Zuletzt aktualisiert am 23. August 2026

Dein Hund läuft normal und hüpft plötzlich für ein paar Schritte auf drei Beinen, als wäre nichts gewesen? Dahinter kann eine Patellaluxation stecken, also eine Kniescheibe, die aus ihrer Führungsrinne springt. Sie gehört zu den häufigsten orthopädischen Problemen, vor allem bei kleinen Rassen. Eingeteilt wird sie in vier Schweregrade, die über die Behandlung entscheiden. Hier erfährst du, wie du sie erkennst, wann eine Operation nötig ist und was die Kosten bestimmt.

KURZER ÜBERBLICK

  • Bei einer Patellaluxation springt die Kniescheibe aus ihrer Gleitrinne, meist nach innen.
  • Das Leitsymptom ist ein kurzes Hoppeln oder Laufen auf drei Beinen, das von selbst wieder verschwindet.
  • Besonders betroffen sind kleine Rassen wie Chihuahua, Yorkshire Terrier und Zwergpudel.
  • Die Schweregrade reichen von 1 (Zufallsbefund) bis 4 (dauerhaft luxiert).
  • Grad 1 bis 2 lassen sich oft konservativ führen, ab Grad 3 ist meist eine Operation sinnvoll.
Person untersucht sanft das Knie eines kleinen gesunden Hundes, illustriert

Was ist eine Patellaluxation beim Hund?

Die Kniescheibe (Patella) sitzt vorne am Knie und gleitet bei jeder Bewegung in einer knöchernen Rinne am Oberschenkel, der Gleitrinne (Trochlea), sauber auf und ab. Bei einer Patellaluxation verlässt die Kniescheibe diese Rinne und springt zur Seite heraus. Meist rutscht sie nach innen (mediale Luxation), was vor allem kleine Rassen betrifft. Seltener springt sie nach außen (laterale Luxation), was eher bei größeren Hunden vorkommt. Solange die Kniescheibe luxiert ist, läuft das Kniegelenk nicht rund, und das Bein lässt sich nicht normal belasten.

Symptome erkennen

Das klassische Leitsymptom ist unverwechselbar: Dein Hund läuft normal und hebt dann plötzlich ein Hinterbein an, hoppelt für zwei, drei Schritte und läuft danach ganz normal weiter. Manchmal streckt er das Bein kurz durch oder schüttelt es, dann sitzt die Kniescheibe wieder. Weitere Anzeichen sind:

  • Wiederkehrendes, kurzes Lahmen oder Laufen auf drei Beinen.
  • Ein „Klicken“ im Knie beim Beugen.
  • Bei stärkeren Graden eine dauerhafte Schonhaltung, ein gebeugtes Knie oder ein steifer Gang.
  • Bewegungsunlust oder Schmerzäußerung bei fortgeschrittener Form.

Betroffene Rassen und Ursachen

Die Patellaluxation ist meist angeboren oder entwickelt sich im Wachstum, etwa durch eine zu flache Gleitrinne oder eine Fehlstellung der Beinachse. Seltener entsteht sie durch einen Unfall. Besonders häufig sind kleine und Zwergrassen betroffen:

Häufig betroffene Rassen:

  • Chihuahua, Yorkshire Terrier, Zwerg- und Kleinpudel, Malteser, Pekinese, Papillon, Boston Terrier und Französische Bulldogge.
  • Auch größere Rassen können betroffen sein, dann eher mit einer Luxation nach außen.

Wichtig zu wissen: Eine Patellaluxation und ein Kreuzbandriss treten oft zusammen auf. Eine instabile Kniescheibe begünstigt den Kreuzbandriss und umgekehrt. Deshalb wird bei der Untersuchung immer auch das Kreuzband beurteilt. Mehr dazu liest du in unserem Ratgeber zur Kreuzband-OP beim Hund.

