Zuletzt aktualisiert am 20. Juli 2026

Rutscht dein Hund mit dem Po über den Boden, leckt ständig an seinem Hinterteil oder riecht plötzlich streng und fischig? Dann sind oft die Analdrüsen das Thema. Diese beiden kleinen Drüsen neben dem After sind für viele Halter ein unangenehmes, aber sehr häufiges Problem, gerade bei kleineren Hunden. Zwei Dinge machen den Unterschied, und beide zeigt dir dieser Ratgeber: Erstens ist das berühmte „Schlittenfahren“ ein wichtiges Warnzeichen, aber nicht automatisch ein Beweis für verstopfte Analdrüsen. Zweitens solltest du niemals selbst darauf herumdrücken, das kann mehr schaden als helfen.

KURZER ÜBERBLICK

  • Die Analdrüsen sitzen links und rechts neben dem After und geben beim Kotabsatz ein Duftsekret ab.
  • Fließt das Sekret nicht ab, staut es sich, die Drüsen verstopfen und können sich entzünden.
  • Leitsymptom ist das „Schlittenfahren“, dazu Lecken, fischiger Geruch und Schmerz.
  • Häufigste Ursache ist zu weicher Kot, deshalb ist die Ernährung der wichtigste Hebel.
  • Unbehandelt drohen schmerzhafte Abszesse und Fisteln. Nicht selbst ausdrücken, das gehört in Fachhände.
Person streichelt einen entspannten, gesunden Hund, der bequem sitzt

Was die Analdrüsen sind

Die Analdrüsen, genauer die Analbeutel (medizinisch Sinus paranales), sind zwei kleine, sackartige Drüsen links und rechts neben der Afteröffnung. In ihren Wänden sitzen Drüsen, die ein stark riechendes, bräunliches Sekret bilden. Das ist völlig normal und hat einen Zweck: Der Hund nutzt diesen individuellen Duft zur Reviermarkierung. Deshalb beschnuppern sich Hunde bei der Begrüßung auch so ausgiebig am Hinterteil.

Bei einem gesunden Hund entleeren sich die Analbeutel von allein: Beim Kotabsatz drückt der feste Kot auf die Drüsen und presst einen kleinen Teil des Sekrets nach außen. Solange dieser Mechanismus funktioniert, merkst du von den Analdrüsen normalerweise gar nichts.

Wie das Problem entsteht

Probleme beginnen, wenn dieser natürliche Abfluss nicht mehr klappt. Kann das Sekret nicht abfließen, staut es sich in den Analbeuteln, dickt ein und verstopft die feinen Ausführungsgänge. Der so entstandene Sekretstau ist ein idealer Nährboden für Bakterien, und aus der bloßen Verstopfung wird schnell eine schmerzhafte Entzündung.

Wichtig zu verstehen ist die Kette dahinter: Verstopfung ist der Anfang, die Entzündung die Folge, und beides hat fast immer eine Ursache, die man finden und abstellen muss, sonst kommt das Problem immer wieder.

Symptome erkennen

Weil betroffene Hunde unter Juckreiz und Schmerz leiden, versuchen sie, sich Erleichterung zu verschaffen. Typische Anzeichen sind:

„Schlittenfahren“: Der Hund zieht sein Hinterteil im Sitzen über den Boden. Das bekannteste Zeichen.
Ständiges Lecken oder Beißen im Bereich des Afters.
Strenger, fischiger Geruch: ein penetranter Geruch aus der Analregion.
Schmerz und Empfindlichkeit: der Hund reagiert empfindlich auf Berührung am Hinterteil, hat Schwierigkeiten beim Sitzen oder wirkt beim Kotabsatz unruhig.
Rötung oder Schwellung sichtbar neben dem After.
Verändertes Verhalten: Gereiztheit, Unruhe oder Rückzug, in stärkeren Fällen Fieber.

Fieber ist ein Warnsignal: Bekommt der Hund Fieber, kann das ein Hinweis sein, dass sich die Entzündung ausbreitet oder Bakterien bereits ins Blut gelangt sind. Dann gehört der Hund zügig in tierärztliche Behandlung.

Der Mythos Schlittenfahren

Hier ein wichtiger Punkt, der oft falsch verstanden wird. Unter Hundehaltern hält sich hartnäckig die Vorstellung, Schlittenfahren komme immer von vollen Analdrüsen. So einfach ist es nicht.

