Zuletzt aktualisiert am 23. August 2026

Eine Gesäugeentzündung (fachlich Mastitis) ist eine Entzündung der Milchdrüsen deiner Hündin. Sie tritt vor allem bei säugenden Hündinnen kurz nach der Geburt auf, seltener bei einer Scheinträchtigkeit. Typisch sind eine geschwollene, warme, schmerzhafte Zitze und verändertes Milchsekret. Weil sich daraus schnell ein Abszess oder abgestorbenes Gewebe entwickeln kann, gehört eine Mastitis rasch in tierärztliche Hände. Hier erfährst du, woran du sie erkennst, wie sie behandelt wird und wie du sie von einem Mammatumor unterscheidest.

KURZER ÜBERBLICK

  • Mastitis ist die Entzündung eines oder mehrerer Milchdrüsenkomplexe, meist bakteriell.
  • Betroffen sind vor allem säugende Hündinnen, seltener scheinträchtige Tiere.
  • Typische Zeichen: warme, gerötete, harte und schmerzhafte Zitze, verändertes Sekret, oft Fieber.
  • Die Behandlung erfolgt tierärztlich, meist mit Antibiotikum und Schmerzmittel, bei Abszess oder Nekrose auch operativ.
  • Wichtig: Eine Mastitis ist eine Entzündung, kein Tumor. Beides muss klar unterschieden werden.
Person kümmert sich um eine gesunde Mutterhündin mit Welpe, illustriert

Was ist eine Gesäugeentzündung?

Eine Gesäugeentzündung, medizinisch Mastitis, ist die Entzündung eines oder mehrerer Milchdrüsenkomplexe. Am häufigsten trifft es Hündinnen in der Säugezeit nach der Geburt, wenn viel Milch gebildet wird. Seltener entsteht sie im Rahmen einer Scheinträchtigkeit, bei der die Milchdrüsen ebenfalls aktiv werden, obwohl keine Welpen da sind.

Meist ist nur ein Komplex betroffen, häufiger die hinteren. Die Formen reichen vom einfachen Milchstau (Galaktostase) über die akute, eitrige Entzündung bis zu Komplikationen wie einem Abszess oder absterbendem Gewebe. Je früher gehandelt wird, desto einfacher ist die Behandlung.

Das Gesäuge der Hündin: wie viele Zitzen sind normal?

Das Gesäuge einer Hündin besteht in der Regel aus fünf paarigen Milchdrüsenkomplexen, also zehn Zitzen, verteilt in zwei Reihen von der Brust bis zur Leiste. Manche Hündinnen haben eine gerade oder ungerade Zahl mehr oder weniger, meist zwischen acht und zwölf. Jeder Komplex hat eine eigene Zitze mit mehreren feinen Ausführungsgängen. Für die Milchbildung sind vor allem die hinteren, größeren Komplexe wichtig, die deshalb auch etwas häufiger von einer Entzündung betroffen sind.

Ursachen einer Mastitis

In den meisten Fällen steckt eine bakterielle Infektion dahinter. Die Bakterien gelangen über den Zitzenkanal ins Drüsengewebe, oft begünstigt durch kleine Verletzungen, zum Beispiel durch die Krallen oder Zähnchen der Welpen, oder durch mangelnde Hygiene im Wurflager. Auch ein Milchstau, wenn die Milch nicht ausreichend abfließt, kann eine Entzündung auslösen oder begünstigen. Seltener entsteht eine nicht infektiöse Reizung allein durch eine Verletzung. Ein geschwächtes Immunsystem und Stress können das Risiko erhöhen.

Symptome erkennen

Eine Mastitis entwickelt sich oft rasch. Achte bei einer säugenden oder scheinträchtigen Hündin auf diese Anzeichen:

  • Eine oder mehrere Zitzen sind geschwollen, gerötet, warm und verhärtet.
  • Der Bereich ist deutlich schmerzhaft, die Hündin mag nicht berührt werden.
  • Verändertes Sekret: die Milch ist eitrig, bräunlich, flockig oder blutig.
  • Fieber, Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit.
  • Die Hündin lässt die Welpen ungern trinken oder meidet sie.
Notfall gangränöse Mastitis: Wird das entzündete Gewebe dunkel, blau-schwarz oder kalt, ist die Hündin sehr schwach, hat hohes Fieber oder wirkt teilnahmslos, kann das Gewebe absterben und eine lebensbedrohliche Blutvergiftung drohen. Das ist ein Notfall, bei dem deine Hündin sofort tierärztlich versorgt werden muss.

Was ist mit den Welpen?

Bei einer leichten Form leidet oft weniger die Hündin als die Welpen, weil die Milchmenge und Milchqualität schlechter werden und die Kleinen nicht satt werden. Solange die Milch unauffällig ist und die Tierärztin oder der Tierarzt nichts anderes sagt, dürfen die Welpen in der Regel weiter trinken. Ist die Milch dagegen eitrig oder blutig oder liegt ein Abszess vor, sollten die Welpen die betroffene Zitze nicht mehr nutzen und je nach Lage vorübergehend oder ganz per Hand aufgezogen werden. Ab etwa drei Wochen lassen sich Welpen meist gut zufüttern. Wie ihr im Einzelfall vorgeht, klärst du am besten direkt mit der Praxis.

Mastitis oder Mammatumor? Der wichtige Unterschied

Beides betrifft das Gesäuge, ist aber grundverschieden. Eine Verwechslung kann teuer werden, deshalb hier die klare Abgrenzung:

So unterscheidest du die beiden:

  • Mastitis (Entzündung): entsteht meist akut bei säugenden oder scheinträchtigen Hündinnen. Der Bereich ist warm, gerötet, schmerzhaft, oft mit Fieber und verändertem Sekret.
  • Mammatumor (Geschwulst): ist meist ein derber, langsam wachsender Knoten, häufig schmerzlos, vor allem bei älteren, nicht kastrierten Hündinnen, ohne Entzündungszeichen.

Ein neuer, fester Knoten am Gesäuge ohne Entzündung gehört immer abgeklärt. Mehr dazu liest du in unserem Ratgeber zum Mammatumor beim Hund. Im Zweifel gilt: Nicht raten, sondern die Tierärztin oder den Tierarzt entscheiden lassen.

Diagnose beim Tierarzt

Die Diagnose ergibt sich meist schon aus der Vorgeschichte und dem Abtasten des Gesäuges. Zur Absicherung können eine Untersuchung des Sekrets, ein Blutbild und bei Unklarheiten eine Ultraschalluntersuchung oder eine Gewebeprobe dazukommen, gerade um eine Entzündung sicher von einem Tumor abzugrenzen.

Behandlung

Eine Mastitis gehört tierärztlich behandelt. Das übliche Vorgehen umfasst:

  • Antibiotikum gegen die bakterielle Infektion, möglichst passend zum Erreger.
  • Schmerz- und Entzündungshemmer, damit es der Hündin schnell besser geht.
  • Milchstau lösen: je nach Fall vorsichtiges Ausmelken oder das Abstillen mit einem geeigneten Medikament, das die Milchbildung bremst.
  • Kühlung des betroffenen Bereichs zur Linderung, nach Absprache mit der Praxis.
  • Operativ bei einem Abszess, der eröffnet und gespült wird, oder bei abgestorbenem Gewebe, das entfernt werden muss.
Vorsicht mit Hausmitteln: Kühlende Umschläge oder Quarkauflagen können bis zum Termin lindern, ersetzen aber keine Behandlung. Bei Fieber, eitrigem Sekret oder starker Schwellung darfst du nicht abwarten. Gib deiner Hündin keine Medikamente aus der Hausapotheke, viele für Menschen gedachte Wirkstoffe sind für Hunde giftig.

Was die Behandlung kostet

Feste Preise gibt es nicht, weil jede Tierarztrechnung nach der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) abgerechnet wird, die für jede Leistung einen Rahmen vom einfachen bis dreifachen Satz vorgibt. Bei einer Mastitis beeinflussen vor allem diese Faktoren die Kosten:

Kostenfaktor Was ihn beeinflusst
Untersuchung und Diagnostik Abtasten, Sekret- und Blutuntersuchung, bei Bedarf Ultraschall oder Gewebeprobe.
Medikamente Antibiotikum, Schmerz- und Entzündungshemmer, ggf. Mittel zum Abstillen.
Schwere der Entzündung einfacher Milchstau oder akute eitrige Mastitis mit Abszess.
Operation Eröffnen eines Abszesses oder Entfernen von abgestorbenem Gewebe samt Narkose und Nachsorge.
Fazit Eine früh behandelte Mastitis ist überschaubar, ein Abszess mit Operation deutlich teurer.

Eine Mastitis mit Abszess und Operation kann teuer werden. Wir vergleichen für dich, welcher Schutz solche Kosten abdeckt.

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Vorbeugen

Ganz verhindern lässt sich eine Mastitis nicht, das Risiko kannst du aber senken:

  • Kontrolliere das Gesäuge gerade in den ersten Wochen nach der Geburt täglich auf Rötung, Schwellung oder Verhärtung.
  • Halte das Wurflager sauber und trocken.
  • Kürze die Krallen der Welpen vorsichtig, um Verletzungen an den Zitzen zu vermeiden.
  • Achte darauf, dass alle Zitzen genutzt werden, damit sich kein Milchstau bildet.
  • Behalte scheinträchtige Hündinnen im Blick, auch hier kann sich das Gesäuge entzünden.

Was die Versicherung übernimmt

Eine Mastitis zeigt, wie schnell aus einem freudigen Ereignis wie einem Wurf eine tierärztliche Behandlung werden kann. Diagnostik, Medikamente und Kontrollen fallen unter die Hundekrankenversicherung, ein nötiger Eingriff am Abszess unter die Operationskosten. Je nach Tarif werden diese Leistungen ganz oder teilweise übernommen.

Ein ehrlicher Hinweis: Rund um Trächtigkeit und Geburt gelten je nach Tarif eigene Regeln, und eine bereits bestehende Erkrankung ist bei einem später abgeschlossenen Vertrag meist ausgeschlossen. Sinnvoll ist eine Absicherung deshalb, solange deine Hündin gesund ist. Wir bei hey malu. versichern dich nicht selbst. Als unabhängiger Vermittler vergleichen wir für dich die Tarife und finden den Schutz, der zu deiner Hündin passt. Weitere Themen findest du in unserem Hunde-Ratgeber.

Häufige Fragen zur Gesäugeentzündung beim Hund

Wie viele Zitzen hat eine Hündin?

In der Regel zehn, also fünf paarige Milchdrüsenkomplexe in zwei Reihen von der Brust bis zur Leiste. Je nach Hündin sind es manchmal acht bis zwölf. Für die Milchbildung sind vor allem die hinteren Komplexe wichtig.

Woran erkenne ich eine Gesäugeentzündung beim Hund?

An einer oder mehreren Zitzen, die geschwollen, gerötet, warm, hart und schmerzhaft sind. Oft kommen verändertes Sekret, Fieber und Abgeschlagenheit dazu, und die Hündin lässt die Welpen ungern trinken.

Ist eine Mastitis dasselbe wie ein Mammatumor?

Nein. Eine Mastitis ist eine akute Entzündung mit Wärme, Schmerz und oft Fieber, meist bei säugenden oder scheinträchtigen Hündinnen. Ein Mammatumor ist ein meist derber, langsam wachsender Knoten ohne Entzündungszeichen, vor allem bei älteren Hündinnen. Ein neuer Knoten gehört immer abgeklärt.

Dürfen die Welpen bei einer Mastitis weiter trinken?

Bei einer leichten Form mit unauffälliger Milch meist ja. Ist die Milch eitrig oder blutig oder liegt ein Abszess vor, sollten die Welpen die betroffene Zitze nicht mehr nutzen und je nach Lage zugefüttert oder per Hand aufgezogen werden. Das genaue Vorgehen klärst du mit der Tierarztpraxis.

Was kann ich zu Hause tun, bis wir beim Tierarzt sind?

Kühlende Umschläge können den Bereich etwas lindern. Sie ersetzen aber keine Behandlung. Bei Fieber, eitrigem Sekret oder starker Schwellung solltest du nicht abwarten, sondern zeitnah in die Praxis. Gib keine Medikamente aus der Hausapotheke.

Übernimmt die Versicherung die Behandlung?

Je nach Tarif werden Diagnostik, Medikamente und ein nötiger Eingriff übernommen. Wichtig: Die Versicherung muss vor der Erkrankung bestehen, und rund um Geburt und Trächtigkeit gelten je nach Tarif eigene Regeln.

Illustrierter gesunder Hund vor petrolfarbener Fläche
HUNDEKRANKENVERSICHERUNG

Gut abgesichert, auch rund um den Wurf

Eine Gesäugeentzündung kann von einem einfachen Milchstau bis zur Operation am Abszess reichen. Behandlung und Diagnostik fallen unter die Hundekrankenversicherung, ein Eingriff unter die OP-Kosten. Wir vergleichen für dich, welcher Tarif was abdeckt und bis zu welchem GOT-Satz er erstattet, solange deine Hündin gesund ist.