Fast jeder Hund und viele Katzen knabbern ab und zu Gras. Das ist in aller Regel ein ganz normales Verhalten und kein Grund zur Sorge. Die verbreitete Annahme, Tiere fressen Gras vor allem, um sich zu erbrechen, ist so nicht haltbar. Hier erfährst du, warum Hunde und Katzen Gras fressen, was es mit dem Erbrechen auf sich hat, ob Katzengras auch für Hunde geeignet ist und wann du besser zur Tierärztin oder zum Tierarzt gehst.
- Grasfressen ist bei Hund und Katze weit verbreitet und meist harmlos.
- Studien zeigen: Die wenigsten Tiere erbrechen danach, Erbrechen ist also nicht der Hauptzweck.
- Mögliche Gründe sind Ballaststoffe, Geschmack, Instinkt und bei Katzen das Hochwürgen von Haarballen.
- Katzengras ist auch für Hunde geeignet und eine saubere Alternative zu gespritztem Wiesengras.
- Plötzliches, gieriges Grasfressen mit wiederholtem Erbrechen gehört tierärztlich abgeklärt.

Ratgeber-Inhalt
Ist Grasfressen normal?
Ja. Grasfressen gehört bei Hunden und Katzen zum normalen Verhalten. Nach einer Untersuchung der University of California in Davis frisst ein großer Teil der Hunde regelmäßig Gras, und auch bei Katzen ist es sehr verbreitet. Die meisten Tiere wirken dabei nicht krank und zeigen danach keine Beschwerden. Ein Hund oder eine Katze, die ab und zu genüsslich an Grashalmen kaut, tut also nichts Ungewöhnliches.
Interessant: Viele Tiere kauen das Gras eher, als es in großen Mengen zu schlucken, und interessieren sich oft mehr für den Saft und die Textur als für die Menge.
Warum fressen Hunde Gras?
Eine einzige, bewiesene Erklärung gibt es nicht. Forschung und Tiermedizin nennen mehrere plausible Gründe, die sich auch überschneiden können:
- Natürliches Verhalten: Schon die wilden Vorfahren nahmen über Beutetiere pflanzliche Anteile auf. Etwas Grün zu fressen steckt sozusagen mit drin.
- Ballaststoffe und Verdauung: Gras liefert Rohfaser, die die Darmtätigkeit anregen kann.
- Geschmack und Textur: Vielen Tieren schmeckt frisches, saftiges Gras schlicht, besonders im Frühjahr.
- Langeweile oder Gewohnheit: Manche Hunde knabbern aus Unterbeschäftigung.
- Instinkt zum Ausscheiden: Eine Hypothese besagt, dass Gras hilft, Unverdauliches oder Parasiten aus dem Darm zu befördern.
Die früher beliebte Idee, Hunde glichen mit Gras einen Nährstoffmangel aus, ließ sich in Studien nicht bestätigen.
Frisst mein Hund Gras, um zu erbrechen?
Diese Annahme hält sich hartnäckig, stimmt aber meist nicht. In Untersuchungen mit hunderten beobachteten Grasmahlzeiten erbrach nur ein sehr kleiner Teil der Hunde danach, und die allermeisten wirkten vorher gesund. Grasfressen ist also in aller Regel kein gezieltes Mittel zum Erbrechen.
Trotzdem kann es vorkommen: Die rauen Halme reizen manchmal die Magenschleimhaut, und daraufhin würgt ein Hund das Gras reflexartig wieder hoch. Einmaliges Erbrechen mit anschließend normalem Verhalten ist selten ein Problem. Anders ist es, wenn dein Hund regelmäßig gierig Gras frisst und immer wieder erbricht. Dann kann eine Übelkeit, eine Magenreizung oder eine andere Erkrankung dahinterstecken, und das gehört abgeklärt. Mehr dazu findest du in unserem Ratgeber zu Magen-Darm-Erkrankungen beim Hund.
Warum Katzen Gras fressen
Bei Katzen kommt ein besonderer Grund dazu. Beim Putzen verschlucken sie viel eigenes Fell, das sich im Magen zu Haarballen sammelt. Gras hilft dabei, diese Haarballen wieder hochzuwürgen, statt dass sie sich im Verdauungstrakt anstauen. Außerdem enthält typisches Katzenfutter wenig Pflanzliches, sodass Katzen ihren Bedarf an etwas Grün gern über Gras decken.
Genau deshalb ist ein Angebot von sauberem Katzengras für Wohnungskatzen sinnvoll. Fehlt es, knabbern sie oft an Zimmerpflanzen, und viele davon sind für Katzen giftig.
Katzengras für Hunde und Katzen
Ja, Hunde dürfen Katzengras fressen, es ist für sie unbedenklich und ungiftig. Katzengras ist keine bestimmte Pflanze, sondern ein Sammelbegriff für verschiedene Gräser. Bei der Auswahl lohnt ein Blick auf die Sorte:
- Weiche Getreidegräser wie Weizen-, Hafer- oder Gerstengras sind mild und für Hunde wie Katzen gut geeignet.
- Zyperngras (Sauergras) hat härtere, scharfkantige Halme. Für Katzen ist es beliebt, bei Hunden kann es eher reizen oder zu Erbrechen führen. Für den Hund also besser die weichen Getreidegräser wählen.
