Zuletzt aktualisiert am 23. August 2026

Staupe ist eine hochansteckende, oft lebensbedrohliche Viruserkrankung beim Hund. Sie befällt gleichzeitig Atemwege, Magen-Darm-Trakt, Haut und Nervensystem. Eine ursächliche Behandlung gibt es nicht, aber die gute Nachricht ist klar: Die Impfung schützt zuverlässig und macht Staupe praktisch vermeidbar. Hier erfährst du, wie du Staupe erkennst, welche Verlaufsformen es gibt, warum die Impfung so entscheidend ist und worauf du bei Hunden aus dem Ausland achten solltest.

KURZER ÜBERBLICK

  • Staupe wird durch das Canine Staupevirus (CDV) ausgelöst und ist hochansteckend.
  • Übertragen wird es durch Kontakt mit infizierten Tieren, deren Sekreten und über Tröpfchen.
  • Es gibt vier Verlaufsformen, die auch kombiniert auftreten: Atemwege, Magen-Darm, Nerven und Haut.
  • Eine ursächliche Therapie gibt es nicht, nur eine unterstützende Behandlung der Symptome.
  • Die Staupe-Impfung ist eine Kernimpfung und der wichtigste Schutz, besonders für Welpen.
Person hält schützend einen gesunden Welpen im Arm, illustriert

Was ist Staupe beim Hund?

Staupe ist eine weltweit verbreitete, hochansteckende Viruserkrankung von Hunden und anderen Fleischfressern. Weil das Virus mehrere Organsysteme gleichzeitig befallen kann, ist das Krankheitsbild sehr vielfältig. Gerade bei ungeimpften Welpen und jungen Hunden verläuft Staupe häufig schwer und oft tödlich. In Deutschland ist die klassische Staupe dank der flächendeckenden Impfung selten geworden, verschwunden ist sie aber nicht.

Erreger und Übertragung

Auslöser ist das Canine Staupevirus (Canine Distemper Virus, CDV), ein Virus aus der Familie der Paramyxoviren, das eng mit dem menschlichen Masernvirus verwandt ist. Übertragen wird es vor allem durch:

  • Direkten Kontakt zu infizierten Tieren, die das Virus auch ausscheiden können, ohne selbst krank zu wirken.
  • Tröpfcheninfektion beim Husten und Niesen.
  • Sekrete und Ausscheidungen wie Speichel, Nasensekret, Kot und Urin.

Außerhalb des Körpers ist das Virus wenig widerstandsfähig und wird durch Sonnenlicht, Hitze und gängige Desinfektionsmittel rasch zerstört. Deshalb spielt die indirekte Übertragung eine kleinere Rolle. Wichtig ist das Wildtierreservoir: Auch Füchse, Marder und Waschbären können das Virus tragen, weshalb es sich nicht vollständig ausrotten lässt.

Symptome und Verlaufsformen

Die ersten Anzeichen ähneln oft einer harmlosen Erkältung: leichtes, teils schubweises Fieber und wässriger Nasenausfluss. Das macht Staupe tückisch. Je nach betroffenem Organsystem unterscheidet man vier Verlaufsformen, die auch gemeinsam auftreten können:

Verlaufsform Typische Anzeichen
Atemwege Fieber, Nasen- und Augenausfluss (erst wässrig, später eitrig), Husten, Atembeschwerden bis zur Lungenentzündung.
Magen-Darm Erbrechen, Durchfall, Appetitlosigkeit und in der Folge Austrocknung.
Nervensystem Krämpfe, epileptische Anfälle, Lähmungen, Koordinationsstörungen und Berührungsempfindlichkeit.
Haut Hautentzündungen sowie eine starke Verhornung von Nasenspiegel und Pfotenballen, die sogenannte Hartballenkrankheit.

Bei Welpen, die sich während der Zahnentwicklung infizieren, können bleibende Zahnschmelzdefekte zurückbleiben.

