Zuletzt aktualisiert am 23. August 2026

Bei einer Herzinsuffizienz, auch Herzschwäche genannt, schafft es das Herz deines Hundes nicht mehr, genug Blut durch den Körper zu pumpen. Die Erkrankung entwickelt sich meist langsam und ist nicht heilbar, aber gut behandelbar. Je früher sie erkannt wird, desto besser lässt sich die Lebensqualität erhalten. Hier erfährst du, wie du erste Anzeichen wie Husten und Leistungsschwäche deutest, wie sich Links- und Rechtsherzschwäche unterscheiden und was die Behandlung bedeutet.

KURZER ÜBERBLICK

  • Herzinsuffizienz heißt, dass das Herz nicht mehr ausreichend Blut pumpt.
  • Häufigste Ursache ist eine undichte Mitralklappe, vor allem bei älteren, kleineren Hunden.
  • Husten, schnelle Ermüdung und erhöhte Atemfrequenz sind typische Warnzeichen.
  • Die Behandlung ist in der Regel eine lebenslange Medikation mit regelmäßigen Kontrollen.
  • Plötzliche schwere Atemnot ist ein Notfall.
Person legt einem ruhigen älteren Hund sanft die Hand auf, illustriert

Was ist eine Herzinsuffizienz?

Das Herz ist eine Pumpe, die das Blut durch den Körper befördert. Bei einer Herzinsuffizienz ist diese Pumpleistung dauerhaft eingeschränkt. Der Körper versucht das zunächst auszugleichen, zum Beispiel durch einen schnelleren Herzschlag. Mit der Zeit reicht das aber nicht mehr, und es kommt zu einem Rückstau von Blut und zu Wasseransammlungen. Wo sich das Wasser sammelt, hängt davon ab, welche Seite des Herzens betroffen ist.

Links, rechts und global

Für das Verständnis der Symptome ist die Unterscheidung der Formen entscheidend:

Linksherzinsuffizienz

Die linke Herzhälfte ist geschwächt und pumpt das sauerstoffreiche Blut nicht mehr ausreichend in den Körper. Das Blut staut sich zurück in die Lunge, es kann sich Wasser in der Lunge ansammeln, ein sogenanntes Lungenödem. Typische Folgen sind Husten, rasselnde Atmung und Atemnot. Die Linksherzinsuffizienz ist die häufigere Form.

Rechtsherzinsuffizienz

Die rechte Herzhälfte ist geschwächt. Das Blut staut sich in den Körperkreislauf zurück. Typisch sind Wasseransammlungen im Bauch, medizinisch Aszites, die sich als dicker, tonnenförmiger Bauch zeigen, sowie Einlagerungen in den Gliedmaßen.

Globale Herzinsuffizienz

Sind beide Herzhälften betroffen, spricht man von einer globalen Herzinsuffizienz. Dann können sich die Symptome beider Formen kombinieren, etwa Husten und Atemnot zusammen mit einem vergrößerten Bauch.

Symptome erkennen

Die Anzeichen entwickeln sich oft schleichend. Zu den wichtigsten gehören:

  • Husten, besonders nachts, im Liegen oder nach Aufregung. Er ist ein mögliches Leitsymptom der Linksherzinsuffizienz.
  • Nachlassende Belastbarkeit, schnelle Ermüdung und Hecheln schon nach kurzer Bewegung.
  • Erhöhte Atemfrequenz, auch in Ruhe.
  • Appetitverlust, Gewichtsabnahme und Unruhe, gerade nachts.
  • Ein zunehmend dicker Bauch bei der Rechtsherzform.
Behalte die Ruheatemfrequenz im Blick: Zähle die Atemzüge deines schlafenden Hundes pro Minute. Dauerhaft mehr als etwa 30 bis 40 Atemzüge in Ruhe können auf eine Verschlechterung hindeuten und gehören tierärztlich abgeklärt. Husten hat viele Ursachen. Wie du ihn einordnest, liest du im Ratgeber zu Husten beim Hund.