Schlittenfahren ist ein wertvolles Warnzeichen und tatsächlich der häufigste Anlass, bei dem Halter an die Analdrüsen denken. Aber es kann auch andere Gründe haben, etwa Juckreiz durch Würmer, eine Futterunverträglichkeit, Kotreste im Fell oder eine Hautreizung am After. Deshalb gilt: Schlittenfahren bedeutet „bitte nachschauen lassen“, nicht „die Analdrüsen sind schuld“. Was wirklich dahintersteckt, klärt der Tierarzt. Umgekehrt zeigt nicht jeder Hund mit vollen Analdrüsen dieses Verhalten.

Ursachen und Risikohunde

Damit die Behandlung dauerhaft hilft, muss man die Ursache kennen. Die mit Abstand häufigste ist die Kotbeschaffenheit.

Zu weicher Kot: die Hauptursache. Ist der Kot dauerhaft zu weich, fehlt der feste Druck, der die Analbeutel beim Kotabsatz entleert. Chronisch weicher Stuhl oder wiederkehrender Durchfall sind daher ein echter Risikofaktor.
Rassebedingte Veranlagung: Vor allem kleine Rassen sind häufiger betroffen.
Übergewicht: Mehr Fettgewebe rund um den After kann den Abfluss behindern.
Bewegungsmangel und eine insgesamt ballaststoffarme Fütterung.
Seltener: eine krankhaft gesteigerte Sekretbildung oder anatomische Besonderheiten.

Warum das wichtig ist: Viele Hunde, die einmal ein Analdrüsenproblem hatten, bekommen es wieder (ein Rückfall, medizinisch Rezidiv). Der Grund ist meist, dass nur das akute Problem behandelt, aber die Ursache nicht abgestellt wurde. Genau hier liegt der Schlüssel, und meist bei der Ernährung.

Von der Verstopfung zum Abszess

Ein Analdrüsenproblem verläuft oft in Stufen. Je früher man eingreift, desto einfacher ist es.

Stufe 1, Verstopfung: Die Analbeutel sind voll, aber noch nicht entzündet. Oft reicht das fachgerechte Entleeren beim Tierarzt.
Stufe 2, Entzündung: Bakterien haben sich vermehrt, es tut weh, die Region ist gerötet und geschwollen. Jetzt braucht es meist zusätzlich Spülung und Medikamente.
Stufe 3, Abszess und Fistel: Bleibt es unbehandelt, kann sich ein Abszess bilden, eine abgekapselte Eiteransammlung. Dieser kann aufplatzen und sich nach außen entleeren. Es können sich Fisteln bilden, das sind röhrenartige Verbindungen von der Drüse zur Hautoberfläche.

Warum du nicht abwarten solltest: Ein platzender Analdrüsenabszess ist nicht nur sehr schmerzhaft, er bringt auch das Risiko einer Ausbreitung der Infektion bis hin zu einer Blutvergiftung mit sich. Was im Frühstadium ein kurzer Termin gewesen wäre, wird dann zu einer langwierigen, teils operativen Behandlung. Deshalb: bei Verdacht lieber früh abklären lassen.

Behandlung beim Tierarzt

Die Behandlung richtet sich nach dem Stadium:

Bei reiner Verstopfung entleert der Tierarzt die Analbeutel fachgerecht und hygienisch. Das verschafft oft sofort Linderung.
Bei einer Entzündung werden die Drüsen nach dem Entleeren gespült, oft mit einer entzündungshemmenden oder desinfizierenden Lösung. Bei bakterieller Beteiligung kommen entzündungshemmende Mittel und, gezielt eingesetzt, Antibiotika dazu, idealerweise nach Untersuchung des Sekrets.
Bei Abszessen und Fisteln ist eine aufwendigere Behandlung nötig, teils ein chirurgischer Eingriff. In sehr schweren, immer wiederkehrenden Fällen kann die operative Entfernung der Analbeutel erwogen werden, das ist aber die Ausnahme.

Selbst ausdrücken? Besser nicht

Im Netz kursieren viele Anleitungen zum eigenhändigen Ausdrücken. Bitte sei hier vorsichtig.

Warum eigenmächtiges Ausdrücken riskant ist:

  • Falsche Technik oder zu viel Druck kann dazu führen, dass der Körper noch mehr Sekret bildet und sich die Reizung verschlimmert.
  • Bei einer bereits bestehenden Entzündung kannst du unbemerkt Schaden anrichten oder Bakterien verteilen.
  • Ohne Hygiene entstehen leicht zusätzliche Infektionen.

