Zuletzt aktualisiert am 10. Juli 2026

Das Sommerekzem ist eine allergische Hauterkrankung, bei der das Pferd überempfindlich auf den Speichel stechender Insekten reagiert, vor allem auf den der Gnitzen und Kriebelmücken. Die Folge ist starker Juckreiz an Mähne, Schweif und Bauch. Es ist die häufigste allergische Hauterkrankung beim Pferd, nicht heilbar, aber gut in den Griff zu bekommen. Besonders betroffen sind Islandpferde und Friesen. Die laufenden Kosten liegen je nach Schwere bei rund 200 bis 800 Euro pro Saison.

KURZER ÜBERBLICK

  • Sommerekzem ist eine allergische Reaktion auf den Speichel von Gnitzen und Kriebelmücken.
  • Typisch sind starker Juckreiz und Scheuern an Mähnenkamm, Schweifrübe und Bauch.
  • Nordische Rassen wie Islandpferde und Friesen sind besonders anfällig.
  • Heilbar ist es nicht, mit Ekzemerdecke, Insektenschutz und Pflege lässt es sich aber gut managen.
  • Wichtig: Eine Pferdekrankenversicherung schließt Sommerekzem oft aus, sobald es diagnostiziert ist, also am besten früh absichern.
Person versorgt ein Pferd mit Ekzemerdecke gegen Sommerekzem auf der Koppel
Eine gut sitzende Ekzemerdecke ist die wirksamste Schutzmaßnahme gegen die Auslöser.

Was ist Sommerekzem?

Das Sommerekzem, auch Sweet Itch oder Sommerräude genannt, ist eine allergische Hauterkrankung und die häufigste Allergie beim Pferd. Beim Stich stechender Insekten gelangt deren eiweißhaltiger Speichel in die Haut. Bei allergischen Pferden reagiert das Immunsystem darauf über und löst eine überschießende Entzündungsreaktion mit starkem Juckreiz aus. Hauptauslöser sind Gnitzen der Gattung Culicoides und Kriebelmücken, daneben auch Stechmücken, Bremsen und Wadenstecher.

Diese Insekten sind vor allem in der Dämmerung und am frühen Morgen aktiv, bevorzugt in der Nähe von Gewässern und Waldrändern. Das Ekzem tritt in der warmen Jahreszeit auf und kehrt Jahr für Jahr wieder. Heilbar ist die Allergie nicht, mit den richtigen Maßnahmen lässt sich vielen Pferden aber ein weitgehend beschwerdefreier Sommer ermöglichen.

Woran erkennst du Sommerekzem?

Das Leitsymptom ist quälender Juckreiz. Betroffene Pferde scheuern sich an Bäumen, Zäunen und Boxenwänden, oft genau an den Stellen, die sie selbst schlecht erreichen. Typisch betroffen sind Mähnenkamm, Schweifrübe und die Bauchnaht, später auch Widerrist, Kruppe, Kopf und Ohren. Durch das ständige Scheuern gehen Haare verloren, die Haut wird schuppig und krustig, und es können offene, nässende Wunden entstehen, die sich zusätzlich mit Bakterien infizieren.

Zeig dein Pferd dem Tierarzt, wenn es:

sich in der warmen Jahreszeit auffällig oft scheuert, an Mähne, Schweif oder Bauch kahle oder verkrustete Stellen bekommt, unruhig und gereizt wirkt, oder wenn sich die Haut entzündet und nässt. Je früher du gegensteuerst, desto weniger schlimm wird die Saison. Wichtig ist auch, andere Ursachen für Juckreiz sicher auszuschließen.

Welche Pferde sind besonders gefährdet?

Grundsätzlich kann jedes Pferd ein Sommerekzem entwickeln, doch die Veranlagung ist teils erblich. Besonders anfällig sind nordische Rassen, allen voran das Islandpferd, außerdem Friesen, Shetland- und Welshponys sowie Fjordpferde. Bei importierten Islandpferden ist das Risiko am höchsten: In Island gibt es die auslösenden Gnitzen nicht, das Immunsystem der Tiere kennt die Erreger also nicht und reagiert nach dem Import besonders heftig.