Die vier Schweregrade

Tierärzte teilen die Patellaluxation in vier Grade ein. Diese Einteilung bestimmt maßgeblich, welche Behandlung sinnvoll ist:

Grad Was passiert
Grad 1 Die Kniescheibe lässt sich manuell aus der Rinne drücken, springt aber von selbst sofort wieder zurück. Meist ein Zufallsbefund ohne Symptome.
Grad 2 Die Kniescheibe springt gelegentlich bei Bewegung heraus und rutscht spontan oder beim Strecken wieder zurück. Typisch ist das gelegentliche Hoppeln.
Grad 3 Die Kniescheibe ist häufig oder überwiegend luxiert. Sie lässt sich zwar von Hand zurücksetzen, springt aber wieder heraus. Das Gangbild ist deutlich gestört.
Grad 4 Die Kniescheibe ist dauerhaft luxiert und lässt sich nicht mehr von Hand einrenken. Das Bein ist stark beeinträchtigt, der Hund läuft oft mit gebeugtem Knie oder auf drei Beinen.

Diagnose beim Tierarzt

Die Diagnose stellt die Tierarztpraxis in der Regel durch eine orthopädische Untersuchung, bei der die Kniescheibe abgetastet und ihre Beweglichkeit geprüft wird. So lässt sich der Grad bestimmen. Zusätzlich können Röntgenbilder und bei Bedarf eine Computertomografie sinnvoll sein, um Fehlstellungen der Knochen und mögliche Folgeschäden am Gelenk zu beurteilen.

Behandlung: konservativ oder OP?

Die Behandlung hängt vom Schweregrad und von den Beschwerden ab:

Grad 1 bis 2, milde Symptome:

  • Oft konservativ mit gezieltem Muskelaufbau und Physiotherapie.
  • Gewichtsmanagement, damit das Knie weniger belastet wird.
  • Angepasste Bewegung und regelmäßige Kontrollen.
Ab Grad 3 oder bei Schmerzen und Lahmheit: Hier ist meist eine Operation sinnvoll, um die Kniescheibe dauerhaft zu stabilisieren. Bleibt eine höhergradige Luxation unbehandelt, drohen Gelenkverschleiß (Arthrose) und ein höheres Risiko für einen Kreuzbandriss.

Die Operation und Nachsorge

Für die Operation gibt es je nach Ursache verschiedene Verfahren, die auch kombiniert werden:

  • Vertiefung der Gleitrinne, damit die Kniescheibe wieder sicher geführt wird.
  • Versetzen des Ansatzes des Kniescheibenbandes, um die Zugrichtung zu korrigieren.
  • Straffung der Gelenkkapsel auf einer Seite.
  • Korrektur der Knochenachse bei starken Fehlstellungen.

Nach der OP ist eine konsequente Nachsorge entscheidend: meist einige Wochen Leinenzwang, kein Springen, Rennen oder Toben, dazu Physiotherapie und ein abschließendes Kontrollröntgen. Bei korrekter Nachsorge ist die Prognose in der Regel gut, viele Hunde werden wieder gut belastbar. Schwieriger wird es bei einer Grad-4-Luxation oder starken Fehlstellungen.

Eine Knie-OP kann teuer werden, oft sogar an beiden Beinen. Wir vergleichen für dich, welcher Schutz zu deinem Hund passt.

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OP-Kosten und GOT

Viele suchen zuerst nach den Kosten der Patellaluxations-OP. Eine seriöse Pauschale gibt es aber nicht, denn der Preis hängt von mehreren Faktoren ab. Tierärztliche Leistungen werden nach der Gebührenordnung für Tierärzte abgerechnet, kurz GOT. Sie gibt für jede Leistung einen Rahmen vor, den die Praxis je nach Aufwand mit einem Faktor multipliziert. Was die Kosten bei der Patellaluxation bestimmt:

Kostenfaktor Was dahintersteckt
Ein oder beide Knie Häufig ist mehr als ein Knie betroffen, das verdoppelt den Aufwand.
Schweregrad und Methode Eine einfache Stabilisierung ist weniger aufwendig als eine Achsenkorrektur.
Diagnostik Untersuchung, Röntgen, bei Bedarf CT.
Narkose und OP Narkose, Eingriff und Verbrauchsmaterial.
Nachsorge Physiotherapie, Kontrollen und Kontrollröntgen über mehrere Wochen.