Drücke die Analdrüsen deines Hundes daher nicht eigenmächtig und ohne Rücksprache aus. Bei einem Hund mit häufigen Problemen kann dir der Tierarzt zeigen, ob und wie ein regelmäßiges Entleeren sinnvoll ist und wer es übernimmt.

Vorbeugen über die Ernährung

Weil zu weicher Kot die Hauptursache ist, liegt der wirksamste Hebel auf der Hand: fester, gut geformter Kot, der die Analbeutel beim Absetzen zuverlässig entleert.

Was hilft, Rückfälle zu vermeiden:

  • Ausreichend Ballaststoffe: Eine passende, oft ballaststoffreichere Ernährung sorgt für festeren Kot. Womit genau, besprichst du am besten mit dem Tierarzt, denn es hängt vom einzelnen Hund ab.
  • Verdauung stabil halten: Chronisch weichen Kot und Durchfall ernst nehmen und die Ursache abklären lassen.
  • Gesundes Gewicht und ausreichend Bewegung.
  • Genug Wasser zur Verfügung stellen.
  • Regelmäßige Kontrolle bei Hunden, die schon einmal betroffen waren.

Was es kostet

Analdrüsen sind im Frühstadium günstig zu behandeln, können im Abszess- oder OP-Fall aber teurer werden. Abgerechnet wird nach der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT), die jede Leistung in einem Rahmen vom einfachen bis zum dreifachen Satz vorsieht. Diese Faktoren bestimmen die Kosten:

Kostenfaktor Warum er ins Gewicht fällt
Untersuchung und Entleeren Der Standardfall im Frühstadium, überschaubar.
Spülung und Medikamente Bei Entzündung: entzündungshemmende Mittel, ggf. Antibiotika nach Sekretuntersuchung.
Wiederholte Behandlungen Bei Hunden mit Rückfällen summieren sich regelmäßige Termine.
Abszessbehandlung Aufwendiger, teils mit Ruhigstellung oder kleinem Eingriff.
Operation In schweren, chronischen Fällen die operative Entfernung der Analbeutel, der größte Posten.

Der einzelne Entleerungstermin ist meist günstig. Teuer und belastend wird es vor allem, wenn ein Problem verschleppt wird und ein Abszess entsteht, oder wenn ein Hund immer wieder betroffen ist und die Behandlungen sich summieren.

Wiederkehrende Analdrüsenprobleme oder ein Abszess können ins Geld gehen. Wir vergleichen für dich, welche Absicherung Behandlung und Operationen sinnvoll abdeckt.

Zum Hunde-Vergleichsrechner

Ehrlicher Tipp von hey malu.
Merk dir zwei Dinge, dann bist du beim Thema Analdrüsen gut aufgestellt. Erstens: Schlittenfahren, Lecken am Po und ein fischiger Geruch sind ein klares „bitte checken lassen“, aber kein Grund zur Panik und auch kein Fall für Heimwerker. Lass die Analdrüsen im Zweifel beim Tierarzt kontrollieren, statt selbst zu drücken. Zweitens, und das ist der eigentliche Schlüssel: Wenn dein Hund immer wieder Probleme hat, liegt die Lösung fast nie im häufigeren Ausdrücken, sondern in festerem Kot. Sprich mit dem Tierarzt über die richtige, oft ballaststoffreichere Ernährung, das behebt bei vielen Hunden die Ursache, statt nur am Symptom zu arbeiten.

Analdrüsen und Versicherung: der ehrliche Blick

Auch beim Thema Analdrüsen lohnt der realistische Blick auf das, was eine Versicherung leisten kann.

Meist ein Krankenversicherungs-Thema. Die Untersuchung, das Entleeren, die Spülung und Medikamente bei einer Entzündung sind Behandlungen ohne Operation. Diese laufenden Kosten deckt nur eine Hundekrankenversicherung ab, nicht der reine OP-Schutz. Gerade bei Hunden mit wiederkehrenden Problemen, bei denen sich viele Einzeltermine summieren, kann das relevant werden.

Der OP-Fall. Muss ein Abszess chirurgisch versorgt oder in schweren, chronischen Fällen die Analbeutel operativ entfernt werden, greift der OP-Schutz. Wer beides absichern will, die häufigen kleinen Behandlungen und den seltenen Eingriff, ist mit einer Krankenversicherung am umfassendsten aufgestellt, weil sie Operationen einschließt.