Ursachen und Risikorassen

Die mit Abstand häufigste Ursache beim Hund ist eine krankhafte Veränderung der Mitralklappe, die sogenannte Endokardiose oder Mitralklappeninsuffizienz. Die Klappe wird undicht, Blut fließt zurück, und das Herz muss mehr leisten. Betroffen sind vor allem ältere und kleinere Hunde, mit einer bekannten Veranlagung beim Cavalier King Charles Spaniel. Bei großen Rassen spielt daneben die dilatative Kardiomyopathie eine Rolle, bei der sich der Herzmuskel erweitert und die Kraft verliert.

Stadien und Verlauf

Tierärztinnen und Tierärzte teilen die Erkrankung in Stadien ein, um Behandlung und Verlauf einzuordnen. Ein gängiges Schema reicht von einem reinen Risikostadium ohne Veränderungen über strukturelle Veränderungen ohne Symptome bis hin zur klinischen Herzinsuffizienz mit deutlichen Beschwerden und schließlich zum schwer behandelbaren Endstadium. In welchem Stadium ein Hund steht, bestimmt die Untersuchung, nicht das Alter allein. Der Übergang von einem beschwerdefreien zu einem symptomatischen Stadium ist oft der Zeitpunkt, an dem die Behandlung angepasst wird.

Diagnose

Am Anfang stehen das Abhören von Herz und Lunge und die Krankengeschichte. Zur Sicherung dienen vor allem eine Ultraschalluntersuchung des Herzens, das sogenannte Herzecho, und Röntgenaufnahmen des Brustkorbs, ergänzt durch ein EKG, eine Blutdruckmessung und bei Bedarf Blutwerte. So lässt sich einordnen, welche Form vorliegt und wie weit sie fortgeschritten ist.

Behandlung und Dauermedikation

Eine Herzinsuffizienz ist nicht heilbar, aber in vielen Fällen über lange Zeit gut behandelbar. Ziel ist, die Beschwerden zu lindern, den Verlauf zu verlangsamen und die Lebensqualität zu erhalten. Die Therapie ist in der Regel dauerhaft und wird individuell zusammengestellt.

Bausteine der Behandlung:

  • Medikamente: Je nach Form und Stadium kommen verschiedene Wirkstoffgruppen zum Einsatz, etwa Mittel, die die Pumpkraft unterstützen und die Gefäße erweitern, wie Pimobendan, ACE-Hemmer sowie entwässernde Medikamente bei Wasseransammlungen. Wirkstoffe und Dosierung legt immer die Tierarztpraxis fest.
  • Schonung: angepasste, ruhige Bewegung statt Überanstrengung.
  • Ernährung und Gewicht: ein gesundes Gewicht und meist eine salzärmere Fütterung entlasten das Herz.
  • Kontrollen: regelmäßige Nachuntersuchungen, um die Therapie anzupassen.
Notfall: Schwere, plötzliche Atemnot, eine bläuliche Zunge, anhaltend sehr schnelles Atmen oder ein Kollaps sind ein tiermedizinischer Notfall. Fahr sofort in die nächste Tierklinik oder Praxis.

Eine Herzerkrankung bedeutet oft eine lebenslange Behandlung. Wir vergleichen für dich den passenden Schutz.

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Kosten und Langzeitbehandlung

Die Kosten setzen sich aus Diagnostik und der dauerhaften Behandlung zusammen und richten sich nach der Gebührenordnung für Tierärzte. Gerade die lebenslange Medikation und die regelmäßigen Kontrollen summieren sich über die Jahre.

