Arthritis beim Hund ist eine Entzündung eines oder mehrerer Gelenke. Sie tritt oft plötzlich auf und zeigt sich durch Lahmheit, ein geschwollenes, warmes Gelenk und Schmerzen. Wichtig ist die Unterscheidung zur Arthrose, dem langsamen Gelenkverschleiß. Beide hängen zusammen, werden aber unterschiedlich behandelt. Hier erfährst du, welche Formen der Arthritis es gibt, woran du sie erkennst und was der Tierarzt tun kann.
- Arthritis ist eine aktive Gelenkentzündung, Arthrose dagegen ein degenerativer Verschleiß.
- Man unterscheidet vor allem die septische (bakterielle) und die immunvermittelte Arthritis.
- Typisch sind Lahmheit, ein geschwollenes und warmes Gelenk, bei manchen Formen auch Fieber.
- Die septische Arthritis ist ein Notfall und muss rasch behandelt werden.
- Schmerzmittel aus der Humanmedizin sind für Hunde tabu, sie können giftig sein.

Ratgeber-Inhalt
Was ist Arthritis beim Hund?
Arthritis ist der medizinische Überbegriff für eine Gelenkentzündung. Im Vordergrund steht der entzündliche Prozess, der den Gelenkknorpel und das umliegende Gewebe angreift und zu Schmerz, Erwärmung, Schwellung und eingeschränkter Beweglichkeit führt. Anders als der Verschleiß bei der Arthrose verläuft eine Arthritis meist akut, also plötzlich und rasch. Betroffen sein können Hunde jeden Alters.
Arthritis oder Arthrose? Der Unterschied
Die beiden Begriffe klingen ähnlich, meinen aber verschiedene Prozesse:
- Arthritis ist eine aktive Entzündung des Gelenks, ausgelöst durch Infektionen, eine fehlgeleitete Immunreaktion oder andere Reize.
- Arthrose ist ein chronischer, degenerativer Verschleiß des Gelenkknorpels, oft alters- oder belastungsbedingt.
Beide hängen zusammen: Aus einer Arthritis können bleibende Gelenkschäden und damit eine Arthrose entstehen. Umgekehrt kann der Knorpelabbau bei einer Arthrose immer wieder Entzündungsschübe auslösen. So entsteht ein Kreislauf aus Verschleiß und Entzündung. Mehr zum Verschleiß liest du in unserem Ratgeber zur Arthrose beim Hund.
Formen der Arthritis
Septische (bakterielle) Arthritis
Hier gelangen Bakterien ins Gelenk, etwa durch eine Verletzung, einen Biss, eine Operation oder über die Blutbahn. Die Entzündung ist schmerzhaft, das Gelenk stark geschwollen und warm, und der Hund hat oft Fieber und ist teilnahmslos. Diese Form ist ein Notfall und muss sofort behandelt werden, um bleibende Schäden zu vermeiden.
Immunvermittelte Arthritis (Polyarthritis)
Bei dieser nicht-infektiösen Form richtet sich das Immunsystem gegen die eigenen Gelenke. Meist sind mehrere Gelenke gleichzeitig betroffen, daher der Name Polyarthritis. Typisch sind wechselnde Lahmheit, Steifheit sowie unspezifische Zeichen wie Fieber, Appetitlosigkeit und Abgeschlagenheit. Die genauen Ursachen sind noch nicht vollständig geklärt.
Reaktive und infektionsbedingte Arthritis
Manche Infektionen können eine Gelenkentzündung auslösen oder begünstigen, beim Hund etwa Borreliose oder Leishmaniose. Auch hier steht die Behandlung der zugrunde liegenden Ursache im Vordergrund.
Symptome erkennen
Achte auf diese Anzeichen einer Gelenkentzündung:
- Lahmheit, steifer Gang oder Schonhaltung, oft plötzlich.
- Ein geschwollenes, warmes und schmerzhaftes Gelenk.
- Unlust bei Bewegung, Rückzug, Berührungsempfindlichkeit.
- Bei septischer oder immunvermittelter Form zusätzlich Fieber, Appetitlosigkeit und Abgeschlagenheit.
Diagnose beim Tierarzt
Um die Form der Arthritis zu bestimmen, kombiniert der Tierarzt mehrere Schritte: eine Untersuchung des Gangbilds und der Gelenke, bildgebende Verfahren wie Röntgen oder Ultraschall, eine Blutuntersuchung und häufig eine Gelenkpunktion. Dabei wird etwas Gelenkflüssigkeit entnommen und untersucht, was entscheidend ist, um eine bakterielle von einer immunvermittelten Entzündung zu unterscheiden.
Behandlung
Die Therapie richtet sich nach der Ursache:
- Entzündungshemmung und Schmerzlinderung mit für Hunde zugelassenen Medikamenten.
- Antibiotika bei einer bakteriellen (septischen) Arthritis, oft ergänzt durch eine Spülung des Gelenks unter Narkose.