Der entscheidende Punkt: der Zeitpunkt. Wie bei anderen Erkrankungen gilt: Ein bei Vertragsabschluss bereits bekanntes, wiederkehrendes Analdrüsenproblem kann als Vorerkrankung gewertet und ausgeschlossen werden. Das ist gerade deshalb relevant, weil diese Probleme zu Rückfällen neigen. Sinnvoll ist eine Absicherung deshalb, solange dein Hund gesund ist.

Worauf du beim Vergleich achtest: ob wiederkehrende Behandlungen und Operationen abgedeckt sind, wie mit chronischen und wiederkehrenden Erkrankungen umgegangen wird, wie hoch die Jahreshöchstgrenze liegt und welche Selbstbeteiligung (der Anteil, den du je Schadenfall selbst trägst) und Wartezeit (die Frist nach Vertragsbeginn, in der noch nicht geleistet wird) gelten.

Wir bei hey malu. versichern dich nicht selbst. Wir vergleichen für dich, welcher Tarif wiederkehrende Behandlungen und Eingriffe sinnvoll abdeckt. Sieh dir dazu unsere Hundekrankenversicherung an oder starte im Hunde-Vergleichsrechner. Weil hinter Analdrüsenproblemen oft die Verdauung steckt, passt dazu auch unser Ratgeber zu Magen-Darm-Erkrankungen beim Hund.

Häufige Fragen zu den Analdrüsen beim Hund

Warum rutscht mein Hund mit dem Po über den Boden?

Dieses „Schlittenfahren“ ist das bekannteste Zeichen für ein Problem mit den Analdrüsen, etwa weil sie verstopft oder entzündet sind. Es kann aber auch andere Ursachen haben, zum Beispiel Juckreiz durch Würmer, eine Futterunverträglichkeit oder Kotreste im Fell. Schlittenfahren heißt also „bitte abklären lassen“, ist aber kein sicherer Beweis für volle Analdrüsen. Was dahintersteckt, klärt der Tierarzt.

Soll ich die Analdrüsen meines Hundes selbst ausdrücken?

Besser nicht auf eigene Faust. Falsche Technik oder zu viel Druck kann die Reizung verschlimmern und sogar zu vermehrter Sekretbildung führen, bei einer Entzündung kannst du unbemerkt Schaden anrichten. Das Entleeren gehört in fachkundige Hände. Bei einem Hund mit häufigen Problemen kann dir der Tierarzt zeigen, ob regelmäßiges Entleeren sinnvoll ist und wer es übernehmen sollte.

Was ist die häufigste Ursache für Analdrüsenprobleme?

Zu weicher Kot. Bei gesunden Hunden entleeren sich die Analbeutel beim Kotabsatz durch den Druck des festen Kots von allein. Ist der Kot dauerhaft zu weich, fehlt dieser Druck, das Sekret staut sich und die Drüsen verstopfen. Deshalb ist eine passende, oft ballaststoffreichere Ernährung für festeren Kot der wichtigste Hebel, um Rückfälle zu vermeiden.

Ist eine Analdrüsenentzündung gefährlich?

Fachgerecht behandelt ist sie nicht gefährlich, aber schmerzhaft. Das eigentliche Risiko liegt im Verschleppen: Bleibt sie unerkannt, können sich Abszesse und Fisteln bilden, die sehr schmerzhaft sind und beim Aufplatzen sogar eine Blutvergiftung nach sich ziehen können. Deshalb solltest du bei Anzeichen früh zum Tierarzt, im Frühstadium ist die Behandlung einfach und die Prognose gut.

Zahlt die Versicherung bei Analdrüsenproblemen?

Die laufende Behandlung mit Untersuchung, Entleeren, Spülung und Medikamenten deckt eine Hundekrankenversicherung ab, eine nötige Operation der OP-Schutz. Am umfassendsten ist die Krankenversicherung, weil sie Operationen einschließt. Wichtig ist der Zeitpunkt: Ein bereits bekanntes, wiederkehrendes Problem kann als Vorerkrankung gelten. Sinnvoll ist eine Absicherung deshalb, solange der Hund gesund ist.

Illustrierter gesunder, entspannter Hund vor petrolfarbener Fläche
HUNDEKRANKENVERSICHERUNG

Wiederkehrende Behandlungen absichern

Analdrüsenprobleme neigen zu Rückfällen, und im Abszess- oder OP-Fall wird es teuer. Wir vergleichen für dich, welcher Tarif wiederkehrende Behandlungen und Operationen sinnvoll abdeckt, und sagen dir ehrlich, worauf es ankommt.