Degus sind neugierige, sehr soziale Nager aus Chile, und sie haben eine gesundheitliche Besonderheit, die jeder Halter kennen sollte: Sie können Zucker kaum verstoffwechseln. Deshalb ist Diabetes eine ihrer wichtigsten Krankheiten, oft gefolgt von einer Linsentrübung, dem sogenannten Zuckerstar. Dazu kommen Probleme mit den lebenslang wachsenden Backenzähnen, Atemwegserkrankungen und Parasiten. Degus gelten tiermedizinisch als Exoten, die Behandlung gehört deshalb in eine Praxis mit Nager- oder Exotenerfahrung.
- Diabetes ist die typischste Degu-Krankheit. Degus können größere Mengen Zucker nicht verarbeiten, zuckerhaltiges Futter ist deshalb tabu.
- Als Folge von Diabetes entsteht oft eine Linsentrübung (Katarakt, „Zuckerstar“), erkennbar an milchigen Augen.
- Die Backenzähne wachsen lebenslang. Ohne genug Heu bilden sich schmerzhafte Zacken und Brücken.
- Degus verbergen Krankheiten lange. Wöchentliches Wiegen ist die beste Frühwarnung.
- Degus lassen sich über eine Kleintierversicherung absichern, allerdings nicht bei jedem Anbieter. Wir bei hey malu. vergleichen für dich.

Ratgeber-Inhalt
Warum Degus einen exotenkundigen Tierarzt brauchen
Degus sind in deutschen Wohnzimmern längst angekommen, in vielen Tierarztpraxen aber immer noch ein Sonderfall. Sie gelten tiermedizinisch als Exoten, und nicht jede Praxis behandelt sie. Das hat Folgen: Die Diagnostik unterscheidet sich, die Dosierung von Medikamenten ist heikel, und eine Narkose ist bei einem so kleinen Tier immer eine Herausforderung. Such dir deshalb am besten schon vor dem Einzug eine Praxis mit Nager- oder Exotenerfahrung und speichere die Nummer, bevor du sie brauchst.
Dazu kommt ein zweiter Punkt, der die Früherkennung erschwert. Degus sind Beutetiere und verbergen Schwäche, solange es geht. Sie kommen so lange wie möglich normal ans Futter und nehmen weiter am Gruppenleben teil. Erst wenn eine Erkrankung weit fortgeschritten ist, zeigen sie deutliche Symptome. Genau deshalb ist regelmäßiges Beobachten und Wiegen so wichtig.
Die häufigsten Erkrankungen bei Degus
Degus landen am häufigsten wegen Diabetes, Zahn- und Augenproblemen beim Tierarzt, dazu kommen Atemwegserkrankungen, Parasiten und Verletzungen. Das solltest du kennen.
Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
Diabetes ist die bedeutendste Degu-Krankheit, und der Grund liegt in der Biologie: Degus sind durch den besonderen Aufbau ihres körpereigenen Insulins nicht in der Lage, größere Mengen Zucker zu verstoffwechseln. In ihrer chilenischen Heimat fressen sie karge, faserreiche Kost, mit süßem Futter kommt ihr Stoffwechsel schlicht nicht zurecht. Eine zuckerhaltige Ernährung führt deshalb schnell in die Zuckerkrankheit, daneben spielt auch eine genetische Veranlagung eine Rolle.
Typische Anzeichen sind vermehrtes Trinken und häufigeres Wasserlassen, dazu Gewichtsverlust und milchig wirkende Augen. Gesichert wird die Diagnose über wiederholte Blutzuckermessungen beim Tierarzt. Heilbar ist Diabetes beim Degu nicht, aber mit einer konsequent zuckerarmen, ballaststoffreichen Ernährung lässt sich das Leben der Tiere deutlich verlängern und die Lebensqualität erhalten. Tabu sind zuckerhaltige Leckerlis, Obst, Rosinen, Drops, stärkehaltiges Getreide und die meisten Fertig-Nagerfutter mit Getreide oder Melasse.