- Immunsuppressiva bei der immunvermittelten Polyarthritis, um die überschießende Abwehrreaktion zu bremsen.
- Unterstützende Maßnahmen wie Physiotherapie, Gewichtskontrolle, angepasste Bewegung und ein bequemes Hundebett.
Gelenkerkrankungen können langwierig und teuer werden. Wir vergleichen für dich, welcher Schutz zu deinem Hund passt.
Kosten und GOT
Tierärztliche Leistungen werden nach der Gebührenordnung für Tierärzte abgerechnet, kurz GOT. Sie gibt für jede Leistung einen Rahmen vor, den die Praxis je nach Aufwand mit einem Faktor multipliziert. Bei einer Arthritis fallen meist an:
| Kostenfaktor | Was dahintersteckt |
|---|---|
| Untersuchung und Beratung | Gangbild, Gelenkuntersuchung, Anamnese. |
| Bildgebung | Röntgen und Ultraschall der betroffenen Gelenke. |
| Labor und Gelenkpunktion | Blutuntersuchung und Analyse der Gelenkflüssigkeit. |
| Behandlung | Medikamente, bei septischer Form Gelenkspülung in Narkose. |
| Nachsorge | Physiotherapie, Kontrollen, bei chronischen Formen dauerhafte Betreuung. |
Gerade die immunvermittelte Form braucht oft eine längere Behandlung mit regelmäßigen Kontrollen. Mehr zur Abrechnung liest du in unserem Ratgeber zur Gebührenordnung für Tierärzte.
Wenn dein Hund plötzlich lahmt und ein Gelenk warm und dick ist, warte nicht ab und probiere keine Hausmittel. Gerade eine bakterielle Gelenkentzündung zählt jede Stunde, weil der Knorpel sonst dauerhaft Schaden nimmt. Lieber einmal zu früh in die Praxis als zu spät.
Was die Versicherung übernimmt
Diagnostik, Medikamente und mögliche Eingriffe fallen unter die Hundekrankenversicherung. Je nach Tarif werden diese Leistungen ganz oder teilweise übernommen, bis zu einer vereinbarten Jahreshöchstgrenze und einem bestimmten GOT-Satz. Weil bestehende Erkrankungen meist ausgeschlossen sind, lohnt sich der Abschluss, solange dein Hund gesund ist. Das gilt besonders für Gelenkerkrankungen, die chronisch werden können, wie auch die Hüftdysplasie.
Wir bei hey malu. versichern dich nicht selbst. Als unabhängiger Vermittler vergleichen wir für dich die Tarife und finden den Schutz, der zu deinem Hund passt. Weitere Themen findest du in unserem Hunde-Ratgeber.
Häufige Fragen zur Arthritis beim Hund
Was ist der Unterschied zwischen Arthritis und Arthrose?
Arthritis ist eine aktive Entzündung des Gelenks, oft durch Infektionen oder Immunreaktionen und meist plötzlich. Arthrose ist ein langsamer, verschleißbedingter Abbau des Gelenkknorpels. Beide können ineinander übergehen, werden aber unterschiedlich behandelt.
Welche Symptome hat Arthritis beim Hund?
Typisch sind Lahmheit, ein geschwollenes und warmes Gelenk, Schmerzen und Bewegungsunlust. Bei der septischen und der immunvermittelten Form kommen oft Fieber, Appetitlosigkeit und Abgeschlagenheit dazu.
Ist Arthritis beim Hund ein Notfall?
Die septische, also bakterielle Arthritis ist ein Notfall und muss sofort behandelt werden, um bleibende Gelenkschäden zu verhindern. Warnzeichen sind ein plötzlich stark geschwollenes, heißes Gelenk mit Fieber und Teilnahmslosigkeit.
Wie wird Arthritis beim Hund behandelt?
Je nach Ursache mit entzündungshemmenden Medikamenten, Antibiotika bei bakterieller Form, Immunsuppressiva bei der Polyarthritis sowie unterstützend mit Physiotherapie und Gewichtskontrolle. Die Auswahl trifft die Tierarztpraxis.
Darf ich meinem Hund bei Gelenkschmerzen ein Schmerzmittel geben?
Nur nach tierärztlicher Anweisung und mit einem für Hunde zugelassenen Präparat. Schmerzmittel aus der Humanmedizin können für Hunde giftig sein und dürfen niemals eigenmächtig gegeben werden.
Kann Arthritis beim Hund geheilt werden?
Eine früh behandelte bakterielle Arthritis hat gute Aussichten. Die immunvermittelte Form ist oft chronisch, lässt sich aber häufig gut kontrollieren, sodass der Hund eine gute Lebensqualität behält.

Bei Gelenkthemen gut abgesichert
Eine Arthritis kann Diagnostik, Medikamente und manchmal einen Eingriff nötig machen. Wir vergleichen für dich, welcher Tarif das abdeckt und bis zu welchem GOT-Satz er erstattet, solange dein Hund gesund ist.