Sofort in die Tierarztpraxis: Staupe ist ein Notfall. Wenn dein Hund, besonders ein ungeimpfter Welpe, Fieber, Augen- und Nasenausfluss zeigt, apathisch wird oder Magen-Darm- oder neurologische Symptome entwickelt, wende dich umgehend an die Tierarztpraxis. Je früher die Behandlung beginnt, desto besser sind die Überlebenschancen. Melde dich am besten vorab telefonisch an, weil Staupe hochansteckend für andere Hunde ist.

Neurologische Spätfolgen

Das Staupevirus kann die Blut-Hirn-Schranke überwinden und das zentrale Nervensystem befallen. Neurologische Symptome treten manchmal erst Wochen bis Monate nach der akuten Phase auf. Typisch und bekannt ist der sogenannte Staupe-Tick, ein wiederholtes rhythmisches Zucken bestimmter Muskelgruppen. Auch Anfälle, Lähmungen oder Koordinationsstörungen können bleiben. Selbst Hunde, die die akute Erkrankung überstehen, tragen deshalb nicht selten dauerhafte neurologische Schäden davon. Das ist einer der Gründe, warum Vorbeugung so wichtig ist.

Diagnose und Behandlung

Den Verdacht stellt die Tierarztpraxis anhand von Alter, Impfstatus, Vorbericht und der typischen Kombination von Symptomen. Gesichert wird er über Labortests wie einen Virusnachweis (PCR) aus Abstrichen oder Proben. Wichtig ist die Abgrenzung zu anderen Erkrankungen mit ähnlichen Zeichen, etwa Zwingerhusten bei der Atemwegsform.

Gegen das Virus selbst gibt es kein Medikament. Die Behandlung ist daher rein unterstützend und richtet sich gegen die Symptome: Flüssigkeitstherapie, Antibiotika gegen bakterielle Sekundärinfektionen, Medikamente gegen Krämpfe und eine gute Pflege. Das Immunsystem des Hundes muss den Erreger selbst bekämpfen. Genau deshalb ist die Impfung so entscheidend.

Eine Staupe-Behandlung ist intensiv und langwierig. Wir vergleichen für dich, welcher Schutz zu deinem Hund passt.

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Impfung als wichtigster Schutz

Die Staupe-Impfung ist der zuverlässigste Schutz und macht die Erkrankung praktisch vermeidbar. Sie zählt laut der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) am Friedrich-Loeffler-Institut zu den Kernimpfungen, also zu den Impfungen, die jeder Hund erhalten sollte, unabhängig von den Haltungsbedingungen.

Gängiges Impfschema für Welpen:

  • Grundimmunisierung im Alter von etwa 8, 12 und 16 Wochen.
  • Eine Auffrischung mit rund 15 Monaten schließt die Grundimmunisierung ab.
  • Danach folgen Auffrischungen in der Regel alle drei Jahre.

Die mehrfachen Impfungen im Welpenalter sind nötig, weil die von der Mutter übertragenen Antikörper die Impfung anfangs stören können. Das genaue Schema legt die Tierarztpraxis individuell fest.

Hunde aus dem Ausland

Auch wenn Staupe in Deutschland selten geworden ist, bleibt das Virus in einigen Regionen und Situationen präsent, etwa bei Hunden aus dem Auslandstierschutz aus Süd- und Osteuropa, in Zwingerhaltungen oder über das Wildtierreservoir. Bei einem Hund mit unklarem Impfstatus solltest du den Impfschutz deshalb frühzeitig mit der Tierarztpraxis klären. Wenn du einen Hund aus dem Ausland aufnimmst, lohnt sich generell ein Blick auf den Gesundheits- und Impfstatus, oft auch im Hinblick auf Reisekrankheiten wie die Leishmaniose. Diese Einordnung ersetzt keine Diagnose, sondern soll dich für das Thema sensibilisieren.

Kosten und GOT

Tierärztliche Leistungen werden nach der Gebührenordnung für Tierärzte abgerechnet, kurz GOT. Bei Staupe entstehen Kosten vor allem durch Diagnostik und eine oft intensive, langwierige Behandlung:

Kostenfaktor Was dahintersteckt
Diagnostik Untersuchung und Labornachweis, etwa per PCR.
Stationäre Behandlung Flüssigkeitstherapie und Überwachung, teils über mehrere Tage.
Medikamente Gegen Sekundärinfektionen und zur Kontrolle von Krämpfen.
Nachsorge Behandlung möglicher Spätfolgen.
Vorsorge Die Impfung als planbare, vergleichsweise geringe Ausgabe.