Weil oft beide Knie betroffen sind und eine Nachsorge dazukommt, gehört die Patellaluxation zu den Eingriffen, die ins Geld gehen können. Ein konkreter Kostenvoranschlag kommt immer von der behandelnden Praxis. Mehr zur Abrechnung liest du in unserem Ratgeber zur Gebührenordnung für Tierärzte.

Ehrlicher Tipp von hey malu.
Nimm das erste Hoppeln ernst, auch wenn dein Hund danach munter weiterläuft. Je früher eine Patellaluxation erkannt wird, desto eher lässt sich ein niedriger Grad konservativ führen und ein Fortschreiten bremsen. Und weil bei kleinen Rassen oft beide Knie betroffen sind, lohnt sich der Blick auf einen OP-Schutz früh, am besten solange der Hund noch keine Diagnose hat.

Absicherung der OP-Kosten

Eine Patellaluxation ist ein Paradebeispiel für einen planbar teuren Eingriff, gerade wenn beide Knie operiert werden. Solche Kosten deckt je nach Tarif die Hunde-OP-Versicherung oder eine Hundekrankenversicherung mit OP-Schutz ab, ganz oder teilweise und bis zu einem bestimmten GOT-Satz. Gerade bei prädisponierten Kleinrassen lohnt sich der Abschluss früh, denn bestehende Erkrankungen sind später meist ausgeschlossen.

Wir bei hey malu. versichern dich nicht selbst. Als unabhängiger Vermittler vergleichen wir für dich die Tarife und finden den Schutz, der zu deinem Hund passt, solange er gesund ist. Weitere Themen findest du in unserem Hunde-Ratgeber.

Häufige Fragen zur Patellaluxation beim Hund

Was ist eine Patellaluxation beim Hund?

Eine Patellaluxation ist das Herausspringen der Kniescheibe aus ihrer Gleitrinne am Oberschenkel. Meist rutscht sie nach innen. Dadurch läuft das Kniegelenk nicht mehr rund, und der Hund lahmt zeitweise oder dauerhaft.

Woran erkenne ich, dass die Kniescheibe herausspringt?

Typisch ist ein plötzliches Hoppeln oder Laufen auf drei Beinen für ein paar Schritte, danach läuft der Hund normal weiter. Manchmal streckt oder schüttelt er das Bein, dann sitzt die Kniescheibe wieder in der Rinne.

Welche Grade der Patellaluxation gibt es?

Es gibt vier Grade. Grad 1 ist meist ein Zufallsbefund ohne Symptome, Grad 2 zeigt gelegentliches Hoppeln, bei Grad 3 ist die Kniescheibe häufig luxiert, und bei Grad 4 ist sie dauerhaft luxiert und lässt sich nicht mehr von Hand einrenken.

Muss eine Patellaluxation immer operiert werden?

Nein. Grad 1 bis 2 mit milden Symptomen lassen sich oft konservativ mit Muskelaufbau, Physiotherapie und Gewichtsmanagement führen. Ab Grad 3 oder bei Schmerzen und Lahmheit ist meist eine Operation sinnvoll. Das entscheidet die Tierarztpraxis.

Was kostet die OP bei einer Patellaluxation?

Eine seriöse Pauschale gibt es nicht. Die Kosten hängen davon ab, ob ein oder beide Knie betroffen sind, welche Methode nötig ist, wie aufwendig die Diagnostik ausfällt und mit welchem GOT-Satz die Praxis abrechnet. Einen konkreten Kostenvoranschlag bekommst du von der behandelnden Praxis.

Welche Hunde sind besonders betroffen?

Vor allem kleine und Zwergrassen wie Chihuahua, Yorkshire Terrier, Zwergpudel, Malteser, Pekinese und Französische Bulldogge. Bei ihnen springt die Kniescheibe meist nach innen. Größere Rassen können ebenfalls betroffen sein, dann eher nach außen.

Illustrierter gesunder kleiner Hund vor petrolfarbener Fläche
HUNDE-OP-VERSICHERUNG

Für teure Knie-OPs gut vorgesorgt

Eine Patellaluxation muss oft an beiden Knien operiert werden. Wir vergleichen für dich, welcher Tarif Operationen abdeckt und bis zu welchem GOT-Satz er erstattet, solange dein Hund gesund ist.