Der große Vorteil von Katzengras: Es ist eine saubere Quelle ohne Dünger, Pestizide oder Straßenabgase. Stell es an einer festen Stelle auf und achte darauf, dass dein Tier nicht lernt, dass jede Zimmerpflanze zum Knabbern freigegeben ist.
Ist Grasfressen gefährlich?
Gras an sich ist harmlos. Gefährlich wird eher, was am oder im Gras lauert:
- Gespritzte Wiesen: Dünger, Pestizide und Herbizide, außerdem Abgase an viel befahrenen Straßen. Lass dein Tier nur an sauberem Grün knabbern.
- Gift im Garten: Schneckenkorn oder ausgelegte Köder sind hochgefährlich.
- Grannen: Im Sommer können sich die spitzen Ähren mancher Gräser festsetzen. Mehr dazu in unserem Ratgeber zu Grannen beim Hund.
- Parasiten: Über Schnecken auf Grashalmen können sich Hunde zum Beispiel mit Lungenwürmern anstecken.
- Steckengebliebene Halme: Selten verkeilt sich ein Grashalm im Rachen oder gelangt in die Nase. Anzeichen sind plötzliches Würgen, Röcheln, häufiges Niesen oder einseitiger Nasenausfluss.
Wann zum Tierarzt
Gelegentliches Grasfressen brauchst du nicht zu bremsen. Aufmerksam werden solltest du, wenn sich das Verhalten ändert oder Beschwerden dazukommen.
- das Grasfressen plötzlich stark zunimmt oder gierig und hektisch wirkt, oft mit hochgezogenem Rücken.
- dein Tier wiederholt nach dem Grasfressen erbricht.
- zusätzlich Durchfall, Appetitlosigkeit, Abgeschlagenheit oder Gewichtsverlust auftreten.
- Anzeichen für einen steckengebliebenen Grashalm bestehen, etwa Würgen, Röcheln, Niesen oder Nasenausfluss.
Wenn dein Tier gern Gras frisst, musst du es ihm nicht abgewöhnen. Biete stattdessen sauberes Katzengras oder weiches Getreidegras an, dann hast du die Quelle unter Kontrolle und musst dir über gespritzte Wiesen keine Sorgen machen. Beobachte einfach, ob das Grasfressen zum entspannten Knabbern gehört oder mit Übelkeit und Erbrechen einhergeht. Das ist der wichtigere Unterschied als die Menge.
Gesundheit und Absicherung
Grasfressen selbst ist kein Krankheitsfall. Steckt dahinter aber wiederholtes Erbrechen oder eine Magen-Darm-Erkrankung, können Diagnostik und Behandlung anfallen. Solche Kosten fallen bei Hund und Katze unter die Tierkrankenversicherung, und je nach Tarif werden sie ganz oder teilweise übernommen.
Wir bei hey malu. versichern dich nicht selbst. Als unabhängiger Vermittler vergleichen wir für dich die Tarife und finden den Schutz, der zu deinem Tier passt, solange es gesund ist. Weitere Themen findest du in unserem Hunde-Ratgeber und im Katzen-Ratgeber.
Häufige Fragen zum Grasfressen
Warum fressen Hunde Gras?
Grasfressen ist normales Verhalten. Mögliche Gründe sind Ballaststoffe für die Verdauung, Geschmack und Textur, ein natürlicher Instinkt oder Langeweile. Eine einzelne bewiesene Ursache gibt es nicht, in aller Regel ist es harmlos.
Frisst mein Hund Gras, um zu erbrechen?
Meist nicht. Studien zeigen, dass nur ein sehr kleiner Teil der Hunde nach dem Grasfressen erbricht. Gelegentlich reizen die Halme den Magen und lösen reflexartig Erbrechen aus. Erbricht dein Hund allerdings regelmäßig, solltest du das abklären lassen.
Dürfen Hunde Katzengras fressen?
Ja, Katzengras ist für Hunde unbedenklich. Am besten eignen sich weiche Getreidegräser wie Weizen- oder Hafergras. Hartes Zyperngras mit scharfkantigen Halmen kann Hunde eher reizen und ist weniger geeignet.
Warum fressen Katzen Gras?
Vor allem, um verschlucktes Fell als Haarballen wieder hochzuwürgen. Außerdem enthält Katzenfutter wenig Pflanzliches. Biete Wohnungskatzen sauberes Katzengras an, sonst knabbern sie an oft giftigen Zimmerpflanzen.
Ist Grasfressen für mein Tier gefährlich?
Das Gras selbst nicht. Vorsicht gilt bei gespritzten Wiesen, Schneckenkorn im Garten, Grannen im Sommer, Parasiten über Schnecken und selten steckengebliebenen Halmen. Sauberes Katzengras ist die sichere Alternative.
Wann sollte ich mit Grasfressen zum Tierarzt?
Wenn das Grasfressen plötzlich stark zunimmt oder hektisch wirkt, dein Tier wiederholt erbricht oder zusätzlich Durchfall, Appetitlosigkeit oder Abgeschlagenheit zeigt. Auch bei Würgen, Röcheln oder Niesen als Hinweis auf einen steckengebliebenen Halm.

Für Hund und Katze gut vorgesorgt
Meist ist Grasfressen harmlos. Wird daraus wiederholtes Erbrechen oder ein Magen-Darm-Problem, fallen Diagnostik und Behandlung an. Wir vergleichen für dich, welcher Tarif für deinen Hund oder deine Katze die passende Absicherung bietet, solange dein Tier gesund ist.