Mehr zur Abrechnung liest du in unserem Ratgeber zur Gebührenordnung für Tierärzte.

Ehrlicher Tipp von hey malu.
Bei Staupe ist Vorbeugung alles. Die Impfung ist im Vergleich zu einer Behandlung günstig und schützt zuverlässig vor einer Erkrankung, die man nicht ursächlich behandeln kann. Prüfe gerade bei Welpen und bei Hunden aus dem Ausland früh den Impfstatus, statt zu hoffen, dass schon nichts passiert.

Was die Versicherung übernimmt

Die oft intensive Behandlung einer Staupe fällt unter die Hundekrankenversicherung. Je nach Tarif werden Diagnostik, stationäre Behandlung und Medikamente ganz oder teilweise übernommen, bis zu einer vereinbarten Jahreshöchstgrenze und einem bestimmten GOT-Satz. Manche Tarife beteiligen sich zudem an Vorsorgeleistungen wie Impfungen. Weil bestehende Erkrankungen meist ausgeschlossen sind, lohnt sich der Abschluss, solange dein Hund gesund ist.

Wir bei hey malu. versichern dich nicht selbst. Als unabhängiger Vermittler vergleichen wir für dich die Tarife und finden den Schutz, der zu deinem Hund passt. Weitere Themen findest du in unserem Hunde-Ratgeber.

Häufige Fragen zu Staupe beim Hund

Was ist Staupe beim Hund?

Staupe ist eine hochansteckende Viruserkrankung, ausgelöst durch das Canine Staupevirus (CDV). Sie befällt gleichzeitig Atemwege, Magen-Darm-Trakt, Haut und Nervensystem und verläuft besonders bei ungeimpften Welpen häufig schwer und oft tödlich.

Wie wird Staupe übertragen?

Vor allem durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren, über Tröpfchen beim Husten und Niesen sowie über Sekrete und Ausscheidungen wie Speichel, Kot und Urin. Auch Wildtiere wie Füchse und Marder können das Virus tragen.

Welche Symptome hat Staupe?

Am Anfang oft Fieber und wässriger Nasenausfluss, ähnlich einer Erkältung. Je nach Verlaufsform kommen Husten und Atemnot, Erbrechen und Durchfall, Hautveränderungen mit verhornten Ballen oder neurologische Zeichen wie Krämpfe und Lähmungen dazu. Mischformen sind möglich.

Ist Staupe heilbar?

Gegen das Virus selbst gibt es kein Medikament. Die Behandlung ist unterstützend und lindert die Symptome, während das Immunsystem den Erreger bekämpfen muss. Deshalb ist die Prognose ernst, und die Impfung ist der wichtigste Schutz.

Wie schützt die Impfung vor Staupe?

Die Staupe-Impfung ist eine Kernimpfung. Welpen erhalten meist eine Grundimmunisierung mit etwa 8, 12 und 16 Wochen sowie eine Auffrischung mit rund 15 Monaten, danach folgen Auffrischungen in der Regel alle drei Jahre. Das genaue Schema legt die Tierarztpraxis fest.

Kann Staupe neurologische Spätfolgen hinterlassen?

Ja. Auch Hunde, die die akute Phase überstehen, können bleibende neurologische Schäden davontragen. Bekannt ist der Staupe-Tick, ein wiederholtes Zucken von Muskelgruppen. Auch Anfälle oder Lähmungen können zurückbleiben.

Illustrierter gesunder junger Hund vor petrolfarbener Fläche
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Im Ernstfall gut abgesichert

Eine Staupe-Behandlung ist intensiv und langwierig. Wir vergleichen für dich, welcher Tarif Diagnostik und Behandlung abdeckt und bis zu welchem GOT-Satz er erstattet, solange dein Hund gesund ist.