Linsentrübung und Zuckerstar (Katarakt)
Die häufigste Augenerkrankung bei Degus ist der Katarakt, also die Trübung der Augenlinse. Sehr oft ist sie eine Folge von Diabetes und heißt deshalb im Volksmund Zuckerstar, sie kann aber auch unabhängig davon entstehen. Erkennbar ist sie an milchig-trüben Augen. Heilbar ist ein Katarakt nicht, und das ist die gute und die schlechte Nachricht zugleich: Betroffene Degus erblinden meist nicht völlig, sie nehmen weiterhin hell und dunkel wahr und orientieren sich verstärkt über Tasthaare und Geruchssinn. Viele leben damit gut weiter. Wichtig ist trotzdem, jede Augenveränderung tierärztlich abklären zu lassen, denn dahinter kann auch eine Bindehautentzündung, ein Fremdkörper oder ein Zahnproblem stecken.
Zahnprobleme
Wie bei allen Nagern wachsen die Zähne des Degus ein Leben lang. Probleme machen dabei meist nicht die auffälligen Schneidezähne, sondern die Backenzähne. Werden sie nicht ausreichend abgerieben, bilden sich scharfe Zacken oder Brücken über der Zunge, und das ist schmerzhaft. Ursache ist fast immer eine falsche Fütterung mit zu wenig strukturreichem Futter.
Typische Anzeichen sind Gewichtsverlust, langsames Fressen, starkes Bröseln, Speicheln und ein verändertes Kauverhalten. Sehr charakteristisch: Das Tier läuft hungrig zum Futter, wendet sich dann aber ab, oder es sieht aus, als würde es fressen, ohne das Futter wirklich zerkleinern zu können. Häufig ist die Verweigerung von Heu das allererste Anzeichen. Behandelt wird beim Tierarzt, der die Zähne kürzt, teils unter Narkose. Die beste Vorbeugung ist Heu, immer verfügbar und ruhig mit ein paar härteren Stängeln.
Atemwegserkrankungen
Atemwegserkrankungen können bei Degus schnell lebensbedrohlich werden. Anzeichen sind Niesen, Nasenausfluss, Atemgeräusche, Atemnot und in schweren Fällen bläuliche Verfärbungen. Begünstigt werden sie durch Zugluft, staubige Einstreu, schlechte Hygiene und Stress.
Parasiten und Hautprobleme
Auch bei reiner Innenhaltung können Parasiten auftreten, sie kommen meist über Heu oder nicht hygienisch verpacktes Futter ins Gehege. Milben und Pilze führen zu Juckreiz, Haarausfall und Schuppen. Würmer machen zunächst oft gar keine Symptome, bei Stress oder geschwächter Gesundheit kann ein Befall aber überhandnehmen und das Tier magert plötzlich ab. Der Tierarzt weist Parasiten über eine Kotprobe oder ein Hautgeschabsel nach und behandelt gezielt.
Verletzungen und Fußprobleme
In der Gruppe kommt es gelegentlich zu Rangeleien und Bisswunden. Kleine Wunden heilen oft von selbst, größere oder schlecht heilende gehören zum Tierarzt, weil sich sonst Abszesse bilden können. Wenn es regelmäßig Streit gibt, solltest du der Ursache nachgehen. Ein weiteres Thema sind wunde Füße, meist ausgelöst durch ungeeignete Einstreu oder Gitterböden im Käfig.
Woran du erkennst, dass dein Degu krank ist
Weil Degus Beschwerden verstecken, sind die Signale oft leise. Diese Anzeichen solltest du ernst nehmen.
- Er verliert an Gewicht, frisst langsamer, bröselt stark oder verweigert plötzlich Heu.
- Er trinkt und uriniert deutlich mehr als sonst.
- Seine Augen wirken milchig, tränen oder sind gerötet.
- Er niest, hat Nasenausfluss oder atmet hörbar angestrengt.
- Er kratzt sich viel, hat kahle Stellen, Schuppen oder wunde Füße.
- Er zieht sich zurück, wirkt matt oder verhält sich anders als sonst.