Kostenfaktor Was dahintersteckt
Diagnostik Herzultraschall, Röntgen, EKG, Blutdruck und Blutwerte
Dauermedikation lebenslange Herzmedikamente, je nach Form und Stadium
Regelmäßige Kontrollen Verlaufsuntersuchungen und Anpassung der Therapie
Notfallversorgung Behandlung bei akuter Atemnot oder Verschlechterung
Ehrlicher Tipp von hey malu.
Miss regelmäßig die Ruheatemfrequenz deines Hundes, wenn er entspannt schläft, und notiere sie. Diese einfache Beobachtung zu Hause ist eines der verlässlichsten Frühwarnsignale bei Herzpatienten und hilft deiner Tierarztpraxis, den Verlauf gut zu steuern.

Absicherung bei einer chronischen Herzerkrankung

Eine Herzinsuffizienz begleitet einen Hund oft über Jahre, mit dauerhafter Medikation und regelmäßigen Kontrollen. Eine Hundekrankenversicherung übernimmt je nach Tarif Diagnostik, Behandlung und Medikamente ganz oder teilweise, bis zu einer vereinbarten Jahreshöchstgrenze und einem bestimmten Satz der Gebührenordnung. Wichtig: Bestehende Erkrankungen sind in der Regel ausgeschlossen. Deshalb lohnt sich der Abschluss, solange dein Hund noch gesund und herzgesund ist.

Wir bei hey malu. versichern dich nicht selbst. Als unabhängiger Vermittler vergleichen wir für dich die Tarife und finden den Schutz, der zu dir und deinem Hund passt. Weitere Themen findest du in unserem Hunde-Ratgeber.

Häufige Fragen zur Herzinsuffizienz beim Hund

Was sind erste Anzeichen einer Herzschwäche beim Hund?

Häufig fallen zuerst nachlassende Belastbarkeit, schnelle Ermüdung und Husten auf, besonders nachts oder nach Aufregung. Auch eine erhöhte Atemfrequenz in Ruhe ist ein wichtiges Warnzeichen. Die Anzeichen entwickeln sich meist langsam.

Was ist der Unterschied zwischen Links- und Rechtsherzinsuffizienz?

Bei der Linksherzinsuffizienz staut sich das Blut in die Lunge, typisch sind Husten und Atemnot. Bei der Rechtsherzinsuffizienz staut es sich in den Körper, hier stehen Wasseransammlungen im Bauch, der sogenannte Aszites, und ein dicker Bauch im Vordergrund.

Ist Husten immer ein Zeichen für ein Herzproblem?

Nein. Husten kann viele Ursachen haben, von Infektionen bis zu Erkrankungen der Atemwege. Herzhusten tritt meist im Zusammenhang mit weiteren Anzeichen wie Leistungsschwäche und schneller Atmung auf. Eine Einordnung findest du im Ratgeber zu Husten beim Hund, gesichert wird die Ursache tierärztlich.

Ist eine Herzinsuffizienz beim Hund heilbar?

Nein, heilbar ist sie nicht. In vielen Fällen lässt sie sich aber über lange Zeit gut behandeln. Ziel der Therapie ist, Beschwerden zu lindern, den Verlauf zu verlangsamen und die Lebensqualität zu erhalten. Wie der Verlauf ist, hängt vom Einzelfall ab.

Wie wird eine Herzinsuffizienz behandelt?

In der Regel mit einer dauerhaften, individuell abgestimmten Medikation, zum Beispiel mit Wirkstoffen, die die Pumpkraft unterstützen, sowie entwässernden Mitteln bei Wasseransammlungen. Dazu kommen angepasste Bewegung, Gewichtskontrolle und meist eine salzärmere Fütterung. Welche Medikamente und welche Dosierung passen, legt die Tierarztpraxis fest.

Was kostet die Behandlung einer Herzinsuffizienz?

Die Kosten hängen von Diagnostik und der dauerhaften Behandlung ab und richten sich nach der Gebührenordnung für Tierärzte. Zu Buche schlagen vor allem der Herzultraschall, wiederkehrende Kontrollen und die lebenslange Medikation, die sich über die Jahre summiert.

Illustrierter gesunder Hund vor petrolfarbener Fläche
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