appetit, ein Hängebauch (Stammfettsucht) mit Muskelabbau, symmetrischer Haarausfall, dünne Haut und vermehrtes Hecheln. Die Symptome entwickeln sich meist schleichend.

Was ist der Unterschied zwischen hypophysärem und adrenalem Cushing?

Beim hypophysären Cushing sitzt ein meist gutartiger Tumor in der Hirnanhangdrüse und treibt über zu viel ACTH beide Nebennieren an. Das ist mit rund 80 bis 85 Prozent die häufigste Form. Beim adrenalen Cushing produziert ein Tumor direkt an einer Nebenniere eigenständig Cortisol.

Wie wird Cushing beim Hund diagnostiziert?

Nicht über einen einzelnen Wert, sondern über eine Kombination aus klinischem Bild, Blutuntersuchung und speziellen Funktionstests wie dem ACTH-Stimulationstest oder dem Dexamethason-Suppressionstest, ergänzt durch einen Ultraschall der Nebennieren.

Wie wird Cushing behandelt?

Die häufigste Form wird meist dauerhaft mit einem Medikament behandelt, das die Cortisolbildung senkt (üblich ist Trilostan), mit regelmäßigen Kontrollen. Ein Nebennierentumor kann operiert werden, und iatrogenes Cushing wird durch schrittweises Ausschleichen des Kortisons behandelt.

Ist Cushing beim Hund heilbar?

Meist ist Cushing nicht heilbar, aber gut behandelbar. Eine gute medikamentöse Einstellung lindert die Symptome deutlich und verbessert die Lebensqualität. Nur bei einem operabel entfernbaren Nebennierentumor ist manchmal eine Heilung möglich.

Illustrierter gesunder Hund vor petrolfarbener Fläche
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