Warum das Immunsystem bei manchen Pferden überreagiert und bei anderen nicht, ist noch nicht vollständig geklärt. Als begünstigende Faktoren gelten unter anderem ein geschwächtes Immunsystem, Stress, Übergewicht und die Lage der Weide. Windige, hoch gelegene Koppeln bieten den Mücken schlechten Lebensraum, feuchte Standorte in Wassernähe dagegen ideale Bedingungen.

Wie wird es diagnostiziert?

Für den Tierarzt ist das Sommerekzem meist gut zu erkennen, weil typische Stellen betroffen sind und die Beschwerden saisonal auftreten. Wichtig ist trotzdem, andere Ursachen für den Juckreiz auszuschließen, etwa Milben, Räude, Haarlinge, Pilzerkrankungen oder Wurmbefall. Dazu können eine Hautuntersuchung und eine Blutuntersuchung gehören. Inzwischen gibt es auch Allergietests, die das Sommerekzem zuverlässig bestätigen können.

Was kosten Schutz und Behandlung?

Die Kosten setzen sich aus einmaligen Anschaffungen und laufenden Ausgaben zusammen. Wie hoch sie am Ende ausfallen, hängt stark von der Schwere ab. Die folgenden Werte sind Richtwerte.

Posten Ungefähre Kosten
Ekzemerdecke (Ganzkörper, mit Hals und Bauchlatz) 70 bis 150 Euro
Repellents, Sprays, Salben (pro Saison) 50 bis 150 Euro
Tierarzt bei akutem Schub (Kortison, Pflege) 50 bis 200 Euro
Hyposensibilisierung (Allergiebehandlung, langwierig) mehrere Hundert Euro
Laufende Kosten bei chronischem Verlauf pro Saison ca. 200 bis 800 Euro

Weil das Ekzem jedes Jahr wiederkommt, laufen diese Kosten Saison für Saison weiter. Bei schweren Verläufen mit offenen Wunden, Sekundärinfektionen oder aufwendiger Allergiebehandlung kann es deutlich teurer werden.

Sommerekzem ist chronisch. Was in einem Sommer überschaubar wirkt, summiert sich über die Jahre.

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So hilfst du deinem Pferd

Weil sich die Allergie nicht heilen lässt, geht es darum, die Stiche zu vermeiden und die Haut zu pflegen. Am wirksamsten ist eine Kombination mehrerer Bausteine:

Insektenschutz: Die wichtigste Maßnahme ist eine gut sitzende, engmaschige Ekzemerdecke, die Hals, Rücken und Bauch abdeckt, dazu eine Fliegenmaske. Ergänzend helfen Repellents, Sprays oder Spot-on-Präparate.
Haltung: Stell dein Pferd in der Dämmerung und nachts in den Stall, wenn die Mücken am aktivsten sind. Windige, höher gelegene Koppeln und Abstand zu Gewässern senken die Belastung. Halte Weide und Stall sauber, denn Pferdeäpfel ziehen Insekten an.
Hautpflege: Juckreizlindernde und pflegende Salben oder Lotionen beruhigen die gereizte Haut und beugen Infektionen vor.
Fütterung: Nährstoffe wie Zink, Biotin, Kupfer, Selen und Omega-3-Fettsäuren unterstützen die Hautgesundheit.

Bei akuten, schweren Schüben verordnet der Tierarzt manchmal Kortison oder Antihistaminika. Beides gehört ausschließlich in tierärztliche Hand, denn systemisches Kortison kann beim Pferd unter anderem eine Hufrehe auslösen. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit einer Hyposensibilisierung, bei der das Pferd langsam an das Allergen gewöhnt wird. Sie ist langwierig und wirkt nicht bei jedem Pferd.

Ehrlicher Tipp von hey malu.

Fang früh an, am besten schon vor der ersten Mückenflugzeit im Frühjahr. Ist die Haut erst einmal aufgescheuert und entzündet, ist die ganze Saison ein Kampf. Wer das Pferd von Anfang an konsequent eindeckt und schützt, kommt oft mit viel weniger Aufwand und Medikamenten durch den Sommer. Wie sich solche Kosten in den Gesamtaufwand einordnen, zeigt unser Ratgeber Was kostet ein Pferd?

Vorbeugung

Ganz verhindern lässt sich das Sommerekzem bei einem veranlagten Pferd nicht, du kannst den Ausbruch aber deutlich abmildern. Der Schlüssel ist, die Stiche von Anfang an zu vermeiden: rechtzeitig eindecken, Insektenschutz auftragen, die Weidezeiten an die Mückenaktivität anpassen und auf eine hautgesunde Fütterung achten. Wer ein Pferd einer Risikorasse kauft, kann vorab per Allergietest abklären lassen, wie hoch das Risiko ist.

Zahlt die Versicherung?

Die tierärztliche Behandlung des Sommerekzems, also Untersuchung, Medikamente, Salben und gegebenenfalls eine Hyposensibilisierung, kann je nach Tarif über eine Pferdekrankenversicherung als Vollschutz abgedeckt sein. Reine Schutzausrüstung wie die Ekzemerdecke gilt dagegen als Vorsorge und wird meist nicht erstattet.

Ganz entscheidend ist auch hier der Zeitpunkt: Sobald das Sommerekzem einmal diagnostiziert ist, schließen viele Versicherer es als Vorerkrankung oder Veranlagung aus. Wer ein Pferd einer anfälligen Rasse hat, sollte die Absicherung also abschließen, bevor die erste Saison und damit das erste Ekzem auftritt. Achte im Tarif auf die Jahreshöchstgrenze, den Erstattungssatz, mögliche Wartezeiten und darauf, ob Hauterkrankungen und Allergien eingeschlossen sind.

Wir bei hey malu. versichern dich nicht selbst, sondern vergleichen für dich die Tarife verschiedener Anbieter und finden gemeinsam mit dir den Schutz, der zu deinem Pferd passt.

Häufige Fragen zum Sommerekzem beim Pferd

Ist Sommerekzem heilbar?

Nein. Die Allergie bleibt bestehen und kehrt jeden Sommer wieder. Mit Ekzemerdecke, Insektenschutz und Hautpflege lässt sich vielen Pferden aber ein weitgehend beschwerdefreies Leben ermöglichen.

Welche Pferde bekommen besonders oft Sommerekzem?

Vor allem nordische Rassen wie Islandpferde und Friesen. Bei importierten Islandpferden ist das Risiko am höchsten, weil sie die auslösenden Mücken aus ihrer Heimat nicht kennen.

Was hilft am besten gegen Sommerekzem?

Die wirksamste Einzelmaßnahme ist eine gut sitzende Ekzemerdecke, kombiniert mit Insektenschutz, angepassten Weidezeiten und Hautpflege. Bei schweren Schüben verordnet der Tierarzt zusätzlich Medikamente.

Ab wann sollte ich mein Pferd schützen?

Am besten schon vor der ersten Mückenflugzeit im Frühjahr. Ist die Haut erst aufgescheuert, wird die ganze Saison schwieriger. Früher Schutz spart Aufwand und Medikamente.

Zahlt die Pferdekrankenversicherung Sommerekzem?

Je nach Tarif ja, aber nur, wenn das Pferd vor der Diagnose versichert wurde. Ein bereits bekanntes Sommerekzem gilt meist als Vorerkrankung und ist ausgeschlossen. Die Ekzemerdecke als Vorsorge wird in der Regel nicht erstattet.

Pferd, gut abgesichert mit einer Pferdekrankenversicherung
PFERDEKRANKENVERSICHERUNG

Sommerekzem kommt jeden Sommer, und oft nur einmal versicherbar

Ist das Ekzem erst diagnostiziert, ist es meist ausgeschlossen. Wir vergleichen für dich die Tarife und finden den Schutz, der Hauterkrankungen einschließt, solange dein Pferd noch gesund ist.