Was die Behandlung kostet
Die Anschaffung eines Degus ist günstig, die tierärztliche Versorgung dagegen nicht unbedingt. Weil Degus als Exoten gelten, liegen die Behandlungskosten oft höher als bei Hund und Katze. Tierärzte rechnen nach der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) ab, im Notdienst gilt ein höherer Satz. Die folgenden Werte sind Orientierungsgrößen und variieren je nach Praxis, Region und Aufwand.
| Leistung | Orientierungspreis |
|---|---|
| Normale Untersuchung (inklusive Zahnkontrolle) | ca. 35 bis 50 € |
| Kontrollbesuch pro Degu | ca. 20 bis 40 € |
| Laboruntersuchung (z. B. Blutzucker, Kotprobe) | ca. 30 bis 60 € |
| Röntgen der Zähne | ca. 100 bis 200 € |
| Zahnbehandlung (Korrektur, Extraktion, Abszess), je nach Aufwand und Narkose | ca. 50 bis 300 € und mehr |
| Behandlung einer Atemwegserkrankung | ca. 30 bis 100 € und mehr |
| Empfohlene Rücklage pro Tier für den Notfall | mindestens ca. 500 € |
Ein wichtiger Punkt: Degus sind hochsoziale Gruppentiere und dürfen nicht allein gehalten werden. Die Kosten fallen also immer pro Tier an, bei einer typischen Dreiergruppe entsprechend dreifach. Und weil Degus mit guter Pflege oft sechs bis acht Jahre alt werden, manchmal sogar deutlich älter, summiert sich über die Jahre einiges.
Damit eine Tierarztrechnung nicht zur schweren Entscheidung wird: Vergleiche mit uns die passende Absicherung für deine Degus.
Vorsorge: So bleibt dein Degu gesund
Viele Degu-Krankheiten sind haltungs- und fütterungsbedingt, du hast also viel in der Hand. Das hilft am meisten:
Zuckerfrei füttern, das ist der wichtigste Punkt. Kein Obst, keine Rosinen, keine Drops oder Joghurtdrops, kein melassehaltiges Fertigfutter. Stattdessen karge, faserreiche Kost: immer verfügbares Heu, dazu Kräuter, Gräser und Trockengemüse in Maßen. Diese eine Regel verhindert die gefährlichste Degu-Krankheit.
Heu, Heu, Heu. Strukturreiches Heu reibt die Backenzähne ab und hält die Verdauung in Gang. Es ist damit gleichzeitig die beste Zahnvorsorge.
Nie allein halten, Stress vermeiden. Degus sind Gruppentiere und brauchen Artgenossen sowie ein ausreichend großes Gehege. Stress und Enge schwächen das Immunsystem und begünstigen Krankheiten. Sorg außerdem für staubarme Einstreu, Sauberkeit und einen zugluftfreien Standort.
Wöchentlich wiegen und einmal jährlich zum Check. Ein wöchentlicher Blick auf jedes Tier und die Waage zeigt dir Probleme oft, bevor du etwas anderes siehst. Ein jährlicher Gesundheitscheck in einer kleinsäugerkundigen Praxis gehört ebenfalls dazu.
Das Wichtigste bei Degus passiert nicht beim Tierarzt, sondern am Futternapf. Wer konsequent zuckerfrei füttert und immer Heu anbietet, senkt das Risiko für die beiden teuersten Dauerthemen, Diabetes und Zahnprobleme, erheblich. Und stell die Küchenwaage neben das Gehege: Ein schleichender Gewichtsverlust ist bei Degus oft das erste und einzige Signal, dass etwas nicht stimmt.
Degus absichern: Kleintierversicherung
Ja, Degus lassen sich versichern. Sie gehören zu den Tierarten, die typischerweise über eine Kleintierversicherung abgesichert werden können, gemeinsam mit Kaninchen, Meerschweinchen, Chinchillas, Ratten und Frettchen. Wichtig ist aber: Nicht jeder Anbieter versichert jede Exotenart. Der erste Schritt beim Vergleich ist deshalb immer die Frage, ob der Degu im Tarif überhaupt vorgesehen ist.
Der zweite Punkt ist mindestens genauso wichtig: Eine Kleintierversicherung ist nicht automatisch ein reiner OP-Schutz. Gerade bei Degus beginnen viele Fälle nicht mit einer Operation, sondern mit Untersuchung, Diagnostik, Medikamenten und wiederkehrenden Kontrollen, etwa bei Zähnen und Stoffwechselthemen. Achte deshalb darauf, wie ein Tarif den gesamten Behandlungsverlauf abbildet, ob Zahnbehandlungen enthalten oder nur als Zusatzbaustein buchbar sind, wie hoch die Jahreshöchstgrenze ist, bis zu welchem GOT-Satz erstattet wird, welche Selbstbeteiligung (der Anteil, den du je Rechnung selbst trägst) und welche Wartezeiten (die Frist nach Vertragsbeginn, in der noch nicht geleistet wird) gelten und ob du Tierarzt und Klinik frei wählen darfst. Letzteres ist bei Exoten besonders wertvoll, weil erfahrene Praxen rar sind.
Und wie immer gilt: Bereits bekannte Erkrankungen sind in der Regel ausgeschlossen. Weil Diabetes und Zahnprobleme bei Degus so häufig sind, entscheidet ein früher Abschluss oft darüber, ob später überhaupt geleistet wird. Für manche Halter, gerade bei einer größeren Gruppe, kann alternativ auch eine feste monatliche Rücklage der passende Weg sein.
Wir bei hey malu. sind dein Spezialist für Tierversicherungen und vergleichen für dich, wir sind selbst kein Versicherer. Schau dir unsere Kleintierversicherungen an oder lass dich in einer persönlichen Beratung unterstützen. Weitere Themen findest du im Kleintier-Ratgeber.
Häufige Fragen zu Krankheiten bei Degus
Welche Krankheit haben Degus am häufigsten?
Besonders typisch ist Diabetes. Degus können größere Mengen Zucker aufgrund ihres besonderen Insulins nicht verstoffwechseln, zuckerhaltiges Futter führt deshalb schnell zur Zuckerkrankheit. Häufig sind außerdem Zahnprobleme an den Backenzähnen, Linsentrübung, Atemwegserkrankungen und Parasiten.
Warum dürfen Degus keinen Zucker fressen?
Degus sind durch den besonderen Aufbau ihres körpereigenen Insulins nicht in der Lage, größere Mengen Glukose zu verarbeiten. Zuckerhaltiges Futter wie Obst, Rosinen oder Drops kann deshalb Diabetes auslösen. Richtig ist eine karge, zuckerarme und faserreiche Ernährung mit viel Heu.
Was bedeuten milchige Augen beim Degu?
Milchige, trübe Augen deuten auf eine Linsentrübung (Katarakt) hin, häufig als Folge von Diabetes, deshalb auch Zuckerstar genannt. Heilbar ist sie nicht, betroffene Degus erblinden aber meist nicht vollständig und kommen im Alltag oft gut zurecht. Jede Augenveränderung sollte trotzdem tierärztlich abgeklärt werden.
Was kostet der Tierarzt bei einem Degu?
Eine normale Untersuchung liegt bei etwa 35 bis 50 Euro, ein Kontrollbesuch bei 20 bis 40 Euro, Laboruntersuchungen bei 30 bis 60 Euro und ein Zahnröntgen bei 100 bis 200 Euro. Zahnbehandlungen können je nach Aufwand 50 bis 300 Euro und mehr kosten. Als Notfallrücklage werden mindestens 500 Euro pro Tier empfohlen.
Kann ich einen Degu versichern?
Ja, Degus gehören zu den Tieren, die sich über eine Kleintierversicherung absichern lassen. Allerdings versichert nicht jeder Anbieter jede Exotenart, prüfe deshalb zuerst, ob der Degu im Tarif vorgesehen ist. Weil bekannte Erkrankungen ausgeschlossen sind, lohnt sich ein früher Abschluss. Wir vergleichen die Tarife gern für dich.

Deine Degus gut umsorgt, auch wenn es ernst wird
Zähne, Stoffwechsel, Atemwege: Bei Degus kommen Behandlungen schnell zusammen, und sie leben selten allein. Wir vergleichen für dich die passenden Tarife, damit du im Ernstfall an deine Tiere denkst und nicht an die Rechnung.