Zuletzt aktualisiert am 23. August 2026

Wenn das Thermometer im Sommer über 30 Grad klettert, ändern sich die Bedürfnisse deines Pferdes grundlegend: Der Wasserbedarf steigt, das Training muss angepasst werden, und Hitzestress kann schnell gefährlich werden. Mit den folgenden sechs Tipps kommt dein Pferd entspannt und gesund durch heiße Tage. Und du erkennst rechtzeitig, wann es ernst wird.

KURZER ÜBERBLICK

  • Immer reichlich frisches Wasser bereitstellen, im Sommer oft 40 bis 80 Liter am Tag.
  • Training in die kühlen Morgen- oder Abendstunden verlegen, Mittagshitze meiden.
  • Schatten auf Weide und im Stall ist Pflicht, Weidezeiten bei Bedarf umstellen.
  • Nach der Arbeit mit lauwarmem Wasser abkühlen, nicht mit eiskaltem.
  • Ein Hitzschlag ist ein Notfall und muss sofort tierärztlich behandelt werden.
Person kühlt ein entspanntes Pferd im Schatten mit Wasser ab, illustriert

Hitzestress erkennen

Hitzestress entwickelt sich oft schleichend und wird leicht unterschätzt. Achte auf diese Warnzeichen:

Mögliche Anzeichen von Hitzestress:

  • Deutlich erhöhte Atemfrequenz, mehr als etwa 20 Atemzüge pro Minute in Ruhe.
  • Erhöhter Puls in Ruhe.
  • Starkes Schwitzen, oder als Warnsignal umgekehrt: trockene Haut trotz großer Hitze.
  • Dunkelrote Schleimhäute, Apathie, Mattigkeit oder Fressunlust.
  • Muskelzittern, Taumeln oder eine Körpertemperatur über 40 Grad.

Zeigt dein Pferd solche Zeichen, bring es sofort aus der Sonne und beginne mit dem Abkühlen. Bei schweren Symptomen ist das ein Notfall.

1. Wasser satt

Eine durchgehende Versorgung mit frischem, sauberem Wasser ist an heißen Tagen das A und O. Ein Pferd trinkt im Sommer oft zwischen 40 und 80 Liter am Tag, bei körperlicher Arbeit und großer Hitze noch mehr. Zu wenig Wasser ist eine der häufigsten Ursachen für Koliken in der warmen Jahreszeit. Kontrolliere Selbsttränken täglich, denn manche Pferde nehmen daraus nicht genug auf, und biete zusätzlich Wasser im Bottich an.

2. Elektrolyte ausgleichen

Beim Schwitzen verliert dein Pferd nicht nur Flüssigkeit, sondern auch Salze, die sogenannten Elektrolyte. Ein frei zugänglicher Salzleckstein deckt den Grundbedarf das ganze Jahr. Bei starkem Schwitzen kann ein Elektrolyt-Ergänzungsfuttermittel sinnvoll sein. Halte dich dabei an die Angaben auf der Packung und frage im Zweifel deine Tierarztpraxis, denn zu viel Salz kann den Magen und die Verdauung belasten.

3. Training clever timen

Verlege das Training in die kühlen Tageszeiten: früh morgens oder am späten Abend. Zwischen etwa 11 und 16 Uhr sollte dein Pferd ruhen und im Schatten stehen. Musst du doch bei Hitze arbeiten, reduziere Intensität und Dauer deutlich. Kurze, ruhige Einheiten sind besser als das übliche lange Programm. Ein erschöpft wirkendes Pferd bekommt eine Pause statt einer weiteren Runde.

4. Schatten und Weidemanagement

Auf der Weide braucht dein Pferd jederzeit Schatten, ob durch dichte Bäume oder einen geräumigen Unterstand. Fehlt der Schutz vor der prallen Sonne, stell das Weidemanagement um: Tagsüber steht das Pferd im kühlen, gut belüfteten Stall, nachts geht es auf die Weide. Das schützt zusätzlich vor stechenden Insekten. Mehr dazu liest du in unserem Ratgeber zur Pferde-Weidehaltung.

5. Richtig abkühlen

So kühlst du dein Pferd schonend ab:

  • Verwende lauwarmes bis kühles, nicht eiskaltes Wasser. Eiskaltes Wasser kann den Kreislauf belasten und zu Verspannungen führen.
  • Beginne an den Hinterbeinen von unten und arbeite dich langsam nach oben vor, damit sich der Kreislauf gewöhnt.
  • Bring das Wasser großflächig auf und ziehe es immer wieder ab. Dieses wiederholte Aufbringen und Abschaben kühlt am stärksten, weil stehendes Wasser sonst isolierend wirkt.
  • Lass dein Pferd nach dem Training erst in Ruhe im Schatten herunterkommen.

6. Insektenschutz

Fliegen, Bremsen, Gnitzen und Kriebelmücken machen Pferden im Sommer das Leben schwer und können Hautprobleme und Krankheiten begünstigen. Fliegendecken und Fliegenhauben, angepasste Weidezeiten in den kühleren Stunden, gute Stallhygiene und geeignete Insektenschutzmittel helfen spürbar.

Damit im Ernstfall der Tierarzt zählt und nicht die Rechnung: Wir vergleichen für dich den passenden Schutz.

Zum Pferde-Vergleichsrechner

Notfall Hitzschlag

Bleibt Hitzestress unbehandelt, kann er in einen Hitzschlag übergehen, mit lebensbedrohlichen Folgen wie Kreislaufkollaps oder Organversagen.

Bei Verdacht auf einen Hitzschlag sofort handeln:

  • Belastung sofort stoppen, Sattel abnehmen und das Pferd in den Schatten oder eine luftige Umgebung bringen.
  • Aktiv kühlen: großflächig reichlich kühles Wasser aufbringen, zuerst an Beinen und Hals, und immer wieder abziehen. Kein eiskaltes Vollbad.
  • Für Luftzug sorgen und keine Decke auflegen.
  • Wasser zum Trinken anbieten, in kleinen Schlucken, aber nicht zum Trinken zwingen.
  • Sofort die Tierarztpraxis verständigen. Ein Hitzschlag ist ein Notfall.
Ehrlicher Tipp von hey malu.
Lerne die Ruhewerte deines Pferdes an einem normalen Tag kennen: Atemzüge und Puls pro Minute. Wenn du weißt, was normal ist, erkennst du an einem Hitzetag viel schneller, ob dein Pferd wirklich überfordert ist. Das nimmt dir im Ernstfall die Unsicherheit.

Gut durch den Sommer, gut abgesichert

Ein Hitzschlag oder eine Kolik kann eine aufwendige tierärztliche Behandlung nach sich ziehen. Für die medizinische Versorgung ist eine Pferdekrankenversicherung sinnvoll, die je nach Tarif Diagnostik und Behandlung ganz oder teilweise übernimmt, bis zu einer vereinbarten Höchstgrenze und einem bestimmten Satz nach der Gebührenordnung für Tierärzte.

Wir bei hey malu. versichern dich nicht selbst. Als unabhängiger Vermittler vergleichen wir für dich die Tarife und finden den Schutz, der zu dir und deinem Pferd passt, solange es gesund ist. Weitere Themen findest du in unserem Pferde-Ratgeber.

Häufige Fragen zu Sommer und Hitze beim Pferd

Woran erkenne ich Hitzestress beim Pferd?

An einer deutlich erhöhten Atem- und Pulsfrequenz in Ruhe, an starkem Schwitzen oder umgekehrt trockener Haut trotz Hitze, an dunkelroten Schleimhäuten, Apathie, Muskelzittern oder Taumeln. Eine Körpertemperatur über 40 Grad ist ein Alarmzeichen. Dann heißt es sofort aus der Sonne und abkühlen.

Wie viel Wasser braucht ein Pferd im Sommer?

Oft zwischen 40 und 80 Liter am Tag, bei Arbeit und großer Hitze auch mehr. Das Wasser muss immer frisch und sauber verfügbar sein. Zu wenig Wasser ist eine der häufigsten Ursachen für Koliken in der warmen Jahreszeit.

Darf ich mein Pferd mit kaltem Wasser abspritzen?

Mit lauwarmem bis kühlem Wasser ja, aber nicht mit eiskaltem, weil das den Kreislauf belasten kann. Beginne an den Hinterbeinen von unten und arbeite dich nach oben vor. Bring das Wasser großflächig auf und ziehe es immer wieder ab, das kühlt am besten.

Wann sollte ich im Sommer reiten?

Am besten früh morgens oder am späten Abend, wenn es kühler ist. Die Mittagshitze zwischen etwa 11 und 16 Uhr solltest du meiden. Musst du bei Hitze arbeiten, reduziere Dauer und Intensität deutlich und gönne deinem Pferd Pausen.

Was tun bei einem Hitzschlag?

Belastung sofort stoppen, das Pferd in den Schatten bringen und aktiv kühlen: großflächig kühles Wasser aufbringen und immer wieder abziehen, kein eiskaltes Vollbad. Wasser in kleinen Schlucken anbieten, aber nicht zwingen, und sofort die Tierarztpraxis verständigen. Ein Hitzschlag ist ein Notfall.

Wie schütze ich mein Pferd vor Insekten?

Mit Fliegendecken und Fliegenhauben, angepassten Weidezeiten in den kühleren Stunden, guter Stallhygiene und geeigneten Insektenschutzmitteln. Das reduziert Stiche, Juckreiz und das Risiko übertragbarer Erkrankungen.

Illustriertes gesundes Pferd vor petrolfarbener Fläche
PFERDEKRANKENVERSICHERUNG

Auch an heißen Tagen gut abgesichert

Hitzschlag oder Kolik können teure Behandlungen bedeuten. Wir vergleichen für dich, welcher Tarif Diagnostik und Behandlung abdeckt und bis zu welchem Satz er erstattet, solange dein Pferd